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Neues LeitbildWie der Wald in Bergisch Gladbach überleben soll

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Schilder weisen Wanderern den Weg.

Viele Waldflächen, die die Stadt Bergisch Gladbach 2023 von der Familie Siemens kaufte, liegen im Lerbacher Wald und in der Hardt in Bensberg.

Aus Sicht der Klimafreunde Rhein Berg greift das neue Leitbild der Stadt zur Bewirtschaftung des Waldes zu kurz. „Das geht besser“, heißt es in einer Mitteilung. 

Die Stadt Bergisch Gladbach hat in der Dezember-Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Umwelt einstimmig ein Leitbild zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Stadtwaldes beschlossen. Den Kauf von rund 240 Hektar Grundbesitz von der Familie von Siemens im Dezember 2023 hat die Stadt zum Anlass genommen, sich beim Naturschutz neu aufstellen.

Ziel ist es, „die langfristige nachhaltige, und klimaangepasste Bewirtschaftung der städtischen Wälder sicherzustellen“. In einem zweiten Schritt soll nun mithilfe eines Förderprogramms ein Bewirtschaftungskonzept ausgearbeitet werden sowie zentrale Akteure wie etwa der Rheinisch-Bergische Naturschutzverein, der BUND oder die Klimafreunde Rhein-Berg eingebunden werden.

Klimafreunde fordern, neuere Erkenntnisse einzubeziehen

Die Klimafreunde Rhein-Berg begrüßen in einer Mitteilung zwar ausdrücklich diesen Vorstoß. Aber aus Sicht des Vereins sei das Leitbild immer noch zu sehr von der „eingriffsintensiven Holzwirtschaft“ geprägt. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse müssten einbezogen werden, die belegten, dass eine kostengünstigere, weniger eingriffsintensive Bewirtschaftung des Waldes nicht nur naturnaher belasse, sondern er langfristig auch ökonomisch besser aufgestellt sei, heißt es in einer Mitteilung.

Die Klimafreunde schlagen vor, dass sich das neue Leitbild am „Lübecker  Modell“ orientieren soll, das sich seit den 1990er Jahren in vielen Landeshauptstädten durchgesetzt habe. Die Klimafreunde bieten an, den Initiator des Lübecker Modells, den Forstdirektor im Ruhestand, Lutz Fähser, einzuladen, um über die naturnahen Perspektiven einer Waldbewirtschaftung zu berichten.