Abo

Gruppe gegründetBedburger Torsten Salentin will Berlin Skate Marathon retten

4 min
Das Foto zeigt einen Inline-Skater.

Torsten Salentin hat begonnen, Inline-Skates zu fahren, weil der Sport besonders schonend für den Rücken ist.

Der Marathon droht 2027 auszufallen. Deshalb braucht es mindestens 3000 Anmeldungen. Ein Elsdorfer will helfen.

Torsten Salentin möchte den Berlin Marathon – Inlineskating retten. Zwar ist das Rennen für 2026 gesichert. Doch der Veranstalter habe bereits angekündigt, dass es mindestens 3500 Anmeldungen und 3000 Skater hinter der Ziellinie brauche, damit der Marathon im Folgejahr wieder angeboten werden könne, berichtet Salentin.

„Deshalb habe ich mich entschieden, Leute im Rhein-Erft-Kreis zu motivieren, mit mir zu fahren“, erzählt der 43-Jährige. Dabei gehe es aber nicht nur darum, Menschen auf den Skate-Marathon vorzubereiten. „Mir ist aufgefallen, dass es hier in der Gegend im Grunde keine feste Gruppe für ambitionierte Hobbyfahrer gibt. Ich möchte das ändern“, führt Salentin aus. Zwar gebe es etwa in Köln etwa Profi-Clubs. Salentin gehe es aber nicht darum, möglichst schnell zu fahren, sondern längere Strecken in der Natur zu genießen.

Elsdorf: Schnell unterwegs und für viele geeignet

Dafür eigne sich das Inlineskating besonders gut, ist er überzeugt: „Im Gegensatz zu Läufern sind wir deutlich schneller unterwegs. Die Geschwindigkeit ist eher mit Radfahrern vergleichbar.“ Das sei besonders für Menschen interessant, die viel von der Umgebung sehen wollen. „Ich bin vor drei bis vier Jahren wieder eingestiegen und mich hat das Fieber sehr schnell gepackt. Nach ein paar Proberunden mit wenigen Kilometern konnte ich die Strecke schnell steigern und bin dann plötzlich 25, später auch 35 und mittlerweile mehrere Marathons gefahren.“

Zudem sei Inline-Skating für viele ein niedrigschwelliger Sport. „Viele haben das in der Kindheit schon gemacht und dann irgendwann aufgehört. So wie bei mir. Ich habe die Skates irgendwann als junger Erwachsener im Keller verstauben lassen und stattdessen viele andere Sportarten betrieben. Dann bekam ich Rückenprobleme“, erinnert er sich.

Auf der Suche nach einem rückenschonenden Sport habe er das Inline-Skating wieder für sich entdeckt. „Das Gute ist, dass man das eigentlich nicht verlernt“, sagt der 43-Jährige: Wer schon in der Kindheit gerollt sei, könne meist schnell wieder einsteigen. Aber auch für ältere Menschen und Anfänger sei der Sport geeignet.

Das Foto zeigt einen Mann auf Inline-Skates.

Torsten Salentin ist vor drei bis vier Jahren wieder in den Sport auf Rollen eingestiegen.

„Ich helfe natürlich auch, wenn jemand Bedarf hat. Das Wichtigste, was man am Anfang lernt, ist das richtige Hinfallen“, sagt Salentin, der als Unternehmensberater arbeitet: „Davor muss keiner Angst haben. Zudem tragen wir in der Gruppe alle einen Helm. Ich fahre nur mit Leuten, die ausreichend geschützt sind. Wenn wir ungeschützt fallen, haben wir ein ähnliches Verletzungsrisiko wie Radfahrer.“

Wer mitfahren möchte, kann sich direkt am Mittwoch, 24. Juni, zum „Einrollen“ mit Salentin und anderen Interessierten am Parkplatz „Forum Terra Nova“ in Elsdorf treffen. Eine gut ausgebaute Strecke am Tagebau, der Terra Nova Speedway, wird genutzt. „Das ist richtig toll hier und gibt es meines Wissens auch sonst so nicht im Kreis. Die Strecke ist perfekt gepflegt, darauf fährt es sich butterweich, keine Schlaglöcher oder Dellen. Für uns Skater ist das ein Traum“, sagt Salentin.

Die Treffen werden auf Instagram und Facebook angekündigt. Zu finden sind die entsprechenden Gruppen bei Facebook unter „Rhein Erft Inline Fitness, Touren & Marathon“ und bei Instagram unter „rhein.erft.inlineskater“. Mitmachen können Menschen aus dem gesamten Rhein-Erft-Kreis und darüber hinaus.

Wer möchte, kann dann auch mit Salentin für den Berlin Marathon – Inlineskating trainieren. Der findet am Samstag, 26. September, ab 12.20 Uhr statt. Bis zum 27. August nehmen die Veranstalter noch Anmeldungen entgegen. Es gilt eine Helmpflicht. Weitere Informationen sind online einsehbar.


Der Terra Nova Speedway ist ein Teil einer Rundstrecke mit etwa 32 Kilometern Länge, die durch das Rheinische Braunkohlrevier führt. Der Speedway ist etwa fünf Meter breit. Er zieht sich gerade und kreuzungsfrei über 14 Kilometer durch ein grünes Biosphärenband und endet am Forum Terra Nova, einem Aussichts- und Besucherforum mit angeschlossener Gastronomie. Von dort lassen sich die Schaufelradbagger bei ihrem Einsatz im Tagebau Hambach beobachten.