Fünf Bebauungspläne gibt es für den Rösrather Ortsteil Kleineichen. Die Planungskosten belaufen sich auf mindestens 180.000 Euro.
StadtentwicklungDiese fünf Pläne gibt es für Kleineichen

Den Anstoß für die Stadtentwicklung in Kleineichen hatte Marc Schönberger (CDU) im Frühjahr gegeben.
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Der Rösrather Ortsteil Kleineichen soll einen Bebauungsplan bekommen, eigentlich: fünf. Das hat der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Verkehr in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Alle fünf Vorlagen der Verwaltung – Birkenweg, Alte Kölner Straße, Kirchstraße, Eiserweg und Bismarckstraße – wurden mehrheitlich mit sieben Ja-Stimmen, fünf Enthaltungen und einer Gegenstimme angenommen.
Den Anstoß für eine aus seiner Sicht notwendige strategische Stadtentwicklung hatte im Frühjahr Marc Schönberger gegeben. Der CDU-Fraktionsvorsitzende beantragte im Namen seiner Fraktion, der Stadtrat solle die Aufstellung eines Bebauungsplans für Kleineichen beschließen. Es gehe nicht darum, „Nachverdichtung zu verhindern“, so Schönberger, „sondern um deren qualifizierte, ortsbildgerechte und infrastrukturell verträgliche Ausgestaltung“. Und weiter: „Wir möchten damit bewerkstelligen, dass keine Zersplitterung von sehr großen Grundstücken zu extrem kleinen Grundstücken stattfindet.“ Unterstützt wurde der Antrag damals in der Mai-Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses von den Fraktionen Fors-Park und SPD.
Hintergrund des Vorhabens
Im Zuge des Generationenwechsels in Kleineichen und „maximaler baulicher Ausnutzung der Grundstücke“ drohe eine erhebliche Veränderung des Ortsteils. Das soll verhindert werden. Schönberger fasste es so zusammen: Man wolle nicht, dass die Wohnzimmer größer seien als die Gärten.
Innerhalb von rund zehn Jahren, so seine Befürchtung, sei ansonsten eine Verdoppelung der Einwohnerzahl in Kleineichen zu erwarten. Außerdem fehlten in dem Ortsteil, abgesehen von der Kirchstraße, Bürgersteige, und die Straßenbreiten ließen den Bau von Gehwegen auch nicht zu. Hinzu komme eine bereits angespannte Infrastruktur: Der Eiserweg als Hauptzufahrt sei überlastet, der Abwasserkanal arbeite an der Kapazitätsgrenze, die Kinderbetreuung sei mehr als ausgelastet.
Großer Bebauungsplan ist schwer in Handhabung
Fachbereichsleiterin Kerstin Frey erläuterte, dass ein einziger großer Bebauungsplan für ganz Kleineichen schwer handhabbar wäre. Von Bürgermeister Steinbach kam daher der Vorschlag, einen – oder mehrere – Bebauungspläne zur Aufstellung vorzubereiten. Dem folgte der Ausschuss mehrheitlich. Jetzt hat die Verwaltung fünf Entwürfe präsentiert.
Alle fünf Pläne zusammen verursachen mindestens 180.000 Euro als Planungskosten. Die beiden teuersten Entwürfe – Birkenweg und Bismarckstraße – schlagen mit mindestens 50.000 Euro zu Buche.
Fünf Bebauungspläne bringen Kostenvorteile
Artenschutzprüfung (ASP I) und Verkehrsgutachten mit mindestens 50.000 Euro Kosten für beide können für ganz Kleineichen beauftragt, die Ausgaben anteilig verteilt werden. Hinzu kommen Umweltberichte und weitere planspezifische Einzelgutachten, je nach Komplexität.
Woher die Mittel für die fünf Fälle kommen sollen, ist allerdings offen. Im laufenden Haushalt ist kein Geld dafür eingestellt.
Bebauungsplan Nr. 140 Kleineichen-Birkenweg
Sieben Hektar zwischen Kölner Straße, Hirschstraße, Nonnenweg und Eiserweg. Ziel: Wohnen und Gewerbe dauerhaft in Einklang bringen. Wegen der komplexen Verknüpfung von Gewerbe und Wohnen sowie Lärmschutz ist externe Fachbürounterstützung vorgesehen.
Bebauungsplan Nr. 141 Kleineichen-Alte Kölner Straße
Neun Hektar zwischen Alter Kölner Straße, Nonnenweg und Auf dem Langenbroich. Ziel: das durch Einfamilienhäuser geprägte Ortsbild sichern, Baulücken verträglich schließen, Straßenerschließung sowie Abwasserinfrastruktur ertüchtigen. Erstellung intern.
Bebauungsplan Nr. 142 Kleineichen-Kirchstraße
Neun Hektar zwischen Kirchstraße, Alter Kölner Straße und Nonnenweg. Ziel: Sicherung des Ortsbildes, Erhaltung sozialer Infrastruktur, da der Flächennutzungsplan in diesem Bereich Gemeinbedarfsflächen ausweist. Erstellung intern.
Bebauungsplan Nr. 143 Kleineichen-Eiserweg
Zehn Hektar zwischen Nonnenweg, Hirschstraße und Bismarckstraße. Im Mittelpunkt steht die Verkehrsüberlastung. Realistische Festsetzungen zur Straßenanpassung sollen langfristig Verbesserungen möglich machen. Erstellung intern.
Bebauungsplan Nr. 144 Kleineichen-Bismarckstraße
Neun Hektar zwischen Bismarckstraße, Birkenweg und An der Steinenporz. Ziel: Vereinbarkeit von Wohnen und Gewerbe sowie die Verkehrsführung und technische Infrastruktur. Externe Unterstützung nötig.
Für die Bürgerinnen und Bürger wird es einen Informationsabend geben. Parallel werden Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange frühzeitig beteiligt. Nach Überarbeitung der Planung folgt die einmonatige öffentliche Auslegung, bevor der Rat den abschließenden Satzungsbeschluss fasst. Mit der öffentlichen Bekanntmachung wird der jeweilige Bebauungsplan rechtskräftig.
Grundsätzlich gilt: Bestehende Gebäude werden durch die Bauleitplanung nicht berührt. Bei Abriss und Neubau jedoch müssen Eigentümer künftig die Vorgaben des Bebauungsplans beachten.
