Größter P&R-Platz Bergisch Gladbachs100 weitere Stellplätze in Duckterath geplant

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P&R Parkplatz Duckterath

Viele Pendler nutzen den Park-and-ride-Platz am Haltepunkt Duckterath.

Bergisch Gladbach – Der Parkdruck ist an jedem Tag enorm. Trotz mehrerer Erweiterungen in den vergangenen Jahren kann der Park-and-ride-Platz in Duckterath den Ansturm der Pendler nicht bewältigen. Der Parkplatz in Gronau ist der einzige im Stadtgebiet, mit dem Pkw-Bahnpendler ohne Umstieg zum Zug kommen. Die Planung für die Zukunft: 2019 oder 2020 sollen zu den vorhandenen 270 Stellplätzen 100 weitere hinzukommen (ein Beschluss der Politik steht noch aus). Perspektivisch könnte sogar ein Parkdeck entstehen.

„Irgendwann können wir in Duckterath nicht mehr erweitern“, sagt Willi Schmitz, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft. Die Flächen kämen absehbar an ihre Grenze. Ein Parkdeck könnte ein Ansatz sein, um die Parknot zu lindern, sagt Schmitz. Aber noch gebe es dafür keine Zeichnung, keine Planung, keine Finanzierung. Auch ein Zeitplan existiert bislang nicht. Es sind allererste Überlegungen. Der Duckterather P-&-R-Platz ist bereits der größte seiner Art in Gladbach.

Das zweite Gleis, das vom Halt Dellbrück über Duckterath nach Bergisch Gladbach kommen soll, werde die Zahl der Bahnreisenden weiter steigen lassen, prophezeit Schmitz. Ein Parkhaus könnte an der Nordseite des neuen, zweiten Bahnsteigs entstehen. Schmitz hat die Vision, dass Autofahrer im Obergeschoss des Parkdecks bis fast ans Gleis fahren und umgehend „in den Zug fallen“. Bei der Rückfahrt aus Köln müsste dann allerdings ein kleiner Gang vom Gleis herunter und um den Bahnhof herum absolviert werden.

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Für die Parkdeck-Idee ist das zweite Gleis die größte Hürde. Schmitz hat drei Optionen: Kommt es durchgängig nach Gladbach, könnte an der Nordseite das Parkdeck entstehen. Wird die Trasse im Bereich Naturschutzgebiet Thielenbrucher Moor eingleisig bleiben, muss der Bahnhof neu geplant werden. „Mit einem Mittelbahnsteig“, sagt Schmitz. Ob ein Parkdeck dann möglich sei, müsse bei dieser Variante geprüft werden. Bleibt die Strecke unverändert eingleisig, habe sich das Parkdeck erledigt.

1994 hatte die Stadt 40 Plätze am Bahndamm plus 60 Plätze in sechs Fahrgassen angelegt (100 Plätze gesamt). 2010 kamen 70 hinzu, provisorisch angelegt. 2014 erweiterte die Stadt um weitere 100 Plätze, die 70 provisorischen blieben. „Der Parkdruck war zu stark“, erklärt Martin Hardt, Leiter Verkehrsflächen bei der Stadt. Vom Nahverkehr Rheinland liege eine Bewilligung für weitere 100 Plätze vor. Für den städtischen Anteil (weniger als 50.000 Euro), fehle noch ein politischer Beschluss. Der Planer hofft, dass die Politik den Erweiterungsplan mitträgt.

Barrierefreier Ausbau aller Haltepunke

Hocherfreut zeigt sich Friedhelm Bihn, Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) für Rhein-Berg, Vorsitzender des Inklusionsbeirats Bergisch Gladbach und des Behinderten-Beirates im Kreis, über den barrierefreien Ausbau aller Haltepunkte der S-Bahn-Linie 11 zwischen Köln Hauptbahnhof und Bergisch Gladbach. Auf den beiden Infomessen zum S-Bahn-Ausbau in Bergisch Gladbach und Köln habe er sich intensiv für die Barrierefreiheit eingesetzt.

Elf Millionen Euro wollten Ministerium, Nahverkehr Rheinland und Deutsche Bahn in den barrierefreien Ausbau investieren: „Ich begrüße es sehr, dass damit ein großer Schritt in Richtung bequemer Zugang zur S-Bahn für alle Fahrgäste gemacht wird.“ Auch Dellbrück, Holweide und Duckterath seien jetzt ins Bauprogramm aufgenommen worden. In Duckterath soll es laut Bihn eine etwa 150 Meter lange Fußgängerrampe zum neuen Bahnsteig auf dem etwa sechs Meter hohen Bahndamm geben. Aufzug und Brücke seien nur beim Bau eines neuen Parkdecks möglich.

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