Widererwartend sachlich diskutierten Verwaltung und Politik über die Fahrradstraßen. Für alle Seiten tragbar sollte eine Lösung sein.
Gute politische KulturEs braucht Konsens in der Debatte über Fahrradstraßen in Gladbach

Seit der 2020er-Kommunalwahl läuft das Thema Fahrradstraße durch die Politik.
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Überraschend sachlich lief diese Debatte im Mobilitätsausschuss. Wo oft schwere Geschütze aufgefahren werden für und wider die Fahrradstraßen, zeigten sich einige der politischen Heißsporne erstaunlich geläutert und aufnahmebereit für die Argumente der Gegenseite.
Fast schien der Erste Beigeordnete Ragnar Migenda überrascht, dass er nicht vom politischen Gegner geteert und gefedert wurde. Zum Glück sind diese Dinge aus dem Mittelalter vorbei. Sachliche Debatten tun bei jedem heiklen Thema gut, Pulverdampf hingegen erschwert Entscheidungen. Es bleibt zu hoffen, dass die Politiker bei dieser Linie bleiben: Argumente austauschen, der Gegenseite zuhören, dann gemeinsam diskutieren und vor einer Entscheidung abwägen. Das ist gute politische Kultur, die im Idealfall in Ausschüssen und Räten gepflegt werden sollte.
Weder Anwohner noch Radfahrer sollten sich als Verlierer fühlen
Dass dies gerade bei den Fahrradstraßen gelang, war nicht unbedingt zu erwarten. Seit der 2020er-Kommunalwahl läuft dieses Thema durch die Politik, stundenlange Debatten liegen hinter den Akteuren. Wenn jetzt im Miteinander tiefe Gräben überwunden werden könnten, nützt dies auch den Anwohnenden. Eine für alle Seiten tragbare Lösung zu finden: Das wäre der Idealfall.
Nicht die Anwohnerschaft und auch nicht die Radfahrenden sollten sich nach einer Entscheidung als Verlierer fühlen dürfen. Dieses Bild passt eher zur gerade laufenden WM. Stattdessen muss ein Konsens gefunden werden.
