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Seit 50 Jahren Stammgast im FreibadFür Marlene Jepsen aus Bedburg ist Schwimmen ihr Heilmittel

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Seit 50 Jahren ist Marlene Jepsen treuer Badegast in Bedburg.

Seit 50 Jahren ist Marlene Jepsen treuer Badegast in Bedburg.   

Powerfrau und Wasserfreundin Marlene Jepsen kauft seit 50 Jahren ein Saisonticket für das Freibad. Schwimmen ist laut Experten der geeignete Sport für ältere Leute.

Ein Leben ohne Wasser kann sich Marlene Jepsen nicht vorstellen. Täglich besucht sie das Bedburger Frei- oder Hallenbad. Jetzt hat die Stadt Bedburg die 79-Jährige zum Ende der Freibadsaison für 50 Saisonkarten geehrt, die sie seit 1976 für das Freibad genutzt hat.

Geboren ist Marlene Jepsen in Schweich bei Trier. „Da sind wir regelmäßig in der Mosel geschwommen“, erzählt sie. Später lebte sie in Neuss-Selikum. „Da haben wir in der Erft gebadet.“ Ihr vor 19 Jahren verstorbener Mann Paul arbeitete bei Rheinbraun, so kam das Paar in eine Wohnung in Titz-Hasselweiler. Da gab es kein Schwimmbad, also zogen sie schon zwei Jahre später nach Bedburg-Kaster. „Ich habe großen Wert darauf gelegt, in der Nähe eines Schwimmbads zu wohnen“, sagt die 79-Jährige.

Bedburg: Auf Urlaubsreisen muss es ein Hotel mit Schwimmbad sein

Im ersten Jahr in Kaster kaufte sie nicht nur eine Jahreskarte für das Hallenbad, sondern auch eine Saisonkarte für das Freibad. „Vor 16 Jahren wurde fast vor meiner Tür das Monte Mare gebaut“, erinnert sie sich. Da das Hallenbad dichtgemacht hatte, hat sie seitdem dafür eine Jahreskarte.

Fast täglich stehen Schwimmen, Sauna und Yoga sowie früher ein Hundespaziergang auf dem Programm. Auch für Urlaubsreisen, wie neulich nach Madeira, wählt sie stets Hotels mit Wellnessbereich und Schwimmbad.

Maik Hensel (l.) und Sven Boving gratulierten Marlene Jepsen zu ihrem Dauerkarten-Jubiläum.

Maik Hensel (l.) und Sven Boving gratulierten Marlene Jepsen zu ihrem Dauerkarten-Jubiläum.

Im Alter von 15 Jahren startete sie ins Berufsleben, war bis zu ihrer Pensionierung – zuletzt in Neuss – Pflegedienstleiterin, OP-Schwester und Heilpraktikerin und begann mit 53 noch ein Studium der Pflegewissenschaft, das sie nach vier Semestern mit Erfolg abschloss. „Nach einem halben Leben in Weiß ist jetzt bunte Kleidung mein Markenzeichen“, sagt sie und beweist das mit T-Shirt, Hose und Halskette in prächtig knalligen Farben.

Nach 45 Berufsjahren nahm ihr Leben eine unerwartete Wendung: Nach einem Fahrradunfall musste sich die Powerfrau acht Wochen lang sportlich schonen. Ihre Liebe zum Wasser und Schwimmen musste ruhen. Und es trat keine baldige Besserung ein. Stattdessen teilten die Ärzte Marlene Jepsen mit, dass sie an Multipler Sklerose litt. „Dadurch, dass ich immer in Bewegung war, ist die Krankheit bis dahin nicht offen erkennbar gewesen“, sagt sie.

Nur durch das Wasser bin ich ein bisschen mobil geblieben
Marlene Jepsen

Vieles ist dadurch komplizierter geworden. „Ich muss immer Hilfe haben“, sagt sie ohne Groll. Denn die bekommt sie auch im Freibad: „Das Personal dort ist zuvorkommend und toll. Die helfen mir ins Wasser, und es gibt auch einen Lift ins Becken“, sagt sie. Auch bei 15 Grad Luft- und 18 Grad Wassertemperatur ist Marlene Jepsen im Frühjahr meist die Erste im Freibad. „In der Regel habe ich die Saisonkarte mit der Nummer eins“, sagt sie. „Schwimmen ist mein Heilmittel“, ist sie sicher. „Nur durch das Wasser bin ich ein bisschen mobil geblieben“, sagt die auf einen Rollstuhl angewiesene Frau.

Vor 50 Jahren sei es noch familiärer im Freibad zugegangen. So erinnert sie sich unter anderem an Bäderchef Heinz Holz, dessen Frau im Kiosk von Marlies Lisdorf gearbeitet habe, wo es unter anderem große Portionen Pommes frites und leckeren Kaffee gegeben habe. Jetzt, zum Saisonabschluss, haben Maik Hensel und Sven Boving vom aktuellen Freibadteam Marlene Jepsen mit einem Blumenstrauß zu 50 Jahren Freibad-Saisonkarte gratuliert. Und von der Stadtverwaltung war zu erfahren, dass die 51. Saisonkarte im nächsten Jahr aufs Haus gehen werde.


Viele Sportarten belasten die Gelenke, lassen den Blutdruck steigen und machen schon nach kurzer Trainingsdauer müde und erschöpft. Und genau damit kommen viele Sportarten für ältere Menschen nicht mehr in Frage. Vor allem bei Senioren treten häufig Erkrankungen aufgrund altersbedingten Verschleißes auf. Osteoporose, Bandscheibenprolaps, Arteriosklerose und Bluthochdruck zählen zu den häufigsten Erkrankungen, die im Alter auftreten. Aus gesundheitlicher Sicht kommen viele Sportarten dann nicht mehr in Frage.

Schwimmen ist eine der wenigen Sportarten, die nach Angaben von Experten uneingeschränkt für Senioren empfohlen werden kann. Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit erfolgen keine Stöße oder Erschütterungen in den Gelenken. Die Muskeln können sanft trainiert werden, ohne, dass Sie das schnelle Gefühl der Überanstrengung haben. Gleichzeitig lässt das Schwimmen den Blutdruck nicht ansteigen. Der Stoffwechsel wird durch die regelmäßige, aber sehr schonende Bewegung angeregt und das Immunsystem wird gestärkt.

Experten haben erforscht, dass Schwimmen auch den Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Stress wird abgebaut, der seelische Zustand wird positiv beeinflusst und Schwimmen kann sogar bei Depressionen helfen.