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Das Foto zeigt den Brunnen auf dem Konrad-Adenauer-Platz

Der Brunnen auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Bergisch Gladbach

Der Brunnen auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Bergisch Gladbach ist seit mehreren Monaten defekt. 

„Jetzt müsste der Brunnen auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Bergisch Gladbach doch mal wieder sprudeln“, fragen sich Passanten. Das tut er aber nicht. Der Brunnen, der im Volksmund auch liebevoll Waffeleisen genannt wird, wird auch in nächster Zeit nicht in Betrieb gehen. Die komplexe Technik muss repariert werden, die Stadt ist in Gesprächen mit einem Handwerksunternehmen. Sollte von dort eine Zusage kommen, könnte die Reparatur unmittelbar beginnen, berichtet Sprecher Patrick Ortmanns. Einen Termin benennt er nicht.

Der Brunnen stehe ja schon seit letztem Jahr komplett still, heißt es auf Nachfrage. Sollte die Firma nun zusagen, könnte das Waffeleisen aber recht kurzfristig wieder laufen. Zur nötigen Reparatur führt die Stadt folgendes aus: Die Welle für die Schwenkmechanik weise einen hohen Abnutzungsgrad auf, so dass sie zu schlagen anfange. Auch seien mehrere Wasserdüsen durch Vandalismus verstopft, wodurch die Pumpe immer wieder festsitze.

Kein Sprudeln in Sicht

Diese beiden Sachen müssten instandgesetzt werden. Zunächst war den Gladbachern der Stillstand des Brunnen kaum aufgefallen. Aufgrund der Wettersituation steht die Anlage in den Wintermonaten immer still. Danach kamen die Karnevalisten: Zum Schutz vor den Kamelle beim Karnevalszug wird der Brunnen stets eingehaust. Und zur Pfingstkirmes im Mai wird der Betrieb auch stillgelegt.

Jetzt aber hätte das Wahrzeichen der Stadt wieder zu sprudeln beginnen sollen. Aber es passiert nichts auf dem Konrad-Adenauer-Platz, die Düsen schießen keine Wasserfontänen in die Luft. Der Brunnen auf dem Konrad-Adenauer-Platz ist ein Geschenk, welches die damalige Paffrather Raiffeisenbank, Vorläufer der VR-Bank Bergisch Gladbach/Leverkusen, zu ihrem 100. Geburtstag im Jahr 1979 der Stadt gemacht hat.

Eingeweiht im Jahr 1982

Der Brunnen zeigt ein vergrößertes Schöpfsieb, wie es die Arbeiter in der früheren Papiermacherstadt Bergisch Gladbach in der Vergangenheit oft benutzt haben. Im Oktober 1982 weihte die Stadt den Brunnen ein, der mit seinen 24 Wasserdüsen und der zweieinhalb Tonnen schweren Bronzeplatte Übergröße hat. Die Bank stiftete dafür ein Honorar von 100.000 D-Mark. Dass die Wasserdüsen störanfällig sind, hatte sich in der Vergangenheit öfters gezeigt.

Ein zeitweiliger Stillstand ist im Grunde nichts Neues; nur ist die Länge diesmal rekordverdächtig. An heißen Tagen nutzen den Brunnen gerne Kinder, um sich vom Wasser abkühlen zu lassen. Manchmal werden auch Turnübungen am Schöpfsieb vorgenommen, was der Technik nicht gut tut. Auch als Schaumbad hat das Kunstwerk schon Schlagzeilen gemacht, einmal fuhr auch ein Autofahrer mit seinem Pkw versehentlich in die Brunnenrampe.

Künstler aus Aachen

Bildhauer Albert Sous aus Aachen schuf den Brunnen, der mit seiner zulaufenden Pflasterung in rötlichen Farbtönen ein Gesamtkunstwerk für den Konrad-Adenauer-Platz darstellt. Üblicherweise lässt die Stadt den Brunnen von Ostern bis zu Sankt Martin, Anfang November, sprudeln. Aufregung gab es zuletzt im Sommer 2006, als die Stadt den Brunnen für ein Public Viewing zur Fußball-WM auf dem Konrad-Adenauer-Platz demontierte und vorübergehend einlagerte. Das Waffeleisen störte beim Tribünenbau.

Der damalige Bürgermeister Klaus Orth von der SPD wollte den Brunnen danach an anderer Stelle wieder aufbauen, ohne den Wasserantrieb, hatte aber den Protest der Bergisch Gladbacher nicht bedacht. Auch Albert Sous ging damals auf die Barrikaden und kritisierte die Stadt heftig, sein Kunstwerk werde zerstört. Schließlich kam der Brunnen an seinen angestammten Platz zurück. Im Jahr darauf sorgte der Verschönerungsverein für das Erklärtäfelchen, eingelassen am Brunnenrand. In der Vergangenheit sponserten auch schon mal VR-Bank oder die Zitronenteedynastie Krüger den Betrieb des Wahrzeichens.

Bodenbild zeigt Bögen und Strahlen

2018 machte das zum Brunnen gehörende Bodenbild mit Kreisbögen und speicherartigen Strahlen aus roten Ziegeln wiederum Schlagzeilen. Für den Umbau der Fußgängerzone im grauen Einheitslook sollte das Relikt weichen, doch der Stadt ging für die Regionale 2010 das Geld aus.

Ob damit eine optische Verbesserung gelungen wäre, bezweifeln noch heute manche Zeitzeugen. Kreisbögen und Strahlen erinnern an ein großes Mühlrad, mit dem Schöpfsieb als Nabe und dem dunkelgrauen, wellenförmigen Pflasterrand als Strundebach. 2018 wurden die Pflastersteine im originalen Rotton ausgebessert, im Sinne des Künstlers. Das eingelassene Bodenbild, sagen Gladbacher hämisch, könne aber nur von Tauben und Ballonfahrern erkannt werden.

Wann das Kunstwerk im vergangenen Jahr das Sprudeln einstellte, ist schwierig festzustellen. Flaneure auf dem Konrad-Adenauer-Platz sind der Überzeugung, dass der Brunnen schon zum Stadtfest Anfang September stillgestanden haben könnte. Das wären mittlerweile rund neun Monate. Die Reparatur sei jetzt aber in Sicht, betont die Verwaltung zuversichtlich.