Die Forstbetriebsgemeinschaft Kürten geht neue Wege bei der Aufforstung.
KürtenDer neue Weg zur klimaresilienten Aufforstung

Kürtener Forstbetriebsgemeinschaft: Aufforstung im Dürschtal bei Spitze mit (von links). Helmut Förster (St. Marien Kürten), Revierförster Frank Lürken und Michael Molitor als Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Kürten
Copyright: Claus Boelen-Theile
Das frische Gehölz ist schon groß. „Mit dem Bagger haben wir die Stämme vorsichtig gesetzt“, zeigt Förster Frank Lürken auf die Schonung nahe Kürten-Spitze im Dürschtal. Jungbaum an Jungbaum reiht sich hier, 1000 Bäume auf etwa einem Hektar, berichtet Michael Molitor, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft in Kürten.
Das ist der Zusammenschluss der privaten Waldeigentümer in der Gemeinde, Lürken ist für die Entwicklung des Waldes mitverantwortlich. Fichten hätten früher hier entlang des Wanderwegs ins Dürschtal gestanden. Aber dann kamen die jüngsten Hitzewellen des Sommers und mit ihnen der Borkenkäfer.
Große Herausforderungen
Die kahle Fläche ökologisch und klimaresilient aufzuforsten: Das war die Aufgabe, die Lürken im Auftrag der Forstbetriebsgemeinschaft umsetzte. Stieleichen und Bergulmen gedeihen jetzt auf dem Waldstück.
Die Setzlinge heben sich deutlich ab von den Exemplaren, die man sich vorstellt. Sie sind kräftiger und größer, die Wurzen treiben schon tief in den Untergrund. Dies alles schütze die Bäume, versorge sie besser mit Wasser und sorge auch dafür, dass sie dem Klimawandel standhielten, sagt Lürken. Helmut Förster, Vertreter der Kirchengemeinde St. Marien in der Forstbetriebsgemeinschaft, nickt zustimmend. Auch der Kirche liege sehr am Herzen, dass ihr Wald nachhaltig und klimabewusst entwickelt werde.
„Das kostet natürlich Geld“„Das kostet natürlich Geld“, sagt der Vorsitzende der Kürtener Waldeigentümer. Aber es gehe um die Zukunft des Waldes. „Wir brauchen das Holz als nachhaltigen Rohstoff.“ Die Eigentümer ernteten weiterhin im Wald, was ihre Vorfahren vor 100 und mehr Jahren angepflanzt hätten. Falls nicht nachhaltig gepflanzt werde, verbusche der Wald. Und Molitor zeigt benachbart auf ein Brombeergebüsch.
100 statt 300 Jahre
Diese Parzelle gehöre nicht zur Eigentümergemeinschaft, eine Beteiligung am Aufforsten gebe es nicht. Jungbäume siedelten sich hier nicht an, und bis dieses Waldstück sich regeneriere vom Befall des Borkenkäfers dauere es nicht 100, sondern 300 Jahre. Die Forstbetriebsgemeinschaft wolle mit Argumenten überzeugen und auf die Möglichkeiten hinweisen, die es mit dem Pflanzen größerer Bäume gebe.
Im aktuellen Jahr 2026, sagt Revierförster Lürken, pflanze die Forstbetriebsgemeinschaft rund 30.000 Bäume neu, nicht auf der Fläche nahe Spitze. Überall im Gemeindegebiet seien die Jungbäume in den Boden gekommen. Nach dem Weltkrieg, in den 50er Jahren, habe die Gesellschaft nach einem schnell wachsenden Baum gesucht. Das sei die Fichte gewesen. Aber den heutigen Anforderungen werde die Fichte nicht mehr gerecht. Nur mit einer Mischung der Arten, mit Eichen und Ulmen an der Spitze, bleibe der Wald erhalten.
Falls noch weitere Sorten absterben würden, drohe der Wald als Ganzes verloren zu gehen. Die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft wollen sich dagegenstemmen und den Wald wieder zukunftssicher machen.
