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Fußball im BergischenEin Traum wird wahr - Auf ins Abenteuer Regionalliga

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Die Mannschaft jubelt mit einem Banner über den Aufstieg

Jubel nach dem letzten Heimspiel in der Belkaw-Arena.

Eine Mannschaft, ein Ziel, eine herausragende Saison: Wie der SV 09 den Aufstieg in die 4. Liga meisterte.

Nach 2012/13, 2019/20 und 2020/21 spielt SV 09 nun bald erneut in der 4. Liga. Die Fußballer von SV Bergisch Gladbach 09 sind angekommen: an ihrem großen Saisonziel Aufstieg in die Regionalliga, aber auch in ihrer Heimat, im Bergischen Land. Beim letzten Saisonspiel, dem überragenden 10:0 gegen die SpVg. Porz, kamen fast 900 Zuschauer in die Belkaw-Arena, um ihren SV 09 anzufeuern: Saisonrekord mit großem Abstand.

Vielleicht war das Kommen zum Saisonfinale auch der Dank begeisterter Fans des Fußballs, dass sie in der neuen Saison ab dem 31. Juli oder 1. August wieder die Chance haben, große Vereine vor Ort zu sehen: Sportfreunde Siegen, Rot-Weiß Oberhausen und die Reserven der Bundesligisten 1. FC Köln, FC Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund statt Königsdorf oder Bornheim.

Trainer Kruth wird Bier über den Kopf geschüttet.

09-Coach Kevin Kruth bekommt die obligatorische Bierdusche.

Apropos Rekorde: SV 09 wurde Wintermeister, war in der gesamten Hinrunde nach 15 Spielen als einziges Team unbesiegt, hatte zehn Siege gesammelt und fünfmal unentschieden gespielt bei einem Torverhältnis von 34:13. Insgesamt wurden in der Saison nur drei Spiele verloren. Alle anderen Kontrahenten auf Spitzenrängen hatten mindestens doppelt so viele Niederlagen kassiert. Die 09er waren über die ganze Saison nie schlechter als 2. der Tabelle, seit dem 9. Spieltag souveräner Spitzenreiter und haben diesen Platz an der Sonne auch ins Ziel gebracht.

"Störfeuer" gut verkraftet

Selbst „Störfeuer“ von Kontrahenten, die in der Tabelle dahinter platziert waren, kurz vorm Saison-Finale wurden gut verkraftet. Chef-Trainer Kevin Kruth: „Natürlich haben wir uns damit beschäftigt, dass Siegburger SV und Eintracht Hohkeppel die Wertungen aus den Partien gegen den FC Pesch vorgezogen haben und somit in der Tabelle uns vermeintlich ganz nahe gerückt sind ohne zu bedenken, dass wir am Tag der Wertung auch siegen und drei Punkte sammeln könnten. Aber dieses war vielleicht eher noch mehr Motivation für uns, unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Wir hatten über die gesamte Saison das Heft des Handelns in der Hand.“

Chef-Trainer Kevin Kruth und sein Co-Trainer Andy Habl haben die Mannschaft im Winter der Saison zuvor übernommen, als sie nur knapp über dem Strich stand und der Abstieg drohte. Wie wurde es bewerkstelligt, aus dieser Mannschaft nun ein solches Winner-Team zu formen, dass in der gesamten Hinrunde nicht eine einzige Partie und insgesamt nur deren drei verliert?

Fans auf der Tribüne im Stadion

Auch die Fans standen geschlossen hinter der Mannschaft.

Kevin Kruth: „Wir haben im Winter 2024 die Jungs dort abgeholt, wo sie damals standen. Auf der einen Seite haben wir ihnen Selbstvertrauen vermitteln müssen, aber auch die Demut vor allen anderen Teams. Es ist uns gelungen, einen guten Fokus zu entwickeln, letztlich war dieses der Schlüssel zum Erfolg.“

Ist die Einschätzung richtig, dass eines der entscheidenden Spiele die Partie bei Eintracht Hohkeppel war, als die 09er zur Halbzeit bereits mit 0:2 hinten lagen und am Ende noch 4:2 gewonnen haben? Kevin Kruth: „Es läuft mir heute noch kalt den Rücken runter, wenn ich an diese Partie denke. Es gibt nicht oft Spiele auf diesem Niveau. Ab diesem Zeitpunkt hat sich bei uns das Bewusstsein verstärkt, dass in dieser Saison Großes möglich sein wird. Ohne Zweifel war diese Partie eines der entscheidenden Spiele.“

Eine Spielszene aus der Partie Hohkeppel gegen SV Bergisch Gladbach 09

Auch beim ärgsten Verfolger Eintracht Hohkeppel jubelt am Ende der SV 09.

Im Verlaufe der Saison hat sich eine Stammformation herauskristallisiert. Oft auch notgedrungen mussten im späteren Saisonverlauf Leistungsträger wie unter anderem der verletzte Ervin Cindrak und der gesperrte Jonas Rücker, sowie im letzten Saisonspiel der ebenfalls gesperrte Ardit Mimini ersetzt werden. Schon vor Beginn der Saison fiel mit Claudio Heider ein absoluter Leistungsträger mit einem Kreuzbandriss aus. Der Kapitän und Leader des Teams musste von Beginn an ersetzt werden.

Unumstritten die Nummer eins im Tor war der zur neuen Saison gekommene Robin Schulze. In der Viererkette überzeugten in der Innenverteidigung Mathias Hülsenbusch und Rexhep Ajdari, links Maik Marquardt. Auch an Jonas Rücker auf der Position sechs führte kein Weg vorbei. Mit Ervin Cindrak und Ardit Mimini waren die Position acht und zehn herausragend besetzt. Die starken Flügelflitzer Finn Stromberg und Tristan Arndt waren von kaum einem Gegenspieler am Tor-Erfolg oder an dessen Vorbereitung zu hindern.

Wunderkind Ole Tillmann

Mit Ole Tillmann schaffte sensationell ein Mittelstürmer aus der eigenen U19 von Beginn weg den Sprung in die Stammelf und verdiente sich Woche für Woche seine Einsätze von Beginn an. Mit Joel Kouekem, Jan Ecke, Soufian Amaadacho und Sami Akremi standen außergewöhnlich starke Einwechselspieler bereit und überzeugten jeweils, wenn sie zum Einsatz kamen.

Ein weiteres Wort zu Ole Tillmann, dem Wunderkind aus eigener Ausbildung. Er wandelt auf den Spuren namhafter Vorgänger wie Claudio Heider und Jonas Rücker, in früheren Spielzeiten hießen sie Gino Windmüller und Andreas Dreiner.

Kevin Kruth: „ In der Tat hat sich irgendwann eine Stammformation herauskristallisiert. Unsere Spieler gaben alle im Training Gas und es gab keinerlei Grund, etwas an der Formation zu ändern. Und unsere engagierten Wechselspieler haben alle dazu beigetragen, dass auch im Training ein engagiertes Arbeiten immer stets möglich war und wenn sie eingewechselt wurden, haben sie jeweils ebenfalls mit Leistung überzeugen können. Wir haben mit starker Verteidigung und herausragender Offensive die wenigsten Gegentreffer kassiert und sehr viele Tore erzielt. Trotz unserer phasenweise krassen Verletzungsprobleme wie zum Beispiel durch den Ausfall von Claudio Heider über die gesamte Saison haben wir es trotzdem hinbekommen, am Ende ganz oben in der Tabelle zu stehen. Ole Tillmann ist besonders zu erwähnen, da es außergewöhnlich ist, dass ein U19-Spieler einen solchen Durchmarsch schafft von der U19 in die Mittelrheinliga. Das ist schon eine phänomenale Leistung für ein solch junges Talent.“

Eine Spielszene mit Tristan Arndt

Tristan Arndt führt die interne Torschützenliste mit 19 Toren an.

Tristan Arndt wurde mit seinen 19 Treffern die Nummer drei der Torjägerliste im Fußballverband Mittelrhein.

In Sachen Personalien für die neue Saison geht es bei SV 09 nicht um Namen, sondern es wurde ein klares Anforderungsprofil erstellt. Gesucht werden junge und hungrige Spieler. Etliche Neuzugänge stehen bereits fest. „Wir werden in der Regionalliga tiefer stehen müssen als zuletzt“, so Kevin Kruth: „Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, alle Spieler, die wir halten wollten, an uns zu binden.“

"Haifischbecken" Regionalliga

Dass die Regionalliga West ein so genanntes „Haifischbecken“ ist, ist dem Chef-Trainer klar. „Es es ist uns bewusst, dass wir es in dieser Liga, in der unter Profibedingungen gespielt wird, schwer haben werden angesichts unserer finanziellen Möglichkeiten, unseres Budgets. Es ist ein absolutes Abenteuer. Doch wir stellen uns den Anforderungen gerne“, so Kevin Kruth: „Der Verein hat sich dieses finanziell und strukturell erarbeitet und verdient sich, in der neuen Saison in dieser hohen Spielklasse anzutreten. Wir werden alles daran setzen, uns dieser Liga würdig zu erweisen.“

Jubelszenen im Stadion

Nach dem Abpfiff wurde nur noch gejubelt.

Befragt nach seinem Wunschgegner zum Auftakt, sagt Kevin Kruth: „Ein Heimspiel gegen die U21 des 1. FC Köln wäre eine schöne Sache, zumal, wenn nicht zeitgleich die Profis des 1. FC Köln spielen und wir damit mit gut besuchter Tribüne rechnen dürfen.“

Die Vorfreude auf das „Abenteuer“ Regionalliga ist allenthalben groß: bei Mannschaft, Trainerstab, dem gesamten Verein mit seinen zahlreichen Jugendmannschaften und den Freunden des Fußballs in der gesamten Region im Bergischen Land.