Seit Montagabend brennt in der Wahner Heide ein mutmaßlich mit Kampfmitteln belastetes Waldstück. Mehr als 200 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Ein Polizeihubschrauber wirft Wasser ab.
Waldbrand in der Wahner Heide200 Einsatzkräfte kämpfen gegen Feuer – Gefahr durch Kampfmittel

Das brennende Waldstück in der Wahner Heide ist weiträumig abgesperrt. Kampfmittel lauern dort im Boden und erschweren die Brandbekämpfung erheblich.
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Immer wieder zieht der Polizeihubschrauber seine Kreise über der Wahner Heide. An einem langen Seil schwebt ein orangefarbener Wasserbehälter, der sogenannte „Bambi Bucket“, unter dem Rotor.
Knapp 900 Liter Wasser nimmt er an einem eigens aufgebauten Wasserbecken auf, wenige Augenblicke später regnet es über einem Waldstück nieder, das die Feuerwehr selbst nicht betreten darf. Denn unter dem brennenden Waldboden könnte noch immer Munition aus der Zeit liegen, als die Wahner Heide zwei Jahrhunderte Truppenübungsplatz war. Auch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg wird auf dem Areal noch vermutet.

Derzeit kann das Feuer allein aus der Luft von einem Polizeihubschrauber mit wassergefülltem „Bambi Bucket“ bekämpft werden.
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Seit dem frühen Montagabend (6. Juli) kämpft die Feuerwehr Rösrath gemeinsam mit zahlreichen Einsatzkräften aus dem gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis gegen einen Vegetationsbrand im Stadtteil Brand. Die Polizei hat den Brandort weiträumig abgesperrt. Gegen 17 Uhr war der Feuer- und Rettungsleitstelle eine zunächst unklare Rauchentwicklung gemeldet worden.
Kampfmittel verhindern direkten Löscheinsatz vom Boden aus
Nach Informationen dieser Zeitung hatte zunächst die Flugsicherung im Tower des Flughafens Köln/Bonn den Rauch bemerkt. Die Flughafenfeuerwehr alarmierte daraufhin die Leitstelle des Rhein-Sieg-Kreises, von dort ging die Meldung unmittelbar an die Leitstelle des Rheinisch-Bergischen Kreises in Bergisch Gladbach weiter.

Wegen der unklaren Munitionsbelastung im Boden darf das brennende Waldstück aktuell nicht betreten werden.
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Als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, stand eine rund 500 Quadratmeter große Waldfläche in Flammen. Schnell war klar: Die eigentliche Herausforderung ist nicht das Feuer – sondern der Untergrund.
Ohne Munitionsbelastung wäre das wohl innerhalb weniger Stunden gelöscht.
„Ohne Munitionsbelastung wäre das wohl innerhalb weniger Stunden gelöscht“, sagt Feuerwehrsprecher Felix Schädlich. Weil jedoch nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich im Boden noch Kampfmittel befinden, dürfen die Einsatzkräfte das Brandgebiet aus Sicherheitsgründen nicht betreten. „So werden uns die Löscharbeiten wohl noch weit bis in den Dienstag beschäftigen.“

Knapp 900 Liter Löschwasser fasst das „Bambi Bucket“ im Vordergrund, das ein Polizeihubschrauber dann über dem brennenden Waldgebiet ausleert. Im Hintergrund: das Faltbecken, aus dem nachgefüllt wird.
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Stattdessen setzt die Feuerwehr auf eine aufwendige Taktik aus der Distanz. Bis zum Einbruch der Dunkelheit fliegt ein Hubschrauber der Polizei NRW rund 20 Einsätze mit dem „Bambi Bucket“. Unweit der Ortschaft Schefferei hat die Feuerwehr einen 20.000 Liter fassenden Faltbehälter aufgebaut, aus dem der Helikopter immer wieder Wasser in seinem an einem langen Seil befestigten „Bambi Bucket“ aufnimmt.
Hubschrauber der Polizei bremst aus der Luft die Flammen bei Waldbrand
„Dadurch ist es gelungen, den Brand deutlich einzudämmen“, sagt Einsatzleiter und Feuerwehrchef Bastian Eltner. Mit Einbruch der Dunkelheit müssen die Flüge jedoch eingestellt werden. Sollte es erforderlich sein, soll der Hubschrauber am Dienstagmorgen erneut starten.

Blick auf eine Einsatzkarte: Südlich des Busenbergs (blauer Punkt) brennt der Wald in der Wahner Heide.
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Parallel hat die Feuerwehr weitere Maßnahmen vorbereitet. Von einem Spezialunternehmen wurde eine sogenannte Regnerkette geordert. Dabei handelt es sich um lange Schläuche mit zahlreichen Austrittsöffnungen, die von sicheren Waldwegen aus verlegt werden können und das Feuer großflächig bewässern. „Bislang war das nicht nötig, weil der Hubschrauber den Brand bereits erfolgreich eingedämmt hat“, erklärt Eltner.
Der Schutz der Natur und der Eigenschutz unserer Einsatzkräfte stehen bei dieser Einsatzlage gleichermaßen im Fokus.
Rund 200 Einsatzkräfte sind am Montagabend im Einsatz. Unterstützung kommt aus dem gesamten Kreisgebiet. Neben dem Waldbrandzug der Feuerwehr Bergisch Gladbach helfen Feuerwehren aus Overath, Kürten, Burscheid, Odenthal und Leichlingen. Die Führungsunterstützung des Kreises koordiniert den Großeinsatz. Zeitweise übernimmt sogar die Feuerwehr Kürten den Grundschutz im Rösrather Stadtgebiet und besetzt das Feuerwehrhaus an der Schillerstraße, damit dort jederzeit mögliche weitere Einsätze abgearbeitet werden können.

Das Rote Kreuz verpflegt die Einsatzkräfte die ganze Nacht hindurch.
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Die Einsatzzentrale mit dem Einsatzleitwagen (ELW) der Feuerwehr Rösrath und dem ELW des Kreises ist im Innenhof des Kinder- und Jugenddorfs Stephansheide eingerichtet worden. Rösraths Feuerwehrsprecher Felix Schädlich wird hier auch von seinen Bergisch Gladbacher Kollegen Elmar Schneiders und Simon Schwab unterstützt, als am Abend auch mehrere Fernsehteams vor Ort berichten wollen.
200 Einsatzkräfte beim Waldbrand in der Wahner Heide
Das Deutsche Rote Kreuz versorgt die Einsatzkräfte. „Wir haben 250 Würstchen und Brötchen vorbereitet – und natürlich Getränke“, berichtet die Rösrather DRK-Vorsitzende Ingeborg Schmidt. Für den nächsten Morgen sind bereits weitere 300 belegte Brötchen bestellt.

Interkommunale Zusammenarbeit: Bei der Medienarbeit wird Rösraths Feuerwehrsprecher Felix Schädlich am Montagabend von Kollegen aus Bergisch Gladbach unterstützt.
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Mit Einbruch der Dunkelheit übernehmen Feuerwehrleute aus Nachbarstädten die Brandwache auf den sicheren Waldwegen rund um die Brandstelle. Das eigentliche Brandgebiet bleibt tabu. Ab 6 Uhr am Dienstag werden die Löscharbeiten fortgesetzt.
Brandwache übernimmt in der Nacht, am frühen Morgen geht es weiter
„Der Schutz der Natur und der Eigenschutz unserer Einsatzkräfte stehen bei dieser Einsatzlage gleichermaßen im Fokus“, betont Feuerwehrchef Bastian Eltner. „Solange eine Gefährdung durch mögliche Munition nicht ausgeschlossen werden kann, werden wir keine Einsatzkräfte in diesen Bereich schicken.“

Auch Verbindungsleute von Bundeswehr, Forst und anderen Stellen sind in engem Kontakt mit der Einsatzleitung.
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Vor Ort arbeiten Feuerwehr, Bundesforst, Bundeswehr und die Informations- und Kommunikationsgruppe des Rheinisch-Bergischen Kreises eng zusammen. Gemeinsam prüfen sie Möglichkeiten, das Gebiet gegebenenfalls unter besonderen Schutzmaßnahmen räumen zu lassen. Eine einfache Lösung gibt es jedoch nicht. „Letztlich kann uns niemand sagen, wo dort gegebenenfalls noch Kampfmittel im Boden liegen“, beschreibt Eltner die Problematik, auf die er seit Jahren engagiert hinweist.
Die Freiwillige Feuerwehr Rösrath übte Szenario bereits vor zwei Jahren
2023 hat es dazu ein Spitzentreffen mit dem Landesbetrieb Wald und Holz gegeben, 2024 hatte die Feuerwehr Rösrath unter dem Namen „Feuerwalzer“ eine großangelegte Übung für genau dieses Szenario organisiert – einen Waldbrand auf munitionsbelastetem Gelände der Wahner Heide.
Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Angaben der Feuerwehr aufgrund des aktuellen Waldbrands aktuell nicht. Wohnhäuser mussten nicht evakuiert werden. Lediglich Tiere in unmittelbarer Nähe der Brandstelle wurden von ihren Besitzern in Sicherheit gebracht. Auch Auswirkungen auf den Flugbetrieb des Flughafens Köln/Bonn gebe es bislang nicht, so Einsatzleiter Bastian Eltner noch am späten Abend.
