Der Hegering Overath gibt Tipps für die richtige Winterfütterung.
KältetodDer Frost in Rhein-Berg kann für viele Wildtiere lebensgefährlich sein

Wie füttert man Vögel im Winter richtig? Der Hegering Overath gibt Tipps.
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Das verschneite Wetter hatte in den vergangenen Tagen die Menschen im Bergischen fest im Griff. Die Straßen waren rutschig, der öffentliche Nahverkehr konnte seine Haltestellen nicht zuverlässig ansteuern. Doch nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere trifft der starke Schneefall.
Besonders in den Tagen nach einer Nacht wie Silvester, erklärt Ralf Huckriede vom Hegering Overath. „Die Panikfluchten durch Knaller und Raketen rund um Silvester haben Tieren, die im Winter auf Energiesparmodus gepolt sind, extrem viel Energie“ gekostet, sagt er. Trotz der Überlebensstrategien, die die Natur den Wildtieren „intuitiv in den Schoß gelegt“ habe, stellten die Frosttage nach Neujahr „für viele Wildtiere eine existenzielle Bedrohung“ dar.
Vögel können in kalter Nacht mehr als zehn Prozent Körpergewicht verlieren
„So können Singvögel in einer einzigen kalten Nacht mehr als zehn Prozent ihres Körpergewichtes verlieren – trotz gut isolierendem Federkleid.“ „Wenn dann nicht sofort ausreichend neue Energie zugeführt wird, leiden die Tiere bittere Not – was nicht selten sogar zum Tode führen kann“, erklärt auch Jägerin Gabriele Pollerhoff von der Rollenden Waldschule des Hegerings Overath.
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Aber es müsse auch das richtige Futter ausgelegt werden. „Wer Küchenreste, gesalztes Futter anbietet, macht die Vögel krank“, warnt sie. So sei zum Beispiel Speck gefährlich. „Gut gedacht ist halt oft das Gegenteil von gut gemacht.“ Zudem sollte die Futterstelle täglich gesäubert werden. Der Hegering Overath empfiehlt Meisenknödel und Mischungen aus verschiedenen Körner- und Getreideflockensorten. Diese sollten in kleinen Futtersilos platziert werden. Dort würden sie sauber und trocken bleiben, außerdem kämen Katzen und Waschbären nicht so gut an die Nahrung heran.
Beobachtungen am Futterhäuschen sind ein Naturerlebnis
„Beobachtungen am Futterhäuschen sind ein echtes Naturerlebnis“, sagt Pollerhoff, „denn zu keiner Jahreszeit kann man unsere heimischen Vögel zahlreicher und vertrauter erleben als jetzt im Winter“. Auch ein angefaulter Apfel ist nach Angaben des Hegerings für manches Tier eine Delikatesse, etwa für viele Weichfutterfresser. Dazu zählen etwa Amseln oder Rotkehlchen. Über ähnliches Futter wie viele Vögel freuen sich auch Eichhörnchen.
Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) empfiehlt zudem Nüsse, die aber weder geröstet noch gesalzen sein sollten. Große Wildtiere wie etwa der Fuchs, das Wildschwein und das Reh sollten laut NABU gar nicht gefüttert werden. Füchse und Wildschweine würden auch so genug Nahrung finden, das Füttern nähme ihnen die Scheu, was zu Unfällen führen könne. Rehe würden im Winter in eine Art „Ruhemodus“ verfallen und sich weniger bewegen. Ihre Verdauung fahre herunter. Wenn Menschen sich ihnen näherten, müssten sie Energie für die Flucht verschwenden. Und auch Igel sollten im Winter nicht gefüttert werden, da sie Winterschlaf halten.
Futtergaben im Rheinisch-Bergischen Kreis, insbesondere an Vögel, seien allerdings nur in wirklichen Notzeiten erforderlich, erklärt Pollerhoff. „Wir sorgen in Feld und Flur durch Hecken, Feldgehölz und Wildäcker für das notwendige Futter unserer Wildtiere.“ Wer das mit dem heimischen Garten ebenso halte und heimische Beeren tragende Büsche und Bäume pflanze, der „sorgt auf ganz natürliche Weise für ausreichend Nahrung der Vögel.“

