Viele Lager mussten bereits wieder aufgefüllt werden, weil die Streudienste permanent im Einsatz sind. Der Nachschub klappt bisher.
Glatte StraßenIn Rhein-Berg helfen sich die Kommunen gegenseitig mit Streusalz aus

Streusalz ist momentan überall gefragt. Die Lager leeren sich, einen Salznotstand in Rhein-Berg gibt es aber nicht.
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Der Winter hat Rhein-Berg weiter im Griff. Was bei Wintersportlern erwünscht ist, sorgt bei Autofahrern und Fußgängern für Probleme: Glätte. Seit Tagen legen daher die Mitarbeiter der Bauhöfe Sonderschichten ein, um das Straßen- und Wegenetz sicher zu machen. Schon früh in der vierten Jahreszeit schwinden damit auch die Salzvorräte und müssen aufgefüllt werden.
In Odenthal hat man erst gestern eine neue Lieferung von 100 Tonnen Salz erhalten, denn die Vorräte im Bauhof waren zur Neige gegangen. Dies auch, weil man zwischenzeitlich dem Rheinisch-Bergischen Kreis ausgeholfen habe, berichtet André Schade, Fachbereichsleiter Bauen und Technische Dienste. „Als dann unsere Bestände geringer wurden, hat uns wiederum die Stadt Wermelskirchen mit Salz ausgeholfen“, sagt er. Die kommunale Nachbarschaftshilfe klappe.
Salz ist so aggressiv, dass es selbst Lagerstätten aus Beton zerfrisst
Mit der neuen Lieferung Salz, das die fünf Bauhoffahrzeuge im Gemeindegebiet verstreuen, werde man vermutlich nicht durch den ganzen Winter kommen, erwartet Schade, aber dann werde nachgeordert. Lieferengpässe gebe es für Odenthal bisher nicht. Die Bevorratung mit größeren Salzmengen sei nicht sinnvoll.
Nicht nur wegen der geringen Lagerkapazitäten des Bauhofes, sondern vor allem wegen der problematischen Beschaffenheit von Salz. „Salz ist so aggressiv, das zerfrisst selbst Lagerstätten aus Beton“, so Schade. Auch Silos hätten ihre Probleme. Daher versuche man, mit Augenmaß und Erfahrung immer die passende Menge im Bauhof vorrätig zu haben und bei Mehrbedarf rechtzeitig nachzubestellen.
Kreisstraßenmeisterei meldet halb gefüllte Salzspeicher
Der Rheinisch-Bergische Kreis meldet aktuell zu 50 Prozent gefüllte Salzspeicher an seiner Kreisstraßenmeisterei in Kürten-Neuensaal. Die Odenthaler Unterstützung sei allerdings nötig gewesen, weil eine Nachlieferung nicht erfolgt sei, da an der Kreisstraßenmeisterei das Salz in ein Silo eingeblasen werden müsse und dafür ein Spezialfahrzeug nötig sei, erläutert Kreissprecher Dudley.
Die Gemeinde Odenthal habe unterdessen eine Halle, in der das Salz einfach abgekippt werden könne. Deshalb seien Winterdienstfahrzeuge des Kreises zwischenzeitlich in Odenthal am Bauhof in Oberodenthal befüllt worden, so der Sprecher des Kreises. Nun aber erwarte auch der Kreis eine weitere Nachlieferung.
Bergisch Gladbach hatte die Lager vor der Saison gut befüllt
Insgesamt ist die Kreisstraßenmeisterei für den Winterdienst auf 140 Kilometern Kreisstraßen zuständig und hat dazu abends und in der Nacht drei Lastwagen mit großen Streuern im Einsatz. Tagsüber seien zudem zwei kleinere Fahrzeuge auf Rad- und Gehwegen unterwegs, sagt Kreissprecher Frank Dudley auf Anfrage. Außerdem stehe ein Unimog mit Streuer und Schneeschiebeschild für Sondereinsätze bereit.
Viele Straßenkilometer müssen auch die Räumfahrzeuge der Stadt Bergisch Gladbach freiräumen. Das Stadtgebiet ist groß, und es gibt auch zahlreiche abgelegene Weiler jenseits der Hauptachsen. „Unsere Salzvorräte waren vor der Saison gut gefüllt“, berichtet auf Nachfrage Patrick Ortmanns aus dem Pressebüro der Stadt. Nach den letzten Einsätzen seien die Lager allmählich leerer geworden.
Die Lieferzeiten für den Salznachschub sind kurz
Eine Salzkrise droht der Stadt aber offenkundig nicht: Kurzfristig seien noch mal 250 Tonnen Salz nachbestellt worden. Etwa die Hälfte davon ist bereits angekommen, wie der Sprecher versichert. „Zum Glück ist die Nachbestellung recht simpel und die Lieferzeit verhältnismäßig kurz, weshalb wir keine Sorge haben, dass die Vorräte leer gehen.“ Die nächsten Schneetage können also gerne kommen: In Bergisch Gladbach zeigt man sich gewappnet.
Auch keinen Salznotstand sieht man beim Bauhof der Gemeinde Kürten. Auf Nachfrage heißt es dort, dass noch ausreichend Mengen an Streugut im Bauhof an der Neuensaaler Straße gelagert werden. Zuständig sind die Räum- und Streufahrzeuge der Kommune für die Gemeindestraßen. Das Gemeindegebiet ist recht groß, die Mitarbeitenden haben viele Straßenkilometer freizuräumen bei Schneetagen. Auch für den Freitag richtet sich der Bauhof auf zahlreiche winterliche Einsätze ein.
Rösrath brachte schon 25.000 Liter Sole und 200 Tonnen Salz aus
Bei den Stadtwerken Rösrath läuft ebenfalls bislang alles nach Plan: „Bisher ist alles im Rahmen, aktuell handelt es sich für uns nicht um einen außergewöhnlichen Winter“, gibt Stadtwerke-Pressesprecherin Swea Menser Entwarnung. In Rösrath kommt ein Sole-Salz-Gemisch zum Einsatz, konkret wurden bislang 25.000 Liter Sole und 200 Tonnen Salz verbraucht. Salzhalle und Solelager sind noch ausreichend gefüllt, heißt es bei den Stadtwerken.
Im Winterdienst müssen in Rösrath insgesamt 133,3 Kilometer Straßen von Schnee und Eis befreit werden, davon 47,8 Kilometer mit Priorität I, 85,5 Kilometer in niedrigerer Priorität. Insgesamt sorgen im Winterdienst bis zu sechs Fahrzeuge und pro Schicht zehn Mitarbeitende für mehr Verkehrssicherheit auf Rösrather Straßen.

