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GoldhochzeitLydia und Wjaceslav Lukjanow aus Bergheim kennen sich seit Kindertagen

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Das Foto zeigt ein älteres Paar.

Wjaceslav und Lydia Lukjanow sind seit 50 Jahren verheiratet.

Geheiratet hat das junge Paar am 24. Juli 1976 in seinem Heimatdorf. 1994 kamen die Familienmitglieder als Spätaussiedler nach Deutschland.

„Wo ist die Zeit geblieben?“, fragen sich Lydia und Wjaceslav Lukjanow. Das Ehepaar, das sich schon seit Kindertagen kennt, feiert heute goldene Hochzeit. Beide sind in einem kleinen russischen Dorf namens Spornoje in der Nähe der Großstadt Tscheljabinsk aufgewachsen, in dem im Alltag überwiegend Deutsch gesprochen wurde. Hier lernten sie sich in der Schule kennen und später auch lieben. „Das hat sich von Anfang an entwickelt, denn wir hatten den gleichen Freundeskreis – mit etwa 14 Jahren haben wir begonnen, uns zu treffen“, erzählt Lydia Lukjanow. So hält die Beziehung der beiden heute 72-Jährigen schon seit fast 60 Jahren.

Bergheim: Stolze Großeltern von fünf Mädchen und drei Jungs

Geheiratet hat das junge Paar schließlich am 24. Juli 1976 in seinem Heimatdorf. Zuvor hatte Lydia eine Ausbildung zur Schneiderin und anschließend ein Design-Studium für Kleidung absolviert; Wjaceslav leistete zunächst seinen Wehrdienst und wurde dann Bergingenieur. Bei der Hochzeit zog das Brautpaar durch das ganze Dorf, begleitet von einem Akkordeonspieler und zahlreichen Gratulanten und Gästen. „Das war so schön“, erinnert sich Lydia Lukjanow. Nach der Hochzeit zog das Paar nach Kasachstan, wo Wjaceslav als Leiter des Rettungsdienstes in einem Tagebau arbeitete, Lydia leitete eine Schneiderei. 1977 kam der erste Sohn Andreas zur Welt, zwei Jahre später folgte Alex, 1986 Tochter Olga. Heute sind die beiden stolze Großeltern von fünf Mädchen und drei Jungs.

Das Foto zeigt ein altes Hochzeitsfoto.

Bei der Hochzeit in Spornoje nahe der Großstadt Tscheljabinsk.

1994 kamen die Familienmitglieder als Spätaussiedler nach Deutschland. „Wir hatten 100 Kilo Gepäck – für jede Person 20“, erinnert sich Lydia. In Bramsche kamen Lydia und Wjaceslav mit ihren drei Kindern zunächst in einer Kaserne unter. „Wir haben dort einen Monat gelebt, bis alle Papiere fertig waren“, erinnern sie sich. Anschließend verschlug es die Familie über Umwege nach Bergheim, wo sie eine Wohnung bezog. Wjaceslav fand eine Stelle bei Linde Kältetechnik, Lydia nähte für den Raumausstatter Ritter in Paffendorf. Nach Umstrukturierungen bei Linde konnte auch Wjaceslav bei Ritter arbeiten, bis zur Rente.

In Russland hatte der heute 72-Jährige hobbymäßig gejagt. Hier jedoch sei das Hobby unbezahlbar. Später entdeckte er das Angeln für sich, Lydia kümmerte sich hingebungsvoll um den Garten. Vor 23 Jahren, als die Kinder schon aus dem Haus waren, konnte sich das Paar einen Bungalow in einer malerischen Ecke Paffendorfs kaufen. Hier genießen sie heute die Ruhe der Natur und Spaziergänge an der Erft. Beide behüten während der Sommerferien aber auch die Enkel aus Niedersachsen. Viel gekümmert hat sich Lydia auch um ihre eigene Mutter. 17 Jahre lang wohnte sie mit im Haus, neun Jahre übernahm Lydia neben der Arbeit ihre Pflege. „Ich habe eine schwere Last getragen und hatte nicht viel Zeit für mich“, so die 72-Jährige, die voller Liebe an die Mutter zurückdenkt, die 101 Jahre alt geworden ist.

Von ihr hat sie auch die Lebensweisheit, die das Paar stets versucht zu beherzigen: „Mama hat immer gesagt: Wenn du morgens aufstehst, vergiss, was am Vortag war. Der Tag ist vorbei und du kannst es nicht ändern. Das Leben geht immer weiter.“ Nach diesem Tipp leben beide bis heute, so Lydia.

Seit sieben Jahren genießt das Paar die Rente. „Jetzt ist eine goldene Zeit angebrochen – wir können schlafen und aufstehen, wann wir wollen, und machen, was wir wollen“, schmunzelt Lydia.