Beim Benefizgolfturnier Golf und Genuss kamen 20.500 Euro für die Arbeit des Kürtener Vereins Tour 41 zusammen
KürtenGolfer sichern Präentionsarbeit von Tour 41

Michaela Goldau und Steffi Lachmann (v.r.)
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Die Freude ist groß bei Stefanie Lachmann und Michaela Goldau vom Kürtener Präventionsverein Tour 41. 20.500 Euro kamen kürzlich zusammen für den gemeinnützigen Verein, als es beim Golfturnier des Golfclubs Kürten um Unterstützung für den Verein ging.
Der Appell sich zum Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt zu engagieren, fand großen Anklang, bei den Golfern und bei Unterstützern. „Wir sind sehr dankbar“, sagt Stefanie Lachmann erleichtert. Dank der Hilfe der Golferinnen und Golfer sei für das nächste Jahr die Präventionsarbeit gesichert. Unterstützung von öffentlicher Seite bekomme Tour 41 nicht, erklärt Michaela Goldau.
Um so wichtiger sei es, Förderer und Sponsoren an der Seite zu haben. Die beiden Frauen hatten vor der Spendenaktion im Rahmen der Veranstaltung „Golf und Genuss“ intensiven Kontakt zum Golfclub und zu den Golfern. Längst nicht jeder habe gewusst, dass der Verein Tour 41 seinen Sitz in Kürten habe. Mit dem Benefizgolf erhoffen sich die Aktiven des Vereins, dass ihre Breitenwirkung auch in der Gemeinde Kürten Wellen schlägt.
Beratungsräume in Kürten
Seit einigen Jahren schon hat Tour 41 Beratungs- und Informationsräume in einem Gebäudekomplex an der Wipperfürther Straße in Kürten-Ort. In einem Schaufenster wird der Verein mit zahlreichen Dokumentationen und Broschüren vorgestellt, die Räume sind das Herz der Vereinsarbeit. „Prävention steht bei uns im Mittelpunkt“, sagt Stefanie Lachmann, die fachliche Leiterin. Mehrere Selbsthilfegruppen haben sich gebildet, in den Erwachsene die Traumata aus Kindheit und Jugend zu verarbeiten versuchen.
Geschützter Raum
Im geschützten Raum werden Ereignisse, oft aus der Familie, besprochen. Es wird zugehört, geschwiegen, geweint oder getrauert. Individuell sei die Aufarbeitung, jeder Betroffene gehe seinen eigenen Weg, betonen Lachmann und Goldau. Würde es den Raum nicht geben, wäre die Präventionsarbeit kaum möglich. Kontakte zu Schulen und Kitas gibt es auch, mit dem „Kinderrechte-Ausweis“ hat der Verein einen wichtigen Baustein der Präventionsarbeit aufgelegt. „Dein Körper gehört dir“, ist die wichtigste Leitlinie.
„Niemand darf dich anfassen, wenn du das nicht willst; auch nicht beim Kuscheln, Spielen oder Umarmen“, heißt es weiter. Die Kinderfigur „Graf Para“ ist vom Verein entwickelt worden, er steht den Kindern bei Problemen zur Seite. Begonnen hat Tour 41 mit dem Kampf gegen die Abschaffung der Verjährungsfrist bei sexuellem Kindesmissbrauch. „Das ist immer noch ein Aspekt unserer Arbeit“, sagt Stefanie Lachmann. Über 770.000 Unterschriften hat Tour 41 bislang für die Abschaffung der Verjährungsfrist gesammelt.
Markus Diegmann, Gründer von Tour 41, war in den ersten Jahren mit seinem Wohnmobil von Ort zu Ort gefahren, um auf die Situation hinzuweisen. Im Vordergrund stehe mittlerweile die Präventionsarbeit, sagen die beiden Vereinsmitglieder. Zum Erkennungszeichen der Unterstützung sind die grünen Schleifen geworden, die der Verein regelmäßig verteilt.
