Die Stadt hat jetzt ihr Interesse an der Einführung bekundet und befindet sich sich damit in Gesellschaft von über 100 Kommunen.
Diskussion um Kfz-KennzeichenKommt „ELS“ für Elsdorf aufs Nummernschild?

So würde ein mit dem fiktiven Kfz-Kennzeichen ELS für Elsdorf aussehen.
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Könnte bald das Kürzel „ELS“ das „BM“ auf den Kennzeichen im Straßenverkehr in Elsdorf verdrängen? Die Stadt hat jetzt ihr Interesse an der Einführung bekundet und sich damit in die Gesellschaft von über 100 Städten begeben, die die kommunalen Spitzenverbände um Unterstützung ihres Anliegens gebeten haben.
Ausgangspunkt ist eine Entschließung des Bundesrats vom 6. März dieses Jahres. Darin wurde der Bund aufgefordert, einen Entwurf zur Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung vorzulegen, um die Einführung zusätzlicher Kfz-Kennzeichen auf unbürokratische und in der Umsetzung kostenneutrale Weise zu ermöglichen. Demnach soll es Städten und Gemeinden mit über 20.000 Einwohnern gestattet werden, ein eigenes Buchstabenkürzel zu wählen. Für die Fahrzeughalter wäre die Einführung freiwillig, sie könnten zwischen BM und ELS wählen.
Vor 15 Jahren wurden vielerorts die sogenannten Altkennzeichen wieder eingeführt
Schon vor 15 Jahren sind alte, mit der Kommunalreform 1975 abgeschaffte Kürzel, die sogenannten „Altkennzeichen“, wieder eingeführt worden. Grevenbroich etwa hat nach 2012 sein „GV“ als weitere Möglichkeit neben dem NE für den Rhein-Kreis Neuss zurückbekommen. Jetzt soll der nächste Schritt noch tiefer ins Detail führten. Im fränkischen Herzogenaurach hat sich der Erste Bürgermeister German Hacker zum Sprachrohr von mehr als 100 seiner Amtskollegen aus ganz Deutschland gemacht, die es gerne kleinteiliger hätten.
Mit dabei ist Elsdorf als bislang einzige Stadt im Rhein-Erft-Kreis. Kerpen hatte 2024 auch die Kennzeichenfrage thematisiert aber bislang nicht weiterverfolgt. Weitere Aspiranten aus der Umgebung sind Dormagen mit dem urkölschen „DOM“ auf der Wunschliste, Zülpich (ZÜ) und Jüchen (JÜC). Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erhielt das Schreiben nachrichtlich in Kopie.
Die Stadtoberhäupter, darunter der Elsdorfer Andreas Heller, begründen den Wunsch nach Unterstützung durch Städtetag, Landkreistag und Städte- und Gemeindebund (alle bundesweit) im gemeinsamen Schreiben so: „Kfz - Kennzeichen sind weit mehr als bloße Verwaltungsmerkmale. Sie haben für viele Bürgerinnen und Bürger eine identitätsstiftende Bedeutung. Menschen verknüpfen sich in hohem Maße emotional mit ihrer Stadt oder Gemeinde – und möchten diese Zugehörigkeit auch sichtbar nach außen tragen. Eine eigene Kennung auf dem Nummernschild ist Ausdruck lokaler Verbundenheit und stärkt das Bewusstsein für die eigene Heimat.“
Darüber hinaus böten eigene Kfz-Kennzeichen einen „nicht zu unterschätzenden Mehrwert für das Stadt - und Standortmarketing“. Sie erhöhten „die Sichtbarkeit unserer Städte“, stärkten deren Profil und trügen zur „positiven Wahrnehmung im regionalen und überregionalen Kontext“ bei. Die Einführung der zusätzlichen Kennzeichen soll „keinerlei zusätzliche Kosten“ verursachen.
Erster Vorstoß wurde als April-Scherz verpackt
Schon vor knapp zwei Jahren hatten sich die Bürgermeister im Kreis auf Nachfrage hin verhalten interessiert gezeigt. „ELS für Elsdorf klingt gut – denn nowhere ELS als in Elsdorf möchte man doch lieber sein“, gab Heller damit in Anlehnung an das deutsch-englische Wortspiel „Nowhere else – nirgends anders“ zu Protokoll. In Kürze sollen die Elsdorfer Politiker über die Causa und ihre mögliche Weiterverfolgung beraten.
„Es gibt Wichtigeres zu tun in der Stadt“, betonte Heller. Aber nachdem er mit einem als April-Scherz kaschierten Vorstoß das Interesse ausloten wollte, habe es eine große Resonanz auf das „ELS“-Nummernschild gegeben. „Da haben wir wohl den Nerv der Zeit getroffen, den Wunsch nach mehr Eigenständigkeit“, sagt Heller. „Wir arbeiten dran“. Wer nicht so lange warten will, kann sich im Rathaus einen Aufkleber mit ELS auf Elsdorf-Orange-Grund besorgen und auf das Autoheck kleben.
Wehmut bei den Land-Kölnern wird bleiben
K bleibt für Kölner reserviert. Welch ein Drama, als die Land-Kölner 1975 aus Hürth, Brühl, Frechen, Brauweiler, Pulheim, Sinnersdorf und Stommeln ihr „K“ gegen das ungeliebte „BM“ eintauschen mussten. „Bereifte Mörder“, Bauern motorisiert“, „Buure Mömmes“, so mussten sich die Neu-Erftkreisler seitdem bisweilen verspotten lassen. Damit mussten die „BM“-gestraften Autofahrenden aus dem Kreis Bergheim mit den Ämtern Bergheim, Kerpen, Elsdorf, Bedburg, Buir, Horrem, Königshoven und Türnich schon lange leben und ertrugen es mit Fassung, wenn ihnen am Samstagabend auf der Kölner Partymeile am Hohenzollernring hämisch geballte Fäuste drohten.
Die alten Zeiten kommen nicht wieder. Die Kreisverwaltung teilt auf Anfrage mit: „Eine Wiedereinführung des „K“ als Kürzel kommt nicht in Betracht, da das Unterscheidungszeichen „K“ von der Stadt Köln vergeben wird und damit nicht mehr frei ist.“ Elsdorf könne aber auch nicht eigenständig ein eigenes Kfz-Kennzeichen „ELS“ einführen. Die Festlegung von Unterscheidungszeichen sei bundesrechtlich in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung geregelt. Die Unterscheidungszeichen der Verwaltungsbezirke würden auf Antrag der Länder vom zuständigen Bundesministerium festgelegt oder aufgehoben.
„Die Länder können dabei grundsätzlich auch beantragen, dass für einen Verwaltungsbezirk mehr als ein Unterscheidungszeichen festgelegt wird,“ erläutert Kreissprecher Thomas Schweinsburg die Rechtslage. Bis Ende 2025 sein keine Verwaltung wegen einer Änderung oder Erweiterung des Regionalkennzeichens auf das Ministerium zugekommen. Dort werde das Thema aufgrund der ungeklärten bundesweiten Rechtslage „derzeit eher sehr zurückhaltend“ bewertet.
