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Abriss geplantDas ist der neue Besitzer des leerstehenden Bedburger Krankenhauses

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Zu sehen ist das frühere und nun leerstehende Krankenhaus in Bedburg.

Das Krankenhaus Bedburg hat einen neuen Besitzer. Der Bedburger Landwirt und Unternehmer Albert Kühl will das Gebäude abbrechen und ein neues Quartier entstehen lassen.

Der Bedburger Landwirt und Unternehmer Albert Kühl will Raum für Arztpraxen, eine Apotheke und Wohnungen schaffen.

Am Donnerstag, 21. Mai, findet die Schlüsselübergabe vom Insovenzverwalter an den neuen Eigentümer statt: Albert Kühl hat das einstige Bedburger Krankenhaus St.-Hubertus-Stift aus der Insolvenzmasse gekauft. Der Bedburger Landwirt und Unternehmer will das Gebäude, in dem bis Januar 2025 noch Patienten versorgt wurden, niederlegen lassen. An der Stelle sollen laut Kühl Wohnungen und Gesundheitseinrichtungen entstehen – die Fläche soll also auch nach der Insolvenz des Krankenhauses weiterhin mit dem Thema Gesundheitsvorsorge verknüpft bleiben.

„Ich habe Bock, etwas in und für Bedburg zu machen“, sagt der 53-Jährige, der für die CDU im Bedburger Stadtrat sitzt. In dem Projekt, für das er die Gesellschaft „Sankt-Hubertus-Stift Bedburg“ (SHS) gegründet habe, sehe er eine riesige Chance für die Entwicklung der Innenstadt. „Ich will die städtebauliche Entwicklung fördern.“ Sein Vorhaben sei mit der Stadtverwaltung abgestimmt. „Ich sehe das nicht rein wirtschaftlich, sondern möchte in der Stadt, in der ich gerne lebe, eine Entwicklung sehen.“

Bedburg: Gespräche mit der Ärzteschaft in der Schlossstadt

Kühl plant nach eigenen Angaben auf dem 4300 Quadratmeter großen Areal im Herzen der Stadt mehrere kleinere Einheiten. „Im Erdgeschoss ist Platz für Arztpraxen, eine Apotheke oder eine Tagespflege, darüber sind Wohnungen geplant“, sagt Kühl. Mit Ärzten im Stadtgebiet habe er bereits Gespräche geführt. „Viele hiesige Ärzte haben Probleme mit den Räumlichkeiten.“ Es werde eine Art weitergedachtes Medizinisches Versorgungszentrum. Auch eine Bäckerei könne hier untergebracht werden.

Kühl hat „ein charmantes, kleines Quartier“ im Blick. Ich möchte einen echten Mehrwert für Bedburg schaffen, sagt Kühl. Kirchplatz, Marktplatz und Krankenhausvorplatz sollen miteinander verbunden werden, und die unter dem Krankenhaus verlaufende Kleine Erft solle freigegraben und erlebbar gemacht werden. „Was dort entsteht, soll kein Klotz sein, sondern die Lambertuskirche gelten lassen.“ Eine Tiefgarage solle die Parkplatznot rund um den Marktplatz entzerren.

Zu sehen ist der Bedburger Landwirt und Unternehmer Albert Kühl.

Der Bedburger Landwirt und Unternehmer Albert Kühl will an der Stelle des früheren Krankenhauses ein neues Quartier entstehen lassen.

Bürgermeister Sascha Solbach (SPD) lobt Kühls Engagement für die Stadt. „Wir sind froh, dass er schon Gespräche mit der Bedburger Ärzteschaft geführt und Perspektive aufgezeigt hat“, sagt Solbach. Kühl habe von der ersten Sekunde an Kontakt zur Verwaltung gehalten und seine Pläne abgestimmt, ob sie städtebaulich und architektonisch sinnvoll seien und der Struktur der Stadt Rechnung trügen. „Es ist ein gutes Zeichen, wenn jemand aus der Stadt in die Stadt investiert“, sagt Solbach und spricht von einer „Win-Win-Situation“.

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Der Notarztstandort am Krankenhaus soll nun so lange erhalten bleiben, wie das Gebäude noch steht. Ein Nachfolgestandort könnte die geplante neue Feuerwache in Millendorf sein. Kühl geht davon aus, dass es noch ein bis zwei Jahre bis zum Abbruch des Krankenhauses dauert und fünf bis sechs Jahre bis zur vollständigen Umsetzung des Projekts, das möglicherweise den Namen „Sankt-Hubertus-Quartier“ tragen könnte.

Auch die Politik unterstützt das Vorhaben. So hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung in nichtöffentlicher Sitzung den Verzicht auf das Vorkaufsrecht erklärt. „Wir richten den Blick nach vorn und sind froh, dass das alte Krankenhaus einen neuen Besitzer gefunden hat“, sagen Bernd Coumanns und Carola Janke von der SPD-Fraktion. „Seine Überlegungen, in einem Neubau Gesundheitseinrichtungen anzusiedeln und zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, passen gut zur Innenstadt.“

„Es wird ein großer Gewinn für unsere Stadt sein“, ist Markus Klein (CDU) überzeugt. „Zusammen mit meinem Fraktionsvorsitzenden Michael Stupp, der hier der Ideengeber war, haben wir uns ein Vorzeigeprojekt in Hessen angesehen und sind mit dieser Idee an den Bürgermeister und die anderen Fraktionen herangetreten. Wir freuen uns sehr, dass wir den Anstoß für ein großartiges Projekt in unserer Innenstadt geben konnten und es auch den gemeinsamen politischen Willen gibt, dieses jetzt mit Albert Kühl umzusetzen.“