Das Quartier soll das Stadtzentrum vollenden. Hürth will dort auch Stadtbücherei, Musikschule und VHS unterbringen. So läuft die Planung.
„Projekt Agora“Planung für Stadtquartier auf dem Kreishausgelände in Hürth kommt voran

Auf dem alten Kreishausareal will die Stadt unter dem Titel Agora ein neues Quartier entwickeln. Es soll das Zentrum komplettieren.
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Für das geplante neue Stadtquartier „Agora Hürth“ auf dem ehemaligen Kreishausareal in Hürth-Mitte liegen inzwischen zwei städtebauliche und architektonische Projektskizzen vor. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Ein Entwurf sieht eine komplette Neuentwicklung des Areals vor, der andere eine Weiterentwicklung des Bestands. Ein wichtiger Meilenstein werde 2027 die Ausschreibung eines städtebaulichen Wettbewerbs sein. Anschließend soll auf der Grundlage ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden.
Mit dem Projekt Agora, benannt nach dem antiken griechischen Markt- und Versammlungsplatz, will die Stadt ihr Zentrum komplettieren. Geplant ist ein städtebaulich und architektonisch hochwertiges, nachhaltiges und gemischt genutztes Quartier, das auch die drei Ortsteile Alt-Hürth, Hermülheim und Hürth-Mitte besser miteinander verbindet.
Hürth wollte Leerstand der alten Kreishausgebäude verhindern
Als sogenannter „Dritter Ort“ soll Agora Menschen außerhalb von Zuhause und Arbeitsplatz zusammenbringen. Die Stadt will dort als Herzstück auch Stadtbücherei, Musikschule und Volkshochschule unterbringen in einem repräsentativen Gebäude unterbringen. Darüber hinaus sind Gastronomie, Kultur- und Begegnungsangebote sowie Wohnraum vorgesehen. Ein von einem Fachbüro entwickeltes Nutzungskonzept wurde im März 2025 vorgestellt.

Hürths Bürgermeister Dirk Breuer
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Den Beschluss, das Kreishausareal weiterzuentwickeln, hatte der Planungsausschuss bereits im Frühjahr 2024 gefasst. Damit wollte die Stadt auch einen Leerstand verhindern, nachdem zuletzt auch die Oberberg-Gruppe den Wegzug ihrer Somnia-Klinik und die Caritas den Umzug des Seniorenzentrums St. Ursula angekündigt hatten.
Hürth ist inzwischen Eigentümerin aller Grundstücke und Gebäude
Schon vor Jahren hatte die Stadt damit begonnen, die Liegenschaften des alten Kreishauses, die vier unterschiedlichen Eigentümern gehörten, nach und nach aufzukaufen. Inzwischen gehört ihr das gesamte, 23.000 Quadratmeter große Kreishausareal zwischen Bonnstraße, Hürther Bogen, Friedrich-Ebert-Straße und dem alten Friedhof.
Finanziert werden soll das Projekt Agora aus Fördermitteln für den Strukturwandel im Rheinischen Revier nach dem Braunkohleausstieg. Dass Hürth kein gewachsenes Zentrum habe, sei auch eine Folge des Bergbaus gewesen, sagte Bürgermeister Dirk Breuer (CDU) vor zwei Jahren im Gespräch mit dieser Redaktion. Alt-Hürth sei eingekesselt von Tagebauen gewesen und habe sich deshalb nie zum Stadtzentrum entwickeln können.
Als weitere Verfahrensschritte hat die Stadt Fachgutachten unter anderem zur artenschutzrechtlichen Prüfung, zur Untersuchung der Bodenverhältnisse und zur möglichen Schadstoffbelastung der Bestandsgebäude, die in den Jahren 1971 bis 1974 errichtet wurden, in Auftrag gegeben. Für ein Verkehrsgutachten fanden im Juni Verkehrszählungen in Hermülheim und Alt-Hürth statt, die als Grundlage für die Planung der künftigen Verkehrsführung rund um das neue Quartier dienen sollen.
Bevor auf dem Gelände gebaut werden kann, wird indes noch einige Zeit vergehen. Zu den weiteren Planungsschritten gehören die Erarbeitung eines Konzeptentwurfs, der in ein Bauleitplanverfahren münden wird, die Planung der Agora-Gebäude, ein möglicher Abriss eines Teils oder aller bestehenden Gebäude und die Bewilligung weiterer Fördermittel.
