Overath – In Zeiten, in denen alle Welt über marode Straßenbrücken redet, setzt die Deutsche Bahn auf besondere Art und Weise Zeichen: In einer generalstabsmäßig geplanten Aktion hat sie in Overath-Vilkerath eine uralte Brücke über die Agger ausgewechselt – und das komplett und auf einen Schlag. Von der Großaktion unweit der Kreisgrenze zum OberbergischenKreis zeugen derzeit noch verschiedene Nacharbeiten.
Diese Nacharbeiten werden noch mehr als eine Woche dauern, so die Deutsche Bahn. Enden sollen sie planmäßig am Dienstag übernächster Woche, 28. August, so dass pünktlich am ersten Schultag, dem 29. August, der reguläre Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Aktuell fahren die Bahnen nur von Köln bis Overath und zurück; wer weiter in den Oberbergischen Kreis oder gar bis Lüdenscheid will, muss in Busse umsteigen, womit die Reisezeit von Overath bis zur Endhaltestelle in Westfalen derzeit fast zwei Stunden (statt 90 Minuten auf den Schienen) dauert. Über die Kosten des Neubaus machte das Transportunternehmen in Bundesbesitz zunächst keine Angaben.
Der Kran, mit dem die von der Bahn beauftragten Arbeiter angerückt waren, um die alte Brücke durch eine neue zu ersetzen, ragte am Wechseltag, dem 8. August, gigantisch hoch in den Himmel und hatte reichlich Kraft. Das war angesichts der Ausmaße der neuen „Eisenbahnüberführung“ (EÜ) auch nötig, denn die Trogbrücke besteht nach Angaben eines Düsseldorfer Bahnsprechers aus Stahl und ist 41 Meter lang und 6,95 Meter breit.
Rettungs- und Dienstwege wurden berücksichtigt
Der Bahnsprecher: „Die EÜ ist gelagert als Einfeldträger auf zwei Widerlagern ohne Mittelpfeiler.“ Bei der Planung des Bauwerks seien auch ein Rettungs- und ein Dienstweg berücksichtigt worden. Die Inbetriebnahme der Brücke ist für Montag kommender Woche, 27. August, geplant. Derzeit werden dort noch Arbeiten im Gleisbereich erledigt.
Anschließend stehen bis etwa Ende September Restarbeiten an. Dazu gehören der Rückbau der Montagefläche und die Herrichtung des Baugeländes. Mit der neuen Brücke gibt es auch eine Änderung im Flussbett: Während das alte Bauwerk auf zwei Widerlagern und einem Mittelpfeiler lagerte, wurde der Mittelpfeiler für die neue Brücke nicht mehr benötigt und zurückgebaut – und dem Fluss am Ende wie ein fauler Zahn gezogen. Der Überbau der alten Brücke stammte übrigens noch aus der Zeit der Weimarer Republik, aus dem Jahre 1927.