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Westnetz-BaustelleHier entsteht die Steckdose für das Bergheimer Rechenzentrum

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Zu sehen ist Projektleiter Kevin Meinhardt auf der Baustelle für eine Umspannanlage.

Projektleiter Kevin Meinhardt auf der Baustelle: Er zeigt eines der vier Fundamente, auf denen die Transformatoren im nächsten Jahr ihren Platz finden.

Die Firma Westnetz errichtet eine Umspannanlage bei Paffendorf. Einziger Abnehmer für den Strom: das geplante Rechenzentrum von Microsoft.

Es wird emsig gebaut auf der Fläche neben der Kreisstraße 41 bei Paffendorf. Doch es handelt sich nicht, wie man vermuten könnte, um Arbeiten für das Rechenzentrum von Microsoft. Immerhin fand hier erst im März unter prominenter Beteiligung des Bundesdigitalministers der Spatenstich statt. Doch die einzigen Baufahrzeuge, die nun hier unterwegs sind, tun das im Auftrag von Westnetz, dem Verteilnetzbetreiber für den Strom in der Region.

„Wir liefern die ganz große Steckdose“, sagt Projektleiter und Bauingenieur Kevin Meinhardt von Westnetz. Einziger Verbraucher: das geplante Rechenzentrum von Microsoft. Wie viel Strom der Hyperscaler in Bergheim und auch die geplanten Rechenzentren in Bedburg, Elsdorf und Grevenbroich abnehmen werden, darum macht der US-Konzern wie auch um den Wasserverbrauch ein Geheimnis. Auch Westnetz lässt sich bei diesem Thema nicht in die Karten schauen.

Bergheim: Die Umspannanlage soll Mitte 2028 fertig werden

Westnetz bezieht die Energie für das Rechenzentrum vom Umspannwerk in Paffendorf. Dort wird der Strom direkt aus dem Höchstspannungsnetz gezogen und auf 110-Kilovolt-Hochspannung heruntergeregelt. Von dort geht es mit unterirdischen Kabeln zu der nun im Bau befindlichen Umspannanlage an der Microsoft-Baustelle. Hier werden vier Transformatoren den Strom in 20-Kilovolt-Mittelspannung umwandeln, bevor er an Microsoft weitergegeben wird. 

Die Umspannanlage entsteht auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern, was in etwa anderthalb Fußballfeldern entspricht. Die Aufstellung der vier Transformatoren ist nach Westnetz-Angaben für den Sommer 2027 geplant. „Da kommt das Herz in die Anlage“, sagt Meinhardt. Die Fertigstellung der gesamten Anlage steht demnach für Mitte 2028 an. Vorher wird damit dann auch das Rechenzentrum nicht ans Netz gehen können.

Die Umspannanlage wird in mehrfacher Hinsicht gesichert. Ein Zaun, Videoüberwachung und eine Einbruchsmeldenanlage gehören zum Standard, ebenso, dass die Technik redundant, also überzählig aufgebaut wird. Im Fall eines Ausfalls springt automatisch Ersatzmaterial ein. So führen zwei Kabelstränge vom Umspannwerk in Paffendorf in Richtung Rechenzentrum, obwohl nur einer gebraucht wird. Und benötigt werden auch nur drei Transformatoren – der vierte dient der Absicherung.

Während es aus anderen Kommunen vermehrt Klagen darüber gibt, dass Unternehmen nicht ans Stromnetz angeschlossen werden können, ist das im Fall von Microsoft kein Problem. Das liege allerdings am „Windhund-Prinzip“, sagt Meinhardt. Microsoft habe den Antrag auf Anschluss bereits frühzeitig gestellt. Und Kunden würden der Reihe nach, streng nach dem Zeitpunkt der Anfrage, ans Netz angeschlossen. Laut Westnetz sorgt der aktuelle Boom bei Stromspeichern für lange Wartelisten.