Abo

EhrenamtCafé International in Kürten hat Zuwachs

3 min
Das Foto zeigt Ehrenamtler vom Fluchtpunkt Kürten

Das Vorstandsteam des Fluchtpunkts Kürten mit (v.l.) Leo Wulf, Paul Mundy, Birgit Oberkötter und Norbert Völl

Zwei neue Unterstützer hat das Café International in Kürten gefunden. Die Nähstube des Fluchtpunkts wird geschlossen.

Das Café International in Kürten hat Verstärkung bekommen. Dank der Berichterstattung in dieser Zeitung sind zwei neue Ehrenamtler zur Einrichtung des Fluchtpunkts Kürten gestoßen. „Darüber sind wir alle sehr glücklich“, sagt Leo Wulf aus dem Sprecherteam des Vereins. Die Fortsetzung des Cafés sei damit gesichert. Zuvor hatte es eine personelle Krise gegeben. Unterstützer hatten sich aus persönlichen Gründen aus der ehrenamtlichen Arbeit zurückgezogen.

Auf einmal waren zu wenige Personen vorhanden, die beim Eindecken des Cafés helfen konnten. Ohne diese Vorbereitung wären aber die regelmäßigen Treffen nicht möglich. Immer dienstags von 16 bis 17.30 Uhr öffnet das Café im Jugendzentrum K51 an der Bergstraße in Kürten.

Dabei sind die Begegnungen sehr wichtig für eine gelingende Integration. Menschen aus dem Kreis der Zugewanderten kommen hierhin, treffen sich mit Gleichgesinnten, kommen in den Austausch mit den Unterstützern.

In Kontakt kommen

Über die Dinge des Alltags werde bei diesen Treffen gesprochen, berichten die Ehrenamtler. Es gehe aber auch um das Ankommen, die Familie, um die Zukunft in Kürten, um Wohnungssuche, um einen Job oder auch die Ausbildung. Aus dem Kernteam des Fluchtpunkts sind immer einige Ansprechpartner vor Ort, mit denen sich die Besucher austauschen können. Anderen gehe es um Kaffee und Kuchen, um das Gespräch mit den deutschen Mitbürgern, die auch immer zu den Café-Zeiten kommen.

Allerdings wäre das Gelingen ohne die tatkräftige Hilfe des Café-Teams nicht möglich, so hatte es der Sprecher beim Aufruf zur Suche mitgeteilt. Das Kaffeekochen gehöre zu dieser Teamarbeit, das Eindecken der Tische oder auch der Einkauf von Kaffee, Keksen oder Kuchen.

Nähstube schließt

Noch nicht geklappt hat die Helfersuche bei der Nähstube des Fluchtpunkts. Hier wird eine engagierte Person gesucht, die die Nährunde anleitet und unterstützt. Aus dem Kreis der Geflüchteten kommen die Mitarbeitenden, genäht wird in Räumen des Vereins„ Zuhause in Kürten“ („Zink“) in Kürten-Bechen; auch die Kleiderkammer ist dort zu finden.

„Die Nähstube müssen wir leider zunächst einstellen“, bedauert Wulf. Für den 30. Mai ist ein kleiner Abverkauf in Vorbereitung. „Es muss eine engagierte Person sein, die die Leitung übernimmt“, sagt Wulf. Leni Strunk, die Gründerin und Initiatoren, könne aus Altersgründen diese Aufgaben nicht mehr leisten. Neben praktischen Arbeiten (Reißverschlüsse einsetzen oder reparieren, Knöpfe annähen) entstanden seit Gründung 2014 zunächst Taschen, gefertigt aus gespendeten Stoffresten.

Tasche für Angela Merkel

Berühmteste Taschenträgerin ist Angela Merkel. Der damaligen Bundeskanzlerin überreichte der Bundestagsabgeordnete Dr. Hermann-Josef Tebroke im Jahr 2019 ein Exemplar aus der Nähstube, Tebroke hatte die Tasche beim Tafelfest entdeckt. Aktuell sind es Topflappen, auf die sich die Näherinnen und Näher spezialisiert haben. Weiterhin haben die Akteure des Fluchtpunkts auch einen Blick auf die Unterbringung der Geflüchteten in den kommunalen Unterkünften.

Für die Wohnanlage in Kürten-Śpitze bemühe man sich gerade um den Abschluss eines Vertrags mit der Gemeinde Kürten zur Nutzung des dortigen Sozialraums. Es gebe auch zwei Anwohner, die sich ehrenamtlich um die Betreuung der Geflüchteten kümmerten, sagt Leo Wulf. Die wegen der Kommunalwahl 2025 zunächst verschobenen Treffen mit Verwaltung und Politik sollten auch bald wieder anlaufen, sagt Wulf.

Dann könnte auch die Situation für die in Wohnmodulen in Waldmühle (Steinbruch) lebenden Menschen ein Thema sein. Wenig glücklich sei man über die Bedingungen, sagt Leo Wulf, Bewohner müssten über das Freigelände laufen, um ihre Angelegenheiten zu erledigen.