Hitzealarm: Feuerwehren bereiten sich auf heiße Großeeinsätze vor – Jäger warnen vor unterschätzter Gefahr für Tiere und Natur.
Retter warnenWenn der Wald zur Zunderbüchse wird

Ein Funke kann genügen: Feuerwehrleute trainieren den Kampf gegen Wald- und Flächenbrände, hier am Wochenende (20./21.6.) in Leichlingen.
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Flammen fressen sich durch trockenes Laub und Unterholz. Rauch zieht zwischen den Bäumen hindurch. Mit Feuerpatschen, Schaufeln und speziellen Löschrucksäcken rücken Feuerwehrleute dem Brand zu Leibe. Was aussieht wie ein echter Waldbrand mitten im Bergischen, war am Wochenende Teil einer Ausbildung in Leichlingen. 24 angehende Truppführerinnen und Truppführer trainierten dort die Bekämpfung von Vegetationsbränden – und damit genau das Szenario, auf das sich die Feuerwehren angesichts der aktuellen Hitze zunehmend vorbereiten.
Denn während die Temperaturen über die 30-Grad-Marke klettern, steigt auch die Gefahr in Wäldern und auf Feldern. Noch ist die Lage im Rheinisch-Bergischen Kreis überschaubar. Doch die Warnsignale nehmen zu.
Die Lage ist aktuell nicht dramatisch, aber sie verlangt umsichtiges Verhalten.
Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes lag bis Dienstag (23.6.) noch bei Stufe 2, ist am Mittwoch (24.6.) voraussichtlich auf Stufe 3 gestiegen. Damit bewegt sich die Region im Bereich geringer bis mittlerer Waldbrandgefahr. Noch.
„Die Lage ist aktuell nicht dramatisch, aber sie verlangt umsichtiges Verhalten“, sagt Sven Jansen, stellvertretender Kreisbrandmeister des Rheinisch-Bergischen Kreises. Viele Wald- und Vegetationsbrände entstünden durch Unachtsamkeit. Deshalb appellieren die Feuerwehren im Kreis an Waldbesucher, bestehende Regeln konsequent einzuhalten.
Hegering Overath weist auf die besondere Gefahr von Waldbränden für Wildtiere hin
Dass Waldbrände längst kein Problem mehr sind, das nur Griechenland, Spanien oder Südfrankreich betrifft, haben die vergangenen Jahre gezeigt. Auch im Bergischen mussten Feuerwehren bereits zu Wald- und Vegetationsbränden ausrücken. Mit zunehmender Trockenheit kann schon ein kleiner Funke große Folgen haben.

Mit echtem Feuer haben Feuerwehrleute den Kampf gegen Wald- und Flächenbrände in Leichlingen trainiert.
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Darauf weisen auch die Jäger des Hegerings Overath hin. Für viele Tiere sei ein Waldbrand eine tödliche Falle. „Kleine Bodentiere wie Eidechsen, Frösche und Igel können sich nicht rechtzeitig vor einem Feuer in Sicherheit bringen“, warnt Hegering-Vorsitzender Nils Backhausen. Besonders dramatisch sei die Situation für brütende Vögel. Junge Spechte etwa säßen in ihren Baumhöhlen fest und hätten keine Chance, den Flammen zu entkommen.
Gerät der Wald in Brand, verlieren Tiere innerhalb kürzester Zeit ihren Rückzugsraum
Gerade jetzt suchen viele Wildtiere in den Wäldern Schutz vor der Hitze. Rehe, Hirsche und Wildschweine verbringen die Mittagsstunden im Schatten oder an kühlen Bächen und Tümpeln. Gerät der Wald in Brand, verlieren sie innerhalb kürzester Zeit ihren Rückzugsraum.
Die Feuerwehren bereiten sich auch deshalb intensiv auf mögliche Einsätze vor. Die Ausbildung am Wochenende war Teil eines ganzen Maßnahmenpakets. „Solche Schulungen sind ein wichtiger Baustein, um bei Wald- und Vegetationsbränden schnell, sicher und koordiniert reagieren zu können“, betont der Vize-Kreisbrandmeister Sven Jansen.
Die wichtigste Aufgabe liegt allerdings bei den Menschen, die in diesen Tagen im Wald unterwegs sind. Denn die meisten Brände werden nicht durch Blitzschlag ausgelöst, sondern durch menschliches Fehlverhalten. Eine weggeworfene Zigarette, ein Grillfeuer oder ein auf trockenem Gras abgestelltes Auto können genügen, um aus einem Sommertag einen Großeinsatz zu machen.
Die Bilder aus Leichlingen zeigen deshalb nicht nur eine Übung. Sie zeigen ein Szenario, das bei anhaltender Hitze schneller Realität werden kann, als vielen lieb ist.
