Die Bergische 50 ist das größte Wanderevent in der Region. An zwei Tagen und bei strahlendem Sonnenschein starteten die Wanderer in Wipperfürth.
WandereventMehr als 6000 Teilnehmer nahmen an der Bergischen 50 in Wipperfürth teil

Die Strecke der Bergischen 50 führte an Lindlar-Breun vorbei.
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Die Bergische 50 gehört zu den bedeutendsten Wanderevents in der Region. So starteten auf dem Wipperfürther Marktplatz am Samstag rund 2900 Wandernde zu den 50 Kilometern und am Sonntag rund weitere 3200 zu den 25 Kilometern durch das Bergische Land.
Wie beliebt die Veranstaltung, die zugleich Aufakt der Bergischen Wanderwochen ist, zeigen die frühen Anmeldungen: Schon seit Ende September letzten Jahres sei die Bergische 25 komplett ausverkauft gewesen, seit Ende März 2026 auch die Bergische 50, sagt Alina Berk vom Veranstaltungsteam.
Morgens kalt, nachmittags warm
Ein Herausforderung neben der langen Strecke waren in diesem Jahr die unterschiedlichen Tagestemperaturen. Beim morgendlichen Start herrschten oft noch Temperaturen um den Gefrierpunkt, während es nachmittags durchaus auch über 20 Grad Celsius und starke Sonneneinstrahlung gab.
„Wenn ich den erwische, der mich hier angemeldet hat“, sagt René Schmidt und lacht, denn natürlich hat er sich selbst angemeldet. Der stämmige Mann geht beständig in seinem Tempo, der Weg ist für ihn sichtlich eine harte Nuss. Er ist gebürtiger Wiehler, wohnt jetzt im Kölner Süden und weiß, worauf er sich eingelassen hat, denn er ist schon zum siebten Mal mit dabei.
Raus aus der Komfortzone
Angekommen ist er immer, auch wenn er schon Bekanntschaft mit dem Besenwanderer, der stets die letzten Teilnehmer einsammelt, gemacht hat. Doch er möchte raus aus seiner Komfortzone, seinen Körper herausfordern, an Grenzen gehen. Zur Vorbereitung hat er mehrere Etappen des Druidensteigs im Westerwald erwandert, jetzt stellt er sich den bergischen Höhen.
Für Martin, Vanessa, Katta, Marcus und Sarah steht eine ganz andere Motivation hinter ihrer Teilnahme. „Wir sind in Freiberg zusammen zur Schule gegangen, jetzt treffen wir uns hier, um fünfzig Kilometer lang ohne Handy und Ablenkung miteinander zu gehen und zu reden.“ Drei der Freunde würden heute noch unweit der alten Heimat in Dresden, Chemnitz und Gera wohnen, während Martin inzwischen seine Liebe und seinen Lebensmittelpunkt in Wipperfürth gefunden habe.
Gemeinsam wandern mit alten Freunden
„Wir treffen uns und können reden, als wenn wir uns gestern erst gesehen hätten“, beschreibt Martin diese Freundschaft. Sie hätten auch schon mal ein ähnliches Event im Ruhrgebiet getestet, aber Martin winkt ab: „Es war schrecklich, fast nur Asphalt“. Kleine Story am Rande: Da einer von ihnen in Erfurt feststellte, dass sein Wanderpass noch zu Hause auf dem Küchentisch liegt, musste der Trupp am Freitagabend rund 150 Kilometer zurückfahren und dann erneut starten.
Thomas Herweg wurde von seinem Sohn Tobias angestiftet, den Weg zu gehen. Der Wipperfürther wohnt nur fünf Minuten vom Marktplatz entfernt und ist zum ersten Mal dabei. Er muss zugeben, dass er im Umfeld seines Wohnorts ganz neue Strecken kennengelernt hat. „Es gibt hier so schöne Ecken, die ich noch nie gesehen habe, zum Beispiel Burg Breidenbach“, erzählt er nach der Tour und kann sich darum auf jeden Fall vorstellen, noch einmal mitzugehen.
Wo das allerdings sein wird, ist noch unklar. Alina Berk gibt einen Ausblick auf das nächste Jahr. Auch dann wird das Event am letzten April-Wochenende stattfinden, aber die zukünftige neue Strecke ist noch nicht ausgearbeitet. „Der Wipperfürther Nordwesten steht ja noch aus, aber da ist die Bundesstraße 506, da müssten wir schauen, wie wir bei einer Querung der Straße die Sicherheit der Wandernden gewährleisten können“, erklärt Berk.
