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27 Partybesucher verletztElsdorfer Pressestelle entschuldigt sich für Kommunikationspanne

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Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften war nach Elsdorf ausgerückt.

Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften war nach Elsdorf ausgerückt. 

Mehr als 36 Stunden lang nach dem Vorfall feierte Bürgermeister Heller auf seiner Seite „einen großartigen Abend im Herzen unserer Stadt“. Verantwortlich für den Post sei die Pressestelle.  

Die Pressestelle der Stadt Elsdorf rudert zurück. Am Tag, nachdem bei einer 90er-Jahre-Party 27 Besucher durch einen Reizgas-Angriff verletzt worden sind, hatte sie auf der Facebook-Seite von Bürgermeister Andreas Heller (CDU) ein Statement veröffentlicht, worin er den Vorfall nicht erwähnte, sondern  von einem „wirklich großartigen Abend mitten im Herzen unserer Stadt“ sprach und den Sponsoren namentlich für ihren Einsatz dankte. 

Der Post sei vor der Veranstaltung erstellt und fälschlicherweise veröffentlicht worden, sodass darin der „unerwartete Reizgas-Vorfall“ nicht berücksichtigt worden sei. „Das hätte nicht passieren dürfen“, heißt es in einer neueren Mitteilung auf dem Facebook-Profil des Bürgermeisters. Und weiter: „Wir entschuldigen uns noch einmal ausdrücklich für das Posting von gestern“, schreibt die Presseabteilung. Der ursprüngliche Post hatte dort mehr als 36 Stunden nach dem Reizgas-Angriff gestanden, ohne dass ein Verantwortlicher der Stadtverwaltung offenbar davon Notiz genommen hatte.

Elsdorf: Polizei nahm den betrunkenen Täter in Gewahrsam

Mit Hellers Statement hatte die Stadt Elsdorf einen Shitstorm ausgelöst. Zahlreiche User zeigten sich empört darüber, dass Heller mit keinem Wort erwähnt hatte, dass 27 Besucherinnen und Besucher über gereizte Augen und Atembeschwerden klagten; sechs von ihnen verbrachten den Rest des Abends im Krankenhaus. Ein User schrieb: „Sie sollten sich schämen, dass Sie den in Ihren Augen wohl ‚kleinen Vorfall‘ nicht erwähnen!“

Ein jugendlicher Partybesucher hatte am Freitagabend (12. Juni) auf dem Open-Air-Gelände an der Festhalle in Elsdorf grundlos Pfefferspray in die Menge gesprüht. Die Polizei nahm den Alkoholisierten in Gewahrsam. Er verbrachte die Nacht in einer Ausnüchterungszelle und erwartet nun ein Verfahren wegen Körperverletzung. 

Bürgermeister Andreas Heller (2.v.r.) hatte die Veranstaltung in Elsdorf eröffnet.

Bürgermeister Andreas Heller (2.v.r.) hatte die Veranstaltung in Elsdorf eröffnet.

Die Pressestelle der 20.000-Einwohner-Gemeinde wehrt sich zudem gegen Kritik an der Stadt, dass die Veranstaltung nicht abgebrochen oder während der Erstversorgung der Verletzten durch die Malteser nicht einmal unterbrochen worden sei: „Ein Abbruch der Veranstaltung wäre auch nach Rücksprache mit der Polizei nicht zielführend gewesen und hätte sogar für eine Panik sorgen können, weswegen wir davon abgesehen haben. Die Einsatzleiterin der Polizei bewertete den Vorfall als einen Einsatz, wie er bei Großveranstaltungen leider vorkommen kann.“   

Die Pressestelle – nicht Heller – dankt in dem Post den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sowie den vielen Helferinnen und Helfern vor Ort. Durch ihr schnelles, besonnenes und professionelles Handeln seien die Betroffenen umgehend versorgt und die Situation rasch unter Kontrolle gebracht worden.  Und weiter: „Vor allem denken wir an die Besucherinnen und Besucher, die gesundheitliche Beschwerden erlitten haben. Ihnen wünschen wir von Herzen eine schnelle und vollständige Genesung.“

Heller hatte sich am Sonntag auf Anfrage dieser Redaktion zu dem Vorfall geäußert: Die Kritik, er habe sich nicht öffentlich bei den Helfern bedankt, nehme er mit. Er kündigte an: „Wir werden uns im Nachgang auch noch einmal mit dem Sicherheitsunternehmen zusammensetzen und schauen, ob es Verbesserungsbedarf gibt.“

Am Montag (15. Juni) meldete er sich abermals auf Anfrage zu Wort: „Ich habe die gewählte Form der Kommunikation persönlich für sehr unglücklich empfunden und habe veranlasst, dass so nachgebessert wird, dass die Mitteilung dem Vorkommnis gerecht und den Geschädigten das nötige Mitgefühl zuteil wird. Wie bereits mitgeteilt, bedauern wir die unvollständige Art der gewählten Kommunikation, diese war im Vorfeld nicht mit mir abgestimmt. Ein großes Dankeschön an alle Hilfs- und Einsatzkräfte und allen Geschädigten eine schnelle Genesung.“