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Gesamtschule KürtenKürtener Ingenieur legt günstigere Zahlen für Sanierung vor

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Das Foto zeigt die Baustelle an der Gesamtschule Kürten

Die Gesamtschule Kürten ist derzeit eine Baustelle

Der Kürtener Diplom-Ingenieur Leo Wulf hat Alternativberechnungen für die Schulsanierung vorgenommen

Wie teuer wird die Kürtener Schulsanierung? 80 oder 120 Millionen? Die Zahlen, mit denen er gearbeitet habe, habe er vollständig von der Gemeinde beziehungsweise der beauftragten „Planungsgruppe Darmstadt“ übernommen, sagt Leo Wulf.

Der Diplom-Ingenieur aus Kürten, langjährig als Konstrukteur und Projektplaner tätig, ist derzeit ein gefragter Gesprächspartner der Politik. Seine Berechnungen der Gesamtschulsanierung fallen erheblich kostengünstiger aus als die bisherigen Zahlen. Parallel zu den Schulsanierungsvarianten der „Planungsgruppe Darmstadt“ hatte Wulf die Kosten für eine Komplettsanierung der Schulgebäude ermittelt, einschließlich der Ausgaben für Neubau- und Kernsanierung der beiden Sporthallen.

Vollständige Sanierung

„Keine Minimalsanierung, sondern eine vollständige Sanierung der unterschiedlichen Gebäude.“ Wulf berechnete in Summe Ausgaben von 80 Millionen Euro. 80 Millionen Euro: Das liegt erheblich unter der günstigsten Variante „Minimalsanierung“, die Udo Rabe von der „Planungsgruppe“ auf 115 Millionen Euro taxierte. Einen Neubau auf dem Sportplatz berechnete Rabe mit 119 Millionen als zweitgünstigste Variante. Ein Vorgehen wie bislang geplant in zwei Bauabschnitten würde in diesem Kontext 124 Millionen kosten.

Ein Neubau würde nach der Wulf-Berechnung aber nur 99 Millionen Euro kosten. Die Unterschiede von 20 und mehr Millionen Euro werden derzeit auch intensiv in der Kürtener Politik diskutiert. Wulf berichtet von zahlreichen Nachfragen und Debatten mit den Fraktionen, teils über mehrere Stunden. Konstruktiv seien diese Kontakte verlaufen, berichtet er.

Entscheidung im Rat

Am kommenden Mittwoch (15. Juli) soll der Rat über den Fortgang der Schulsanierung entscheiden, Grundlage sind die offizielle Zahlen der „Planungsgruppe Darmstadt“. Wie aber umgehen mit der Berechnung von Leo Wulf? Der langjährige Konstrukteur und Projektsteuerer hofft, dass man seine Ausarbeitung umfassend prüft, per E-Mail hat er seine Ergebnisse an alle Fraktionen geschickt.

Wulf hat dabei einen deutlichen Blick auf die künftigen Schülerzahlen geworden, laut Prognose würden sie bis 2030 von etwa 1030 (bei Planungsbeginn 2018) auf etwa rund 950 sinken. „Ich habe keine eigenen Zahlen ermittelt, um die Vergleichbarkeit mit der Variantenuntersuchung des Gutachters zu ermöglichen“, sagt er.

Sinkende Schülerzahlen

Wulf ist sich sicher, dass die im Schulentwicklungsplan dargestellten Schülerzahlen (sinkend) eine Erweiterung der Gebäude nicht mehr erforderten. Falls doch, könne ein Auslagerungsgebäude als dauerhaftes Schulhaus entstehen. Die Bauzeit für die Renovierungsvariante sei mit zehn Jahren deutlich zu hoch angesetzt.

Mit Abschnitten ließe sich die Bauzeit erheblich verkürzen, Wulf spricht von weniger als drei Jahren. Wulf betont, dass es ihm um das Wohl der Gemeinde gehe. Bei ausufernden Kosten von rund 120 Millionen leide das Gemeinschaftsleben, die Bürger würden durch steigende Abgaben und Einsparungen bei der Infrastruktur unzufrieden.

„Ich bin ein Freund der Demokratie“, sagt Wulf, Initiator und Vorsitzender des Vereins „Kürten für Demokratie und Vielfalt“. Von dieser schwierigen finanziellen Situation werde nur die rechtsgerichtete AfD profitieren, fürchtet er. Deshalb sei es wichtig, auch über seine Variante zu sprechen.