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Neustart geplant„Freie Wähler“ heißen nun „Vereinigte Wählergemeinschaften Rheinisch-Bergischer Kreis“

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Werner Conrad (Gruppensprecher im Kreistag), BfB-Vorsitzender Marcel Liebegott und FWG-Vorsitzender Rainer Röhr sitzen an einem Tisch.

Wollen sich wieder auf ihre Wurzeln besinnen: Werner Conrad (Gruppensprecher im Kreistag), BfB-Vorsitzender Marcel Liebegott und FWG-Vorsitzender Rainer Röhr (v.r.).

Die Freien Wähler im Bergischen wollen einen Neustart als Wählergemeinschaften. Der Grund: Die namentliche Nähe zur Partei aus Bayern.

Mehrere Jahre haben sie es versucht. Analog zur Partei Freie Wähler aus Bayern auch in Rhein-Berg von der kommunalen Ebene bis hinauf in den Landtag und ins Berliner Parlament Politik zu machen. Doch damit ist es nun vorbei. Erfolge in Düsseldorf und Berlin sind ausgeblieben und die Freien Wähler aus Bayern längst zur Last für die eigene Arbeit vor Ort geworden – nicht zuletzt wegen der polarisierenden Äußerungen ihres Exponenten Hubert Aiwanger, der mit verbalen Attacken gegen Migration ebenso Kritik auf sich zog wie mit kontroversen Äußerungen etwa zum Verbrenner-Aus oder zur Wolfsbejagung.

„Wir wollen uns neu ausrichten, wieder auf unsere Wurzeln und die Arbeit auf kommunaler Ebene konzentrieren und uns daher auch umbenennen“, erläutert Werner Conrad, der Sprecher der Gruppe der bisherigen „Freien Wähler“ im Kreistag. Der Kreisverein der Unabhängigen Wählergemeinschaften in Rhein-Berg ist bereits umbenannt: von „Freie Wähler – Rheinisch-Bergischer Kreis e.V.“ (FW RBK) in „Vereinigte Wählergemeinschaft Rheinisch-Bergischer Kreis e.V.“ (VWG RBK). Die „Bürger für Bürger“ in Kürten haben den Zusatz „Freie Wähler“ bereits abgelegt, die Freien Wähler Wermelskirchen wollen dem folgen und die Freie Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach trägt bereits das Wort „Wählergemeinschaft“ im Namen, das künftig im Zentrum stehen soll.

Die Nähe unseres Namens zu den Freien Wählern von Bayern ist uns nicht gut bekommen
Werner Conrad, Sprecher der Vereinigten Wählergemeinschaften im Kreistag

„Die Bezeichnung Wählergemeinschaft, jeweils gemeinsam mit dem Wirkungsort, soll wieder zum Markenzeichen werden und die schon bisher ausschließlich regionale kommunale Ausrichtung deutlich machen“, erläutert Werner Conrad. „Die Nähe unseres Namens zu den Freien Wählern von Bayern ist uns nicht gut bekommen“, sagt er. „Bei der Kommunalwahl 2025, die von bundespolitischen Themen überlagert waren, haben wir mit einem Ergebnis von nur 2,94 Prozent auf Kreisebene nur zwei Mandate erreicht und damit den Fraktionsstatus verloren“, erinnert Conrad. „Das war angesichts der von uns entfalteten Aktivitäten, Ideen und Anträge enttäuschend“, findet er.

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„Hubert Aiwanger springt vielleicht für seine Partei in Bayern, aber nicht für uns“, sekundiert Marcel Liebegott von den Bürgern für Bürger in Kürten, die einst in den 90er Jahren aus einer Kontroverse um das damalige Splash-Bad in Abgrenzung zur CDU entstanden.

Der Neustart soll unabhängig und aufs Kommunale fokussiert sein

Die Umbenennung von UWG/BfB in Freie Wähler im Jahr 2010 habe sich nicht bewährt, zeigen sich die Verantwortlichen heute überzeugt und wollen mit der Namensänderung auch einen Neustart aufs Gleis setzen.

Das neue Logo der Gruppe zeigt in großen Buchstaben „VWG“ und darunter in kleineren „Vereinigte Wählergemeinschaft Rheinisch-Bergischer Kreis“.

Auch das neue Logo steht schon.

Und der soll vor allem unabhängig sein – und auf kommunale Themen konzentriert. „Wir haben genug Probleme vor Ort, die in den Kommunen dringend gelöst werden müssen“, sagt Werner Conrad und nennt neben der Ärzte- und Nahversorgung auf dem Land auch den ÖPNV, interkommunale Zusammenarbeit sowie Verbesserung von Serviceleistungen wie in der Zulassungsstelle des Kreises sowie die unbedingte Notwendigkeit, auch auf Kreisebene zu sparen.

Sicherlich sind wir manchmal zu brav gewesen
Werner Conrad, Sprecher der Vereinigten Wählergemeinschaft im Kreistag

„Sicherlich sind wir manchmal zu brav gewesen“, sagt Werner Conrad und deutet an, dass sich das deutlich ändern könnte, wobei man stets konstruktiv arbeiten wolle. „Wir wollen, dass der Bürger schon bei den Dienstleistungen der Verwaltung spürt: Hier tut sich was.“

„Man kann selbst als kleine Wählergemeinschaft einiges bewegen“, zeigt sich Rainer Röhr überzeugt. „Außerdem wollen wir unsere Wählergemeinschaften verjüngen“, sagt der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach und berichtet von den Bestrebungen in der Kreisstadt, Mitglieder, die unter 25 Jahre als sind – sofern sie noch in der Ausbildung sind – „beitragsfrei zu stellen“.