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Hilfe für ButschaBergische Hilfsorganisationen bringen 14 Fahrzeuge in die Ukraine

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Hilfskonvoi Rumänien Ukraine Juni 2023: Mehrere Männer laden Güter in einen Rettungswagen.

Ein Kreuz fürs Traumazentrum in der Südukraine brachten die bergischen Helfer mit.Hilfskonvoi Rumänien Ukraine Juni 2023

Der Konvoi der Hilfsorganisation aus dem Bergischen hat neben der Südukraine auch Rumänien als Ziel.

Verbandsmaterial und medizinische Geräte laden die Helfer aus dem bis unters Dach mit Hilfsgütern beladenen Krankenwagen. Dann kommt eine Hand zum Vorschein. Dann ein Arm. Noch ein paar Kartons und der lebensgroße Gekreuzigte ist zu sehen, angeschnallt auf der Trage des Rettungsfahrzeugs. Beides haben Helfer der Humanitären Hilfe Overath und des Bergisch Gladbacher Vereins Hilfe Litauen Belarus mehr als 2200 Kilometer aus dem Bergischen hierher auf die Baustelle im südukrainischen Scharowetschka gebracht.

Der Krankenwagen soll bereits wenige Tage später verwundete Soldaten von der Front im Osten der Ukraine in Lazarette und Krankenhäuser bringen, das große Kreuz, das aus dem Bistum Paderborn gestiftet wurde, soll einen neue Heimat in der Kapelle des Neubaus finden, in dem das südukrainische Bistum ein Zentrum für vom Krieg traumatisierte Menschen einrichten will. „Mit den Folgen des Kriegs werden wir – auch wenn er hoffentlich endlich vorbei sein wird – noch Jahrzehnte zu tun haben“, sagt Weihbischof Radoslaw Zmitrowicz, der die Hilfstransporteure der beiden bergischen Vereine nach herzlicher Begrüßung begeistert durch den Rohbau des neuen Zentrums führt.

Mit den Folgen des Kriegs werden wir – auch wenn er hoffentlich endlich vorbei sein wird – noch Jahrzehnte zu tun haben“
Radoslaw Zmitrowicz Weibischof im südukrainischen Kamjanez-Podilskyj

Neben traumatisierten Soldaten sollen hier in Zukunft auch andere vom Krieg traumatisierte Kinder und Erwachsene behandelt werden. Zudem soll unter demselben Dach das Priesterseminar des südukrainischen Bistums Kamjanez-Podilskyj Platz finden. „Es ist wichtig, dass auch unsere künftigen Seelsorger mit Menschen sprechen lernen, die traumatisiert sind.“ Weihbischof Zmitrowicz ist froh, dass die bergischen Helfer da sind, die neben dem Krankenwagen und Hilfsgütern noch zwei weitere Fahrzeuge bringen.

Gemeinsam mit dem 72. Hilfskonvoi der Humanitären Hilfe Overath, der das rumänische Sebes zum Ziel hatte, haben sie sich auf den Weg in den Süden der Ukraine gemacht. Bisher haben sie Lebensmittel und andere Hilfsgüter über Polen mit Hilfe der dortigen Caritas hierhergebracht. Nun sind sie selbst gekommen – auch um zu sehen, wie die Spenden eingesetzt werden.


Wie der Krankenwagen auch den Hilfstransporteuren hilft

Wie nützlich es sein kann, einen Krankenwagen für die Ukraine im Hilfskonvoi dabei zu haben, stellen die Helfer von Humanitärer Hilfe Overath und des Gladbacher Vereins Hilfe Litauen auf dem Weg nach Rumänien bereits in Österreich fest. Kurz vor Loosdorf platzt ein Reifen an einem Sattelzug-Auflieger. Ausgerechnet auf der linken Seite und ausgerechnet in einer unübersichtlichen Autobahnkurve. Mit dem Blaulicht des vom Kreis zur Verfügung gestellten Krankenwagen lässt sich die Unglücksstelle absichern und der Havarist in eine Pannenbucht bugsieren. „Passt scho“, findet selbst der Beamte der österreichischen Autobahnpolizei, die erst einige Zeit später vor Ort eintrifft. Die erfahrenen Lkw-Fahrer des Hilfskonvois haben den zerfetzten Reifen samt Felge schnell gewechselt, so dass es mit den übrigen 13 Fahrzeugen weiter in Richtung Südosteuropa gehen kann.


„Ihr helft nicht nur materiell, ihr öffnet auch eure Herzen für uns und vergesst uns nicht“, sagt Bischof Leon Dubraskyi, zeigt den Hilfstransporteuren aus Deutschland die frisch gepackten Hilfsrationen, die am nächsten Morgen an die mehreren hundert geflüchteten Familien in der Stadt verteilt werden sollen, und lädt die Deutschen zum Abendessen ein. Mit dabei ist auch Pawel Tarnowo, der bereits frühere Hilfskonvois der bergischen Hilfsorganisationen in die Ukraine begleitete und Igor Lubiniecki, der Hilfe weiter in den umkämpften Osten brachte.

Tarnowo zeigt auf seinem Handy Bilder von Soldaten in Schützenpanzern, die die in Bananenkartons verpackten Spenden früherer bergischer Hilfskonvois in Empfang nehmen und die Daumen nach oben recken. Norbert Kuhl, Karin Fischer und Fabio Kuhl von der Humanitären Hilfe Overath sind ebenso berührt wie Ulrich Gürster, Dietmar Schur, Heinz Bernd Padberg und Friedrich Heider von der Hilfe Litauen Belarus. „Ihr bringt Hoffnung“, sagt Pawel Tarnowo.

Dass ausgerechnet in dieser Nacht, da die Hilfstransporteure in einem Kloster in Kamjanez-Podilskyj übernachten, einige hundert Kilometer weiter östlich der Kachowka-Staudamm zerstört wird und Tausende Menschen ihre Häuser und Lebensgrundlagen verlieren, weiß zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Doch auch als sich die Nachricht am Morgen verbreitet, bestärkt das die Crew von Norbert Kuhl und Ulrich Gürster nur in ihrem Vorhaben, daheim noch mehr Hilfsgüter und weitere Krankenwagen zu organisieren zu versuchen – um in der Ukraine weiter helfen zu können. Auch wenn darüber das Engagement in anderen hilfsbedürftigen Regionen wie in Rumänien nicht vergessen werden soll. Zweiter Teil: Razzia an allen Hilfsgüterabladestellen – was die Ukraine-Fahrer nach der Rückkehr in Rumänien erwartete.