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Für Erinnerung und FriedenVolksbund in Bergisch Gladbach: Erinnerung soll jungen Menschen Geschichte vermitteln

Mit einer Auftaktaktion auf dem Konrad-Adenauer-Platz hat die Spendensammlung des Volksbundes begonnen; Ehrenamtliche sammeln noch bis Dezember.

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Auftakt zur Sammelaktion des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Bergisch Gladbach.

Saxofone, blaue Sammelbüchsen und dazwischen Uniformen, Hüte und das große Banner mit der Aufschrift „Gemeinsam für den Frieden“: Mit einer durchaus auffälligen Runde ist am Mittwoch auf dem Konrad-Adenauer-Platz die diesjährige Spendensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) in Bergisch Gladbach gestartet. Am Informationsstand neben dem Wochenmarkt warben Ehrenamtliche um Unterstützung für eine Organisation, deren Aufgabe längst weit über die Pflege von Soldatengräbern hinausgeht.

Den offiziellen Auftakt übernahm die Erste Stellvertretende Bürgermeisterin Brigitta Opiela. Sie vertrat Bürgermeister Marcel Kreutz, der zugleich Vorsitzender des Bergisch Gladbacher Ortsverbandes des Volksbundes ist. Mit dabei waren auch die stellvertretende Bürgermeisterin Anna Maria Scheerer und Dezernent Thore Eggert. Für den Volksbund kamen unter anderem Regionalgeschäftsführer Rheinland Jasper Stephan-Beneker, Ortsverbandsgeschäftsführerin Anne Linden und Kassenwartin Jana Lülf. Zahlreiche ehrenamtliche Sammler unterstützten den Auftakt.

Erinnerung als Auftrag für die Gegenwart

Opiela rückte in ihrer Ansprache vor allem die Verbindung von Erinnerung und Friedensarbeit in den Mittelpunkt. Unter Bezug auf den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen sprach sie über die Liebe zum Frieden und die Bereitschaft, aus der Geschichte zu lernen. Denn Erinnerung, so die Botschaft des Auftakts, soll nicht beim Blick zurück stehenbleiben. Aus der Auseinandersetzung mit Krieg und Gewaltherrschaft erwachse auch Verantwortung für die Gegenwart.

Das bekommt angesichts der heutigen Weltlage zusätzliche Aktualität. Der Krieg in der Ukraine und weitere internationale Konflikte führen vor Augen, dass Frieden auch in Europa keine Selbstverständlichkeit ist. Die Arbeit des Volksbundes soll deshalb nicht nur die Erinnerung an die Toten vergangener Kriege wachhalten, sondern gerade jüngeren Menschen vermitteln, welche Folgen Krieg, Diktatur und Gewalt haben.

Vom Gräberdienst zur Bildungsarbeit

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde 1919 unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs gegründet. Bis heute sucht die gemeinnützige Organisation nach Kriegstoten, pflegt deutsche Kriegsgräberstätten im Ausland und unterstützt Angehörige bei der Suche nach Gräbern und Informationen über das Schicksal von Familienmitgliedern.

Doch aus Friedhöfen sind zugleich Lernorte geworden. Unter dem Leitgedanken „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ verbindet der Volksbund das Gedenken mit historisch-politischer Bildungsarbeit und internationaler Verständigung. Besonders bei Jugendbegegnungen, Workcamps und Bildungsprojekten setzen sich junge Menschen aus verschiedenen Ländern gemeinsam mit der Vergangenheit auseinander.

Dabei geht es nicht nur um historische Daten und große politische Zusammenhänge. Hinter den Namen auf Grabsteinen stehen einzelne Menschen, Familien und Lebensgeschichten. Diese persönlichen Schicksale sollen Geschichte greifbar machen und zugleich die Frage aufwerfen, welche Konsequenzen aus ihr für das Zusammenleben heute gezogen werden können. Begegnungen über Ländergrenzen hinweg sollen Vorurteile abbauen und Verständigung fördern.

Dank an die Ehrenamtlichen

Opiela dankte deshalb insbesondere den Ehrenamtlichen, die in den kommenden Wochen mit ihren Sammelbüchsen unterwegs sein werden. Ohne dieses Engagement sei die Arbeit des Volksbundes nicht denkbar.

Gesammelt wird noch bis Dezember. Dabei können Bürger nicht nur Geld geben, sondern sich auch selbst an der Aktion beteiligen. Wer als ehrenamtlicher Sammler mitmachen möchte, kann sich an die örtliche Organisatorin Anne Linden wenden. Sie ist bei der Stadt unter Telefon (02202) 142497 sowie per E-Mail an a.linden@stadt-gl.de erreichbar.

Der Auftakt auf dem Konrad-Adenauer-Platz machte dabei sichtbar, was hinter dem etwas sperrigen Namen Kriegsgräberfürsorge heute ebenfalls steht. Zwischen Wochenmarkt und Fußgängerzone ging es nicht nur um Gräber und Vergangenheit, sondern um eine Botschaft für die Gegenwart. Das Banner hinter den Sammlern brachte sie auf vier Worte: „Gemeinsam für den Frieden.“ (wg)