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Mein LieblingsplatzPeter Wafzig aus Bergheim genießt Ruhe und Ausblick in luftiger Höhe

3 min
Ein Segelflugzeug in luftiger Höhe.

Peter Wafzig genießt die Ruhe und den Ausblick beim Flug wie hier über Bergheim. 

Peter Wafzig schwärmt von den ständig wechselnden Blickwinkeln und Ausblicken vom Cockpit aus. Auch längere Touren ist er bereits geflogen.

Über den Wolken, wo die Freiheit laut Reinhard Mey grenzenlos ist, aber auch darunter liebt Peter Wafzig die Segelfliegerei. Vom Flugplatz Paffendorf am Fuß der Wiedenfelder Höhe geht er regelmäßig privat und auch als Fluglehrer in die Luft. Das Cockpit ist sein Lieblingsort. Seit 1992 fliegt der 52-jährige Wahl-Kölner regelmäßig. Schon sein Opa war begeisterter Segelflieger, „und in Süddeutschland, wo ich aufgewachsen bin, wohnten wir gleich neben einem Segelflugplatz. Da kam ich wie von selbst zu dem Hobby“, erzählt Wafzig.

Bergheim: Ein wunderschönes Hobby

Nach berufsbedingtem Umzug ins Rheinland schloss er sich vor zwei Jahren dem Luftsportclub LSC Erftland an. Der LSC, der 1990 durch den Zusammenschluss der Segelflugabteilung der Jugend 07 Bergheim, der Segelfluggemeinschaft Erftstadt und der Luftsportgruppe Frechen entstand, hat Hangar und Aufenthaltsräume samt Flugfeld seitdem im Bergheimer Nordwesten.

„Beim LSC fühlte ich mich gleich willkommen“, sagt er. Schnell wurde er Sprecher des Vereins und einer der Trainer der aktuell 20 Flugschülerinnen und Flugschüler. „Es ist ein wunderschönes Hobby und ein großes Privileg, ein Segelflugzeug zu fliegen“, räumt Wafzig ein. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, das teure Hobby für breite Schichten zugänglich zu machen, etwa durch geringe, jugendfreundliche Beiträge und die Bereitstellung von Fliegern.

Zwei Männer sitzen in einem Segelflugzeug.

Peter Wafzig (r.) liebt die Segelfliegerei vom Flugplatz an der Wiedenfelder Höhe aus, auch als Fluglehrer.

Die kosten leicht sechsstellige Beträge. Drei zweisitzige, „gutmütige Ausbildungsflugzeuge, die auch mal eine härtere Landung wegstecken“, besitzt der Verein. Mit Spannweiten von bis zu 20 Metern können die Segler ohne Aufwind bis zu 45 Kilometer weit fliegen. Die Suche nach Aufwinden ist der ständige Begleiter des Piloten und der Pilotin. „Über den Kühltürmen der Kraftwerke geht es gut, aber auch an Waldkanten“, nennt Wafzig Beispiele.

Motorkraft benötigen die Segelflugzeuge lediglich zum Start, durch ein Motorflugzeug oder – wie auf dem LSC-Flugplatz – durch eine 350 PS starke mobile Winde, die den Flieger hochzieht. „Es braucht schon drei bis vier Personen, um zu starten“, sagt Wafzig. Dazu gehört auch Christian Prill, der heute Dienst an der Dieselwinde hat und neben der Fliegerei an Wartung und Technik mitarbeitet.

„Hier können Menschen ihren Weg durch die Jugend finden“, sagt er. Das hofft auch Thorben Drewelus. Der 14-jährige Kölner absolviert mit Wafzig in diesem Sommer seine ersten Flugstunden. „Ich will Pilot im Linienverkehr einer Airline werden“, ist sein ehrgeiziges Ziel. Für seinen Lehrer ist die Ausbildung „ein großes Thema, bei dem ich gerne beobachte, wie Menschen sich dabei entwickeln“.

Peter Wafzig schwärmt von den ständig wechselnden Blickwinkeln und Ausblicken vom Cockpit aus. Auch längere Touren, etwa 500 Kilometer in gut sechs Stunden, ist er bereits geflogen. Dank bequemer Sitze sei das kein Problem. „Jedes Mal, wenn ich die Domtürme von oben erblicke, ist das schon sehr speziell, auch nach vielen Flügen“, sagt der erfahrene Seglerpilot. Langweilig werde es ihm in der Luft nie. Im Gegenteil: „Wenn ich mal 14 Tage nicht fliegen kann, werde ich kribbelig“, gibt er zu.