Mehr als jeder zehnte kontrollierte Fahrer ist auf der Dürschtalstraße bei Kürten zu schnell – Anwohner drängen auf weitere Tempokontrollen.
Vier ToteAuch nach Tragödie wird im Dürschtal weiter gerast

Trauer am Straßenrand: In der Unfallkurve der Dürschtalstraße laufen Vorarbeiten für neue Schutzplanken.
Copyright: Guido Wagner
Mehr als jedes zehnte gemessene Fahrzeug ist zu schnell. Auch mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Unfall mit vier Todesopfern wird auf der Dürschtalstraße bei Kürten-Dürscheid weiter aufs Gaspedal gedrückt. Neue Zahlen des Kreises belegen, was Anwohner und Pendler seit Monaten beobachten: Trotz Tempo 50 und intensiver Kontrollen halten sich viele Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

Auch in der Unfallkurve werden derzeit Versorgungsleitungen umgelegt, um wieder eine Schutzplanke zu installieren, wie sie bis 2021 bestand.
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Seit Januar hat der Kreis an den beiden Messstellen in Keller und Broichhausen in beiden Fahrtrichtungen 11.351 Fahrzeuge erfasst. 1296 Fahrerinnen und Fahrer waren zu schnell – gut elf Prozent. Kreissprecher Alexander Schiele betont, dass die mobilen Blitzer dort besonders häufig eingesetzt worden seien. Bereits Messungen nach dem Unfall hatten ergeben, dass mehr als zehn Prozent der Verkehrsteilnehmer mindestens zehn Kilometer pro Stunde zu schnell fuhren.
Anwohner fordern, die Geschwindigkeitskontrollen noch auszuweiten
Für die Anwohner ist die Situation alarmierend. Mehrere berichten, dass unmittelbar nach dem Unfall viele zunächst vorsichtiger gefahren seien. Wenige Monate später sei davon kaum noch etwas zu spüren gewesen. Wer selbst Tempo 50 fährt, erlebt Drängler und riskante Überholmanöver. Anwohner fordern deshalb, die Kontrollen noch auszuweiten.

Immer noch fahren viele Menschen zu schnell auf der Dürschtalstraße, auf der wegen seit 2021 fehlender Schutzplanken aktuell Tempo 50 gilt.
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Die Zahlen bekommen durch den schweren Unfall aus dem August 2025, bei dem vier Teenager im Alter von 14 bis 19 starben ein besonderes Gewicht. Der Fahrer war damals ebenfalls deutlich zu schnell unterwegs. Der Wagen prallte gegen einen Baum und überschlug sich. Inzwischen wurde der Fahrer wie berichtet wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung und weiteren Auflagen verurteilt.
Anwohner wollen eine Rückkehr zu Tempo 70 auf der Straße verhindern
Ein weiteres Sicherheitsproblem beschäftigt das Dürschtal bereits seit Jahren: Seit der Sanierung 2021 fehlen auf Teilen der Strecke Schutzplanken – auch an der Außenseite der späteren Unfallkurve. Versorgungsleitungen im Boden hatten verhindert, dass die damals entfernten Planken wieder montiert werden konnten. Deswegen wurde die zulässige Geschwindigkeit auf der Landstraße auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert.
Nachdem Straßen NRW zunächst angekündigt hatte, die Lücken bis Ende 2025 zu schließen, verzögerte sich das Vorhaben mehrfach. Anfang September kündigte der Landesbetrieb erneut Vorarbeiten an, um die Leitungen zu verlegen und anschließend die Schutzplanken zu montieren. Inzwischen werden die Kabel tatsächlich verlegt. Doch damit stellt sich bereits die nächste Frage: Was passiert mit dem Tempolimit, wenn die Planken wieder stehen? Nach Abschluss der Arbeiten könnte auf Teilen der Strecke wieder Tempo 70 gelten. Genau das wollen Anwohner angesichts der aktuellen Messergebnisse verhindern. Kreisverwaltung, Polizei und der Landesbetrieb Straßen NRW wollen darüber beraten.
Für die Anwohner ist klar: Neue Schutzplanken allein lösen das Problem nicht. Solange mehr als jeder zehnte kontrollierte Fahrer zu schnell ist, wollen sie vor allem eines nicht: weniger Kontrollen und anschließend wieder mehr erlaubtes Tempo.
