Am Gladbacher Bahnhof sind große Flächen planiert worden
InfrastrukturBahn bereitet Flächen für Bauarbeiten vor

Die gerodete Fläche am Bahnhof in Bergisch Gladbach
Copyright: Christopher Arlinghaus
Es tut sich was am Bahnhofsgelände in der Stadtmitte von Bergisch Gladbach. Die Brachflächen hinter den stillgelegten Industriegleisen sind binnen kürzester Zeit geschottert worden, Planierwalzen dröhnten in den vergangenen Tagen lautstark in die Stadtmitte. Auch der grüne Wildwuchs ist verschwunden, die recht große Fläche wird mittlerweile planiert und befestigt.
Diverse Baucontainer sind aufgestellt, Rohre und anderes Material abgeladen worden. Die Fläche erstreckt sich von der Kopfseite des Bahnhofs bis in den Bereich des Stellwerks an der Tannenbergstraße. Einige Tausend Quadratmeter sind es sicher, die befestigt worden sind. Was auf dem Bahnhofsgelände passiert, hat aber noch nichts mit dem Bau des zweiten S-Bahngleises nach Dellbrück zu tun.
Neues Stellwerk
Es geht bei der Baumaßnahme um das neue Stellwerk, das in Köln-Mülheim eingerichtet wird. Mit den Vorarbeiten dazu hat die zuständige Bahntochter DB InfraGO begonnen. Ein Bahnsprecher berichtet: „Das Stellwerk wird künftig auch die Strecke zwischen Köln-Mülheim und Bergisch Gladbach bedienen.“
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Während der nächsten Sperrzeit für die S-Bahn-Linie S11im Zeitraum vom 10. April bis 3. Juli würden Bauteams mit der Umsetzung von ersten Maßnahmen beginnen. Hierzu gehöre auch der neue Schotterplatz an den Gleisen: „Derzeit werden Baueinrichtungsflächen entlang der Strecke für die anstehenden Arbeiten vorbereitet.“
Planfeststellung läuft
Mit dem Umbau der Technik läuft auch die Zeit für das historische Stellwerk ab, bald wird die gesamte Technik vom Bahnhof Köln-Mülheim aus gesteuert werden. Zwischen April und Juli werden keine S-Bahnen zwischen Bergisch Gladbach und Köln-Mülheim fahren. Das Thema Zweites Gleis befindet sich aktuell in der Warteschleife. Derzeit laufen vier Planfeststellungsverfahren parallel, zwei davon betreffen den Bereich zwischen den Bahnhöfen Köln-Dellbrück, Duckterath und Bergisch Gladbach.
Erst nach Abschluss der Planungsverfahren kann mit dem Gleisbau begonnen werden. Wann das sein wird, vermeiden die Entscheidungsträger zu sagen. Die planierten Flächen im Bahnhofsbereich von Bergisch Gladbach wird die Bahn auch für den Bau des zweiten Gleises nutzen.
Eingereichte Unterlagen
So steht es in den Antragsunterlagen, die die Bahn beim Eisenbahnbundesamt eingereicht hat. Nördlich der Gleisanlagen wird dann eine Fläche für die Baustelleneinrichtung kommen (1600 Quadratmeter) sowie weitere 10.000 Quadratmeter für Lagerflächen. Auch am Modulgebäude, unmittelbar hinter dem Bahnübergang, und im Bereich der Kalkstraße sind weitere Lagerflächen vorgesehen, etwa 1500 Quadratmeter. Die sechs Industriegleise und ein Ausziehgleis werden abgebaut.
Nach Abschluss der Baumaßnahme strebt die Stadt eine attraktive Vermarktung dieser Parzellen an. Sorge bereitet der Stadt das Gelände am Park-and-Ride-Platz in Duckterath, das während der gesamten Bauzeit vollständig gesperrt werden wird. Die Bahn benötigt dieses Gelände ebenfalls als Lagerfläche. Hier hat die Stadt der Bahn mitgeteilt, dass sie zwingend einen Ersatzparkplatz für die Pendler anbieten muss. Ansonsten drohe auf den städtischen Straßen ein Verkehrskollaps.
Aktuell kalkuliert die Deutsche Bahn mit einer Bauzeit von 26 Monaten für das zweite Gleis. Diese Ausbau-Planungen sind momentan noch Zukunftsmusik. Zunächst wird die Lagerfläche im Gladbacher Bahnhofsbereich für die ab April anstehenden Bauarbeiten genutzt.


