Wer von Rösrath in Richtung Köln-Rath fährt, muss Insider sein, um zu wissen, dass sich in Kleineichen, Im Birkenweg 47, ein Stück Frankreich verbirgt. Liebhaber der klassischen französischen Küche und deutscher Klassiker schätzen die Adresse, die in der kommenden Woche ihr 20-jähriges Bestehen feiert.
Prominente und Stammgäste am Mittagstisch
Chris de Burgh war schon hier, ebenso kürzlich eine Ministerin der Landesregierung. Geschäftsleute und Mitglieder der Rösrather Stadtspitze sind regelmäßigen zu Gast und schätzen das täglich wechselnde und ausgezeichnete Zwei-Gänge-Mittags-Menü.
„Man kommt als Gast und geht als Freund“, erzählt Margret aus Bensberg. Sie und ihr Mann besuchen das Restaurant jede Woche. „Es war wieder fantastisch“, schwärmt sie. Vor Jahren seien sie zufällig erstmals hier eingekehrt. „Getränke, Essen, Preis-Leistung – alles sehr solide“, ergänzt ihr Mann. „Hier arbeiten Menschen, die mit dem Herzen dabei sind“, sind sich beide einig. Am Nachbartisch bestätigt ein älterer Herr, der seinen Mittag mit einem Glas Rotwein ausklingen lässt, die Einschätzung. Sein Rat: „Wer am Abend hier essen möchte, sollte immer einen Tisch reservieren.“
Ein Familienbetrieb mit pakistanischen Wurzeln
Dass Gastfreundschaft hier keine Floskel ist, zeigt sich auch im Gespräch mit den Eigentümern. Während Ifran Sahri als Küchenchef für die Kulinarik verantwortlich zeichnet, kümmert sich sein Bruder Ali Mazhar um die geschäftliche Seite und die Gäste. Mit Sohn Zeeshan Mazhar im Service steht bereits die nächste Generation bereit. „Uns macht es große Freude, für unsere Gäste da zu sein“, sagen die Brüder mit pakistanischen Wurzeln. Nach erfolgreichen Stationen in der gehobenen Kölner Gastronomie machten sie sich 2006 mit dem Gourmet in Rösrath selbstständig. Heute bietet der Familienbetrieb 52 Plätze, auf der verglasten Terrasse fast ebenso viele.
Frische Produkte und eine Speisekarte auf Schiefer
Die Speisekarte auf einer Schiefertafel ist eine kulinarische Entdeckungsreise: 15 Vorspeisen, 19 Hauptgerichte und neun Desserts stehen zur Wahl, ergänzt durch täglich wechselnde Empfehlungen des Küchenchefs. Er versteht sein Handwerk und verarbeitet mit Können und Sorgfalt nur frische Produkte. Seeteufel, Wildheilbutt, Wildlachs und Thunfisch kauft er stets selbst frisch ein. Pfifferlinge, Steinpilze und Wild aus der Eifel gehören zum saisonalen Angebot.
Von Carpaccio bis Crème brûlée
Die Auswahl reicht von Kürbiscremesuppe mit Flusskrebsen, Thunfisch- und Rindercarpaccio, Austern Fines de Claire und Miesmuscheln rheinischer Art bis zu Vitello tonnato. Kaninchenleber auf Feldsalat, Perlhuhnbrust mit frischen Trüffeln, Wachtelbrust und Foie gras mit Muskatgelee stehen ebenso auf der Tafel wie Rehrücken in Honig-Rosmarinsauce, Wildschweinrücken à la grande veneur, Kalbsbäckchen, Rinderfilet und Rumpsteak. Auch gebackener Ziegenkäse mit Trüffelhonig lohnt sich als Versuch. Zum Dessert locken Crème brûlée, Schokoladensoufflé, Mandelparfait und Sorbets von Mango, Zitrone, Erdbeere oder Mandarine.
Faire Preise und ehrliches Handwerk
Wer bei dieser Vielfalt und der ausgesuchten Weinkarte gehobene Preise erwartet, wird angenehm überrascht. Das faire Preis-Leistungs-Verhältnis gehört zu den Stärken des Hauses. Hier wird stets frisch und mit persönlichem Einsatz gekocht. Oder, wie die Brüder versprechen: „Wir kochen für Sie deutsch-französisch: mit frischen Produkten, sorgfältiger Zubereitung und einem Blick für ehrliches Handwerk.“ (sus)

