Die Heimatfreunde widmen sich eigentlich der Heimatkunde und der Förderung von Wissenschaft und Forschung vor Ort.
Pläne der Neuland HambachHeimatfreunde Kerpen kritisieren Besucherzentrum in Goldener Aue

Die Goldene Aue auf der Sophienhöhe wird als Offenlandschaft von der Konik-Herde von Bäumen und zu viel Bewuchs freigehalten (Archivfoto)
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Die Heimatfreunde Kerpen sprechen sich gegen ein geplantes Besucherzentrum der Neuland Hambach GmbH in der „Goldenen Aue“ aus. Wie die Heimatfreunde berichten, habe sich hier „in den vergangenen Jahrzehnten ein Hotspot der Biodiversität entwickelt“. Weiter heißt es: „Deshalb lehnen wir den Bau eines solchen Zentrums an dieser Stelle ausdrücklich ab und bitten Sie, Ihre Planungen zu überdenken und das Zentrum an anderer Stelle zu errichten.“
Kerpen: Geeignetere Orte für das neue Zentrum
Die Heimatfreunde widmen sich eigentlich der Heimatkunde und der Förderung von Wissenschaft und Forschung vor Ort. Dabei spiele jedoch auch immer wieder der Naturschutz zum Erhalt der Heimat eine Rolle. So erklären die Heimatfreunde: „Dabei beschäftigen wir uns nicht nur mit der Geschichte der Region, sondern auch mit der Natur, der Ökologie, der Flora und Fauna, dem Artenschutz – also unserer Umwelt und den einhergehenden Entwicklungen, aber auch den Auswirkungen auf die Zukunft und künftige Generationen.“ Mit Nabu und BUND hätten sich Mitglieder des Vereins auch an der Renaturierung des ehemaligen Tagebaus Frechen beteiligt.
Die Heimatfreunde verweisen auf andere, aus ihrer Sicht geeignetere Orte für die Ansiedlung des Informationszentrums: „Rund um den Tagebau Hambach gibt es zahlreiche Orte, an denen zum großen Teil bereits bestehende Gebäude sinnvoll umgenutzt werden müssen – ob in den Tagesanlagen der RWE in Niederzier, der Ortschaft Bürgewald, in der Malzfabrik in Buir oder der ehemaligen Kirche in Manheim-alt. Auch das Forum Terra Nova oder die Porta Sophia bieten sich als Standorte für ein Besucher- und Informationszentrum an. “
Rhein-Erft-Kreis: Abfall und Lärm erwartet
Zudem seien bis auf das Vorhaben, eine Gastronomie anzusiedeln, bereits an anderen Stellen die Zwecke erfüllt, die für das geplante Besucher- und Informationszentrum vorgesehen sind. So soll das Zentrum mit einem Aussichtspunkt zum barrierefreien Ausflugsziel in der Sophienhöhe werden. Die Heimatfreunde betonen: „Die Sophienhöhe ist durch ein ausgezeichnetes Wander-, Rad und Reitwegenetz für alle Interessierte zugänglich.“ Bei Exkursionen und Wanderungen könne man auch die dort angesiedelten Wildpferde beobachten.
Auch kritisieren die Heimatfreunde den geplanten asphaltierten Weg zum vorgesehenen Zentrum. Und sie sagen: „Für den modularen Holzbau muss eine dauerhaft haltbare und nicht reversible Fundamentplatte mit enormem Ausmaß in den Boden eingelassen werden.“ Zudem entstünden durch die Gastronomie und den Veranstaltungsbetrieb Müll und Lärm.
Ein Schreiben schickten die Heimatfreunde laut eigenen Angaben an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, an die stellvertretende Ministerpräsidentin, Mona Neubaur, an Umweltminister Oliver Krischer, an alle Bürgermeistern der Anrainerkommunen des Tagebaus Hambach, an die Landräte der Kreise Düren und Rhein-Erft, an die RWE Power AG, den NABU, BUND und an politische Akteurinnen und Akteuren der Region.
