Vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen wird diskutiert, ob eine Minimallösung für die Sanierung des Gebäudes ausreichen könnte.
Kürtener SchulbauPolitik streitet um Millionenkosten und um Schülerzahlen

Der Kürtener Gemeinderat muss entscheiden, wie es mit der Gesamtschule weitergeht.
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Jetzt geht es um die Schülerzahlen der Gesamtschule. Im Sanierungsausschuss am Mittwochabend rangen die Kürtener Politiker aller Fraktionen intensiv um die Ausbaupläne, rund zehn Jahre nach den ersten Sanierungsideen.
„Bleibt diese Schule sicher fünfzügig?“, fragte Frank Rausch (CDU) direkt Schulleiter Dr. Markus Hintze-Neumann, weniger Schüler hätten Auswirkungen auf die Erweiterungspläne.
Die Schülerzahlen gehen zurück
Hintze-Neumann bejahte die Frage ausdrücklich. Die Schülerzahlen gingen allerdings tatsächlich zurück, die Schule habe jetzt knapp unter 1000 Schüler. Früher seien es rund 1100 oder noch mehr gewesen.„Die Eltern wollen ihre Kinder nicht auf einer Schule haben, die über Jahre durch Bauarbeiten belastet ist“, sagte Hintze-Neumann.
Eine genaue Prognose der künftigen Schülerzahlen konnte Bürgermeister Mario Bredow (parteilos) nicht geben, derzeit tausche man sich mit einem Fachbüro für einen neuen Schulentwicklungsplan aus.
Diskussion um „Mindestsanierung“
Wenn Schülerzahlen zurückgingen, müssten dann überhaupt die Gebäude erweitert werden?, fragten mehrere Politiker. Es könnten ja auch die vorhandenen Gebäude angepasst werden, und es gebe auch noch überproportional große Flächen in Fluren und Foyers.
Aus Gründen der bilanziellen Abschreibung, die bei einer Sanierung im Bestand sofort greife, sei diese Variante („Mindestsanierung“) für die Gemeinde nicht umsetzbar, sagte Kämmerer Sven Schmidt. „Dann droht die Haushaltssicherung.“
Bredow widerspricht, Neubau auf dem Sportplatz sei beschlossene Sache
Auch Schulleiter Hintze-Neumann zeigte sich konsterniert angesichts der Debatte. „Damit ist mein Vorgänger vor zehn Jahren an die Verwaltung herangetreten: Es fehlen der Schule sieben große Unterrichtsräume.“ Auch Bücherei und die Mensa des Offenen Ganztags benötigten mehr Platz. Beratung Keine der Fraktionen wollte sich im Ausschuss auf eine der Varianten festlegen, bis zur Entscheidung des Rates soll in den Fraktionen beraten werden.
Energisch trat Bürgermeister Bredow Gerüchten entgegen, es stehe schon fest, dass auf dem Sportplatz ein neues Schulgebäude entstehe. Der Rat werde am 15. Juli entscheiden. Einzig Michael Hardt von den Grünen betonte, dass der Sportplatz nicht angetastet werden dürfe.
Es gibt neuen Kalkulationen für die verschiedenen Varianten
Kurz vor der Sitzung hatte die Planungsgruppe Darmstadt neue Zahlen vorgelegt. Einige Kostenberechnungen hatten sich verändert, Personalkosten der Verwaltung neu eingerechnet. Bei der Variante „Mindestsanierung im Bestand“ (siehe „Die Optionen“) sanken die Ausgaben von 117 auf 115 Mio., damit liegt sie jetzt als günstigste Variante vorne.
Bei einem Neubau auf dem Sportplatz kalkuliert die Verwaltung mit 119 Mio., die bisherige Variante mit Sanierung in zwei Abschnitten liegt bei 124 Mio. Projektlaufzeiten liegen zwischen fünf und sechs Jahren, nur bei der Mindestsanierung sind es elf Jahre. Die geringe Abschreibungsdauer von zehn Jahren sei bei dieser Variante problematisch, vollständig müsse über Kassenkredite finanziert werden, berichtete der Kämmerer auf Nachfrage von Jürgen Schmidt (SPD). Dies sei keine tragfähige Lösung.
Mindestsanierung im Bestand wird kalkuliert
Planungsleiter Michael Advena denkt an einen Architektenwettbewerb, bei dem Ideen für einen Ersatz-Sportplatz in Schulnähe entwickelt werden könnten. Die Kommune könne dazu planerische Vorgaben machen, er erwarte kreative Antworten. Im Tal der Sülz gebe es aber kaum freie Flächen, meinte Wolfgang Ernst vom Gemeindesportverband. Einzig nahe Nordhaus wären wohl noch Möglichkeiten. „Aber dies liegt alles im Überschwemmungsgebiet der Sülz“, antwortete Advena.
Falls die Politik die Sportplatz-Variante wähle, müsse vertieft geprüft werden. Und wenn die Prüfung ergeben, dass es keine geeignete Fläche für einen Sportplatz gebe, müsse die Politik eine andere Variante wählen.
Aus der Bürgerschaft meldete sich Planer Leo Wulf zu Wort. Er stellte die Berechnungen in Frage und habe die Variante der Mindestsanierung durchgerechnet. Demnach lägen die Kosten nur bei 78 Mio., eine Sanierung könne in drei Jahren fertig sein. Auch darüber sprechen die Fraktionen bis zur Ratssitzung am 15. Juli.
