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Bauen in RösrathBürgerinitiative fordert mehr Grün für Neubaugebiet „Haus Hack“

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Großbaustelle Haus Hack 111121

Die Großbaustelle an der Kölner Straße in Rösrath im Februar.

Rösrath – Bei der Bebauung des Geländes rund um die inzwischen abgerissene Gaststätte Haus Hack wollen Betroffene aus der Nachbarschaft mitreden. Sie haben eine Bürgerinitiative „Bebauung Haus Hack“ ins Leben gerufen. In einem Schreiben an den Bauherrn, die Rösrather Unternehmensgruppe Osmab, fordern sie eine weniger dichte Bebauung, mehr Grün und vor allem eine Zufahrt zu den neuen Häusern über die Kölner Straße.

Für ihr Anliegen hat die Initiative in den letzten Wochen Unterschriften gesammelt. Ergebnis ist nach Angaben der Beteiligten, dass sich 253 Bürgerinnen und Bürger aus der Umgebung des Baugeländes hinter die Initiative gestellt haben.

Vier Häuser entlang Kölner Straße, zwei am Pestalozziweg

Auf dem Gelände geplant ist eine Wohnanlage mit sechs Mehrfamilienhäusern und insgesamt 65 Wohnungen, darunter auch elf öffentlich geförderte Wohnungen. Nach jetzigem Stand will Osmab entlang der Kölner Straße vier Häuser bauen, jedes davon mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Dahinter, zum Pestalozziweg hin, sind zwei niedrigere Gebäude vorgesehen, sie sollen zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss erhalten. Die Pläne sind Gegenstand eines Bebauungsplan-Verfahrens, das die Stadt eingeleitet hat. Zur Dichte der Bebauung waren auch schon kritische Stimmen aus der Kommunalpolitik zu hören.

Container für Kindertagespflege

Eine Vertretung für die Kindertagespflege will die Stadt Rösrath in Kürze anbieten. Sie soll insbesondere bei Krankheit von Tagespflegepersonen zur Verfügung stehen, das ist nach dem Kinderbildungsgesetz NRW (Kibiz) so vorgesehen, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt. Die geplante Vertretung soll vorerst, maximal für zwei Jahre, in Containern auf dem Gelände von Haus Hack unterkommen, in dieser Zeit läuft das Bebauungsplanverfahren. Die Unternehmensgruppe Osmab stellt das Grundstück dafür kostenlos zur bereit. Auf Dauer strebt die Stadt eine Unterbringung in festen Räumen an. (tr)

Ähnlich klingt die Stellungnahme der Bürgerinitiative: „Grundsätzlich unterstützen wir die Bebauung des Geländekomplexes“, heißt es in dem Schreiben an Osmab. „Allerdings sollte sich die geplante Bebauung auch an die Umgebung anpassen und die Belange der Anrainer berücksichtigen.“

Bebauungsdichte mache Stadtbild unharmonisch

Einwände haben die Aktiven der Bürgerinitiative insbesondere dagegen, dass die Zufahrt zu den geplanten Häusern und zur Tiefgarage ausschließlich über den Pestalozziweg erfolgen soll und dass auch zehn bis 20 überirdische Pkw-Stellplätze nur am Pestalozziweg und nicht in der Kölner Straße vorgesehen sind. Die zusätzliche Verkehrsbelastung würde somit vor allem den Pestalozziweg treffen. Die Nachbarn fordern, die Zufahrt zu den Häusern und zur Tiefgarage an die Kölner Straße zu verlegen und am Pestalozziweg einen Bürgersteig anzulegen.

Nicht einverstanden sind die Betroffenen zudem mit der viergeschossigen Bebauung (drei Geschosse plus Staffelgeschoss) an der Kölner Straße, sie verweisen darauf, dass die Umgebung von freistehenden Einfamilienhäusern geprägt sei. „Die Bebauungsdichte ist zu hoch und führt zu einem unharmonischen Stadtbild“, heißt es im Schreiben der Bürgerinitiative.

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Das Konzept des Investors sei auf „Maximierung der Wohndichte“ ausgerichtet und lasse zu wenig Freiraum für Grün, Spielen und Erholung. Auch ein Ersatz für die auf dem Grundstück gefällten Bäume sei nicht erkennbar. Dementsprechend fordert die Bürgerinitiative eine „Auflockerung“ der Bebauung, mehr Grünflächen und mehr Bäume.

Ihre Stellungnahme hat die Initiative auch an die Stadtverwaltung, die Stadtratsfraktionen und die Mitglieder im Planungsausschuss geschickt. Von Osmab erwartet sie, die Anwohner-Forderungen bei einer Überarbeitung der Pläne zu berücksichtigen.