Sascha Solbach sagt, es sei an der Zeit, dass die Kölner ihre Blockade gegen eine Bedburger Straße aufgeben. Er fände es gut, wenn sie in Müngersdorf läge.
Bürgermeister spottet„Kölner hatten immer Angst vor uns Bedburgern“

Sascha Solbach vermutet, dass das Fehlen einer Bedburger Straße in Köln etwas mit unterschiedlichen Biergeschmäckern zu tun hat.
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Zehn Städte bilden den Rhein-Erft-Kreis. Acht von ihnen finden sich in Köln auf Namensschildern wieder. Zwei nicht. Die eine ist Erftstadt. Nun, das mag sich damit erklären, dass Erftstadt noch verhältnismäßig jung ist. 1969 wurde es als Zusammenschluss verschiedener Gemeinde gegründet. Immerhin gibt es aber unter anderem die Lechenicher Straße und die Liblarer Straße.
Komplett leer geht dagegen Bedburg aus. Unter den rund 5000 Straßennamen findet sich allerlei, aber nicht die Bedburger Straße. Nicht mal den Bedburger Weg gibt es. Im Gespräch mit Jörn Tüffers erzählt Bürgermeister Sascha Solbach (SPD), was er davon hält.
In Köln gibt es keine Bedburger Straße. War Ihnen das bewusst?
Sascha Solbach: Nein.
Wie erklären Sie sich das – nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass alle anderen Städte des Rhein-Erft-Kreises auf Straßenschildern verewigt sind? Okay, Erftstadt ist ein Sonderfall. Das ist ja keine richtige Stadt. Dafür gibt es aber beispielsweise die Liblarer und die Lechenicher Straße.
Die Kölner hatten seit jeher Angst vor Bedburg, weil durch unsere Ländereien die Altbier-Grenze verlief. Da vor einigen Jahrzehnten nicht auszuschließen war, dass das Altbier die Kölsch-Grenze immer weiter zurückdrängt, haben die Kölner vermutlich aus Sorge auf einen Hinweis verzichtet. Nun ist es anders gekommen, und auch hier läuft überwiegend Kölsch durch den Zapfhahn. Zeit also, dass die Kölner ihre Blockade gegen eine Bedburger Straße aufgeben.
Warum sollte es dennoch eine Bedburger Straße in Köln geben?
Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Seit Jahrzehnten haben wir in Bedburg eine Kölner Straße und den Kölner Platz. Berlin, Hamburg und München kommen hier bei uns nicht vor, genauso wenig wie Düsseldorf. Köln hat an der Stelle also etwas gut zu machen.
Werden Sie Bedburger aufrufen, zum Shoppen eher nach Neuss und Düsseldorf als nach Köln zu fahren?
Niemals, in mir schlägt das kölsche Hätz, wobei ab und zu ein Ausflug in die Fremde sicher nicht schadet.

In Köln ist offenbar kein Platz für eine Bedburger Straße. Da hilft wohl nur, im Dom zu beten. Das kostet ja noch nichts.
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Werden Sie das Gespräch mit Ihrem Parteikollegen Burmester suchen?
Wenn die ersten Gondeln vom Bedburger Strand ablegen, bekommen wir sicher hierzu eine schöne Gelegenheit.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – in welchem Stadtteil sollte die Bedburger Straße liegen. Und wie sollte sie ausschauen?
Als FC-Dauerkartenbesitzer fällt mir Müngersdorf ein. Mir gefällt die Idee einer lebendigen Straße, die mit buntem Leben, FC-Kneipen, Geschäften und Gastro den rheinischen und Bedburger Frohsinn widerspiegelt und wo in einem Schaufenster endlich wieder der gewonnene Meisterpokal zum Bestaunen ausgestellt ist.
