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SchulsanierungKürten muss Entscheidung zu Bauprojekt treffen

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Das Foto zeigt die Baustelle der Gesamtschule Kürten

Seit Herbst 2026 ruhen die Bauarbeiten auf dem Schulgelände in Kürten

Am 11. Juni berät der Sanierungsausschuss über den Fortgang der Arbeiten an der Gesamtschule Kürten.

Wohin die Reise geht bei der Kürtener Schulsanierung wird sich in den kommenden Wochen klären. In der vergangenen Woche ging bei Bürgermeister Mario Bredow (parteilos) ein erster Entwurf der Variantenuntersuchungen ein. Das ist das wegweisende Dokument. Vorberaten wird am 11. Juni im Sanierungsausschuss, entschieden am 15. Juli im Gemeinderat.

Vier Modelle haben die Experten des Beratungsunternehmens „Planungsgruppe Darmstadt“ berechnet: die Fortführung der Schulsanierung mit Vollauslagerung der Klassen, einen Schulneubau an gleicher Stelle, einen Neubau an einem anderen Standort in Kürten und einen Weiterbetrieb im Bestand nur mit Reparatur von akuten Mängeln (Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde).

Damoklesschwert über Bredow

Wie ein Damoklesschwert hängt die geschätzte Gesamtsumme von 123,5 Mio. Euro für das Gesamtpaket über Bredow und den Seinen in der Verwaltung. Die immensen Baukosten haben finanzielle Auswirkungen, voraussichtlich für mehrere Jahrzehnte. Zur Finanzierung von Krediten und Zinslasten müssten die Hebesätze der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer deutlich steigen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.

Die Politiker müssen zwischen den Anforderungen an eine moderne Gesamtschule und den finanziellen Bürden für die Bürger abwägen. „Wir prüfen derzeit die Dokumente“, sagt der Bürgermeister zum Prozedere, er sei zuversichtlich, dass in diesen Tagen ein endgültiges Dokument fertiggestellt werden könne. In der Ausschusssitzung am 11. Juni, sagt Bredow, würden die Experten der „Planungsgruppe Darmstadt“ die Zahlen erörtern. Vorab gebe es keine Unterrichtung der Fraktionen.

Zusatzberatung möglich

Dieses Vorgehen bestätigt auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Franz-Wilhelm Schmitz auf Nachfrage, die CDU ist die mit Abstand größte Fraktion im Kürtener Gemeinderat. Eine Prognose zur Abstimmung könne es deshalb vorab auch nicht geben, sagt Schmitz, man müsse sehen, was die wirtschaftlichste und langfristig tragfähigste Variante sei.

Schulsanierung ja, aber nicht um jeden Preis, sagt Schmitz. Ob es zur Ausschusssitzung einen priorisierten Vorschlag der Verwaltung geben werde, sei noch nicht sicher, erklärt Kürtens Bürgermeister. Zunächst gehe die Verwaltung davon aus, dass in der Beratung eine Entscheidung formuliert werde. Ein gedrucktes Exemplar der Variantenuntersuchung werde an jede Ratsfraktion gehen.

Möglich sei auch, dass es eine zusätzliche Beratung gebe vor der alles entscheidenden Ratssitzung, mit einer Sondersitzung des Sanierungsausschusses. Auch im Ältestenrat (Runde der Fraktionsvorsitzenden) könne erörtert werden. Was derzeit feststeht: Sülztalhalle und Mehrzweckhalle, beide im Rohbau, sollen so schnell wie möglich zu Ende gebaut werden.

Neue Planer gesucht

Eine neue Objektplanung nur für diese beiden Sporthallen soll nach Ende der Ausschreibung ausgewählt werden, als Zuschlagsdatum ist der 10. August vorgesehen. Anschließend benötigen die neuen Planer, die das vom Büro Pannhausen und Lindener begonnene Bauprojekt fortsetzen sollen, Zeit für die Einarbeitung.

Prognosen, ob es weiterhin gelingt, die beiden Sporthallen bis Jahresende 2027 fertigzustellen wie aktuell vorgesehen, sind schwierig und hängen vom Auswahlverfahren ab. Es müsse unbedingt noch vor dem Winter weitergehen, sagt Bredow, einen zweiten Winter ohne Bautätigkeit dürfe es nicht geben. Die Gemeinde hatte sich im Herbst 2025 vom Büro Pannhausen und Lindener getrennt.

Sanierung und Neubau der Sporthallen kosten 20,4 Mio. Euro, die Sanierung der Schulgebäude 71,2 Mio. Hinzu kommen Ausgaben für Baulogistik (3,2 Mio.), Auslagerungsgebäude (7,7 Mio.), Außenanlagen (6,6 Mio.) und Baunebenkosten (5 Mio.). Auch ein Risikozuschlag von 8,7 Mio. ist eingepreist.

Zur Jahresmitte 2032 soll das Gesamtprojekt abgeschlossen sein, sofern sich die Politiker für einen Weiterbau entscheiden. Im November 2015 hatte ein Brief des damaligen Schulleiters Klaus Schröder die Sanierung angestoßen. Gutachter stellten später fest, dass der Gesamtschule sieben große Unterrichtsräume fehlten.