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Elterntaxis ausgebremstEltern wollen Schulzufahrt der GGS Sülztal selbst sperren

Die Elternpflegschaft der GGS Sülztal sieht Kinder durch Elterntaxis gefährdet und will die Zufahrt zur Schule am 12. November selbst sperren.

Schulstraße (Symbolbild)

„Heute bleibt die Straße für Elterntaxis zu!“ Unter diesem Motto will die Elternpflegschaft der GGS Sülztal die Zufahrt zur Grundschule in Steinenbrück während der morgendlichen Bringzeit eigenhändig versperren.

Enge Straße, gefährliche Wendemanöver

Die Römerstraße ist schmal. Trotzdem fahren morgens zahlreiche Fahrzeuge hinein, halten im Halteverbot, parken auf Gehwegen und im Bereich der Feuerwehrzufahrt. So berichtet es die stellvertretende Vorsitzende Manuela Voigt. Besonders gefährlich seien die Wendemanöver direkt vor der Schule, während viele Kinder zu Fuß unterwegs sind.

Lotsensystem eingeführt

Die Geschichte reicht weiter zurück. Schon vor 2021 richteten Schule und Eltern Hol- und Bringzonen ein, nachdem ein Kind im Schulbereich angefahren worden war. Zeitweise gab es ein Lotsensystem. 2021 folgte eine Ortsbegehung auf Initiative der Schulpflegschaft. Diskutiert wurden Zebrastreifen, Verkehrsberuhigung und zusätzliche Querungen. Umgesetzt wurde nur ein Teil: eine Querung am Kindergarten der Sülztalgemeinschaft, eine provisorische Übergangsmöglichkeit an der Schule, genehmigte Fußspuren und Schilder am Schulbus. Die Stadt zahlte die Farbe der Fußspuren im ersten Jahr, danach der Förderverein.

Ortsbegehung seit Juni

Jährlich verteilen die Eltern einen Elternbrief, in dem sie auf die Hol- und Bringzonen hinweisen und eindringlich darum bitten, die Kinder möglichst zu Fuß zur Schule kommen zu lassen. Zudem kündigten sie in diesem Brief an, dokumentierte Verkehrsverstöße anonym an die zuständigen Stellen zu melden. Als sie dies wahrmachten, kam am 15. Juni 2026 eine Ortsbegehung zustande, so Voigt. Am eigentlichen Zustand habe sich jedoch nichts geändert. Bei dem Termin erläuterte die Stadt, die Schulstraße könne wegen der vorhandenen Zuwege, der Kirche, des Kindergartens und der Anwohner nicht ohne Weiteres für den Verkehr gesperrt werden.

Neue Regeln für Schulstraßen in NRW

Seit Februar 2024 dürfen Kommunen in Nordrhein-Westfalen Straßen vor Schulen zeitweise für den Autoverkehr sperren, ohne eine konkrete Gefahrenlage nachweisen zu müssen. Anlieger bleiben ausgenommen.

Straße soll gesperrt werden

Die Eltern wollen nun die Lage zuspitzen und noch im November die Straße sperren. Anwohner und der benachbarte Kindergarten sind vorab informiert. Die übrigen Eltern sollen überrascht werden und selbst erleben, dass der Schulweg auch ohne Fahrt bis vor die Schultür funktioniert. „Es geht darum, den Eltern klar zu machen, wie gefährlich das ist“, sagt Voigt. Die Stadt soll die Dringlichkeit spüren. „Muss erst ein Kind schwer verletzt werden, bevor die Notwendigkeit wirksamer Maßnahmen erkannt wird?“

Eltern in der Pflicht

Voigt sieht die Eltern in der Pflicht: Viele nutzten die Hol- und Bringzonen nicht. Bundesweit wird laut ADAC jedes fünfte Grundschulkind täglich mit dem Auto gebracht, obwohl eine Mehrheit der Eltern Elterntaxis ablehnt. Eine Stellungnahme der Stadt lag bis Redaktionsschluss nicht vor.