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Klima-Aktionstag Angst und Wut in Odenthal und Rösrath

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Zahlreiche Kinder und Jugendliche waren beim Aktionstag am Schulzentrum Odenthal auf den Beinen.

Odenthal/Rösrath – Ein Spaten wurde ihm in die Hand gedrückt: Symbolische Aufforderung an Bürgermeister Robert Lennerts (parteilos), in der herbstlichen Pflanzzeit einen heimischen, hitzeresistenten Baum zu pflanzen.  Die Aktion war Teil der Veranstaltung, mit der sich das Gymnasium Odenthal,  unterstützt von der Realschule, am weltweiten Aktionstag zum Klimaschutz beteiligte. Es sollte ein „Zeichen gesetzt werden, gegen die Ressourcenverschwendung und den damit einhergehenden Klimawandel“, so die Schule. Gleichzeitig sollte für mehr Nachhaltigkeit im Schulalltag geworben werden. Denn  „Nachhaltigkeit“ ist auch das Jahresthema 2022 am Odenthaler Gymnasium.

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Mit Songs und Redebeiträgen machten die Klima-Aktiven in Rösrath auf sich aufmerksam.

Dazu gehörte, dass die Schulgemeinschaft gebeten wurde, nachhaltig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus oder wenigstens in Fahrgemeinschaften zur Schule zu kommen. Verzichtet wurde gestern auch auf die Anfertigung von klimaschädlichen Kopien. Essen sollte nachhaltig verpackt, in der Cafeteria keine Einwegprodukte angeboten werden.  Mit Unterstützung heimischer Nahrungsmittelproduzenten wurden regionales Obst und Gemüse  angeboten „und uns regelrecht aus den Händen gerissen. Sogar die Deko wurde aufgefuttert“, freute sich Lehrerin Kerstin Usadel-Anuth.

Müllsammeln und Fahrraddemo

Produktiv waren die Schüler und Schülerinnen aber auch.  Einige sammelten Müll,  andere zogen mit einer kleinen Fahrraddemo durch den Ort, Beete wurden angelegt, um neue Lebensräume zu schaffen, Vogelfutter für den Winter angerührt, aus Altpapier neues Papier gemacht und auch mit einer Kleidertauschbörse für mehr Nachhaltigkeit geworben. Nur die Idee, den Bürgermeister mit einer Menschenkette vom Rathaus zum Gymnasium zu führen, wurde wieder verworfen. „Wir wollten den Kreisverkehr nicht mit 1500 Schülern verstopfen“, erklärte Usadel-Anuth. Denn das wäre auch nicht gerade klimafreundlich gewesen.

In Rösrath trafen sich Klima-Aktive zunächst vor dem Bürgerforum Hoffnungsthal, wo die Gruppe „Rösrath for Future“ mit einem Infostand präsent war. Mit Hilfe von „CO2-Bausteinen“ im Form von Holzklötzen konnten Interessierte ihren Fußabdruck erstellen und damit das eigene Verhalten kritisch betrachten. Zudem waren sie eingeladen, in  einem Fragebogen „Klimagefühle“ zu äußern. Wie schon vor zwei Wochen an einem Infostand bei „Kunst & Klaaf“ bekannten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Angst vor der Zukunft, insbesondere vor Naturkatastrophen. Sie äußerten aber auch Ärger und Wut angesichts unzureichender Reaktionen auf die Klimakrise.

"Rösrath for Future" fordert "Systemwandel"

Viele junge Leute, junge Eltern, aber auch engagierte Seniorinnen und Senioren hätten sich bislang an der Fragebogen-Aktion beteiligt, so Lena Müllhäuser von „Rösrath for Future“. Sie forderte wesentlich konsequentere Schritte gegen die Klimakrise: „Selbst wenn wir sparen, zeigt sich, dass wir wirklich einen Systemwandel brauchen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.“

Nach der Fragebogen-Aktion am Infostand folgte am Spätnachmittag eine Kundgebung mit rund 60 Interessierten im Park am Rathaus. Der bei „Rösrath for Future“ aktive Liedermacher Bernd Bobisch spielte und sang zum Auftakt sein Lied „Es kommt die Zeit“, das auf die Klimakrise eingeht. GrünenPolitiker Hardy Schumacher, stellvertretender Bürgermeister von Rösrath, stellte fest, es fehle bei vielen noch an einer „emotionalen Auseinandersetzung“ mit der Klimakrise: „Wir Menschen können gut verdrängen und schauen oft gerne bei unangenehmen Dingen weg.“ Er rief  dazu auf, „höflich und sachlich und nicht moralistisch“ auf andere zuzugehen, um Verhaltensänderungen zu erreichen.

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Nach Schumacher sprach Bernd Hirschfeld von „Rösrath for Future“, Bobisch präsentierte eine eigene Version des italienischen Partisanenlieds „Bella ciao“ mit deutschem Text zum Mitsingen.