Die Bürgerstiftung Overath hat insgesamt drei Aktionen zugunsten der Freiwilligen Feuerwehr geplant.
SpendeFreiwillige Feuerwehr Overath erhält fünf Defibrillatoren

Die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Overath freuen sich über fünf neue Defibrillatoren von der Bürgerstiftung.
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Wie hilflos der einzelne Mensch ist, wird einem meist erst bewusst, wenn die Not am größten ist. Eine Flut setzt Straßen unter Wasser, ein Feuer bringt das eigene Leben in Gefahr oder ein Autounfall ereignet sich direkt vor den eigenen Augen. In diesen Fällen werden die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Overath gerufen, die ehrenamtlich bei Tag und Nacht alles liegen lassen, um zu helfen. Doch manchmal brauchen auch die Helfer Hilfe. Wie berichtet, benötigt die Freiwillige Feuerwehr Overath dringend Verstärkung, um den Schutz der Menschen weiter ehrenamtlich gewährleisten zu können.
„Wir haben jedes Jahr ein Leuchtturmprojekt, dem wir uns widmen und weil wir von dem Problem gewusst haben, haben wir uns dieses Jahr für die Feuerwehr entschieden“, erklärt Werner Ahrens, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Overath. Insgesamt 10.000 Euro sollen zugunsten der Feuerwehr in drei Aktionen fließen. Die erste ist eine Spende von fünf neuen Defibrillatoren für die Erstausrückerfahrzeuge.
Noch von dem Rettungsdienst an der Einsatzstelle
Die Spende sorgt offensichtlich für große Freude, denn zur Spendenübergabe sind mehr als 27 Feuerwehrfrauen und -männer gekommen, in ihrer Freizeit. „Das ist eine super Unterstützung für uns. Wir kommen ja oft vor dem Rettungsdienst an der Einsatzstelle an und so können wir direkt agieren“, erläutert Christian Fischer, stellvertretender Feuerwehrleiter. Auch für die Feuerwehrleute selbst schade es nicht, wenn ein Defibrillator mit im Einsatz sei, schließlich müssten sich die Kräfte oft genug selbst in riskante und anstrengende Situationen begeben.
Mit den Spendenaktionen will die Bürgerstiftung auch auf die Leistung der Retter aufmerksam machen und für das Ehrenamt werben. „Wir sind glücklich, dass diese Spendenaktion der Feuerwehr dient und hoffen, dass das vielleicht andere motiviert, sich zu bewerben“, meint Ahrens. Die eigentliche „Zapfquelle“ für den Nachwuchs, die Jugendfeuerwehr, ist nämlich nicht so gut besetzt, wie man es eigentlich bräuchte, erklärt Fischer. Deshalb gibt es momentan viele Aktionen und Veranstaltungen, bei denen sich die Feuerwehr vorstellt und im lockeren Rahmen über das Ehrenamt informiert. Beim Familienfest des Lions Clubs etwa waren die Ehrenamtler vor Ort und es gab auch einen Tag der offenen Tür in Overath (wir berichteten).

ssica Hadamek und Lars Spiewack schätzen ihr Ehrenamt besonders wegen ihrer Kameraden.
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Ob sich seither etwas getan hat? „Wir haben vor allem ungewöhnliche Anfragen in letzter Zeit, in denen Leute uns schildern, dass sie zwar nicht zu Einsätzen gehen könnten, aber zum Beispiel bei Verwaltungsaufgaben unterstützen möchten“, berichtet Feuerwehrleiter Martin Keusen. Man merke also, dass Bewegung in die Sache komme, aber es mangele noch an Interessenten für Einsätze. Daher wolle die Freiwillige Feuerwehr Overath jeden ermutigen, der das Ehrenamt für sich erwägt. Gerade auch Frauen seien gern gesehen, schließlich liege der Frauenanteil laut Keusen im gesamten Stadtgebiet bei nur zehn Prozent.
Jessica Hadamek und Lars Spiewack gehören mit ihren 25 und 22 Jahren zu den jüngeren Einsatzkräften. Sie sind über die Jugendfeuerwehr zu ihrem Ehrenamt gekommen. Hadamek ist schon seit ihrem elften Lebensjahr dabei. „Es ist sehr abwechslungsreich und macht Spaß, vor allem wegen der Kameradschaft. Das ist wie eine zweite Familie“, meint die junge Frau. Die Vereinbarkeit von Arbeit und Ehrenamt klappe gut, denn die beiden machen eine Ausbildung zum Notfallsanitäter. „Das Problem für die meisten Leute ist die Tagesverfügbarkeit. Deshalb ist ein Job im Schichtdienst perfekt“, sagt Spiewack. Besonders geprägt habe die beiden der Einsatz bei der Flut 2021. Auf einmal seien aus Fremden von anderen Einheiten in Nachbarorten sofort Kameraden geworden. Ein Teamwork, wie sie es noch nie erlebt haben.
Auch Feuerwehr muss aufs Geld schauen
„Die Stadt steht auch hinter uns, die Technik und Fahrzeuge, die wir haben, suchen Ihresgleichen, trotzdem müssen auch wir sparsam sein und da kommt die Spritze von der Bürgerstiftung genau richtig“, meint Fischer. Günstig ist die Anschaffung von Defibrillatoren nämlich nicht, etwa 1300 Euro hat einer gekostet, mit dabei sind eine Transporttasche und die professionelle Einweisung. Ausgestattet werden die Erstausrückerfahrzeuge der Einheiten Vilkerath, Steinenbrück, Marialinden, Immekeppel und Heiligenhaus mit den Geräten, da die Einheit Overath bereits welche habe, wie Fischer ergänzt.
Wer sich für ein Ehrenamt bei der Freiwilligen Feuerwehr Overath interessiert, kann sich an den Leiter, Martin Keusen, unter der Telefonnummer (0 22 06) 602-375 oder per E-Mail an wehrleitung@overath.de wenden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Weitere Infos gibt es online. www.feuerwehr-ov.de
