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Traum vom FliegenRentner aus Pulheim sitzt nun allein im Cockpit

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Ein Mann sitzt in einem Segelflugzeug.

Der 67-jährige Roland Dörfler hat auf dem Segelflugplatz Bergheim seinen ersten Alleinflug absolviert.

Am Wochenende (9. und 10. Mai) absolvierte der 66 Jahre alte Roland Dörfler in Bergheim seinen ersten Alleinflug im Segelflugzeug.

Als Udo Jürgens davon sang, dass mit 66 Jahren das Leben erst anfängt, muss er das Segelfliegen gemeint haben. Mehr als 50 Jahre lang hat Roland Dörfler aus Pulheim darauf gewartet, seinen Kindheitstraum zu erfüllen. Nun hat er seinen ersten Alleinflug absolviert, wie der Luftsportclub Erftland mitteilt.

In Kontakt mit der Fliegerei sei der Pulheimer schon als Kind gekommen. Dörfler habe beim Familienurlaub in Mittelfranken beim Start oder Zurückschieben von Flugzeugen auf dem Segelflugplatz am Hesselberg mitgeholfen, der als eine der Geburtsstätten des Segelflugs gilt. Trotzdem entschloss sich Dörfler erst im Ruhestand Ende 2024, selbst ins Cockpit zu steigen.

Bergheim: Schüler benötigen 60 bis 80 Flüge

Mit 66 Jahren begann er seine Ausbildung als Segelflieger. Schon die ersten Flüge im Schulungssegler hätten seinen Blick auf die Fliegerei grundlegend verändert, berichtet der LSC Erftland. Gemeinsam mit den Fluglehrern lernen die Flugschüler während der ersten Stunden in der Luft im doppelsitzigen Schulungsflugzeug.

Starts und Landungen, Einteilung der Platzrunde und das Erfliegen der Thermik – etwa 60 bis 80 Flüge bräuchten die Flugschüler, bis sie in allen Abläufen sicher seien. Es gehöre zum Alltag bei den Bergheimer Segelfliegern, dass Menschen unterschiedlichen Alters gemeinsam fliegen. Neben Jugendlichen, die hier ihre Ausbildung starten, würden sich auch Erwachsene oft damit einen lang gehegten Wunsch erfüllen.

Für Roland Dörfler wurde dieser Wunsch nun endlich Realität: Am vergangenen Wochenende (9. und 10. Mai) absolvierte er seinen ersten Alleinflug im Segelflugzeug. Zuvor waren noch mal zwei Fluglehrer mit ihm in der Luft, wie es die Vorschriften verlangen. Unabhängig voneinander beurteilen sie das Können der Kandidaten.

Anschließend fliegen die Flugschüler drei Starts und Landungen im Alleinflug und schließen damit die sogenannte A-Prüfung ab – stets beobachtet und am Funkgerät begleitet vom Fluglehrerteam. Roland Dörfler habe das mit Bravour gemeistert: Sauber und ohne jede Aufregung flog er seine drei Starts, als hätte er die ganzen Jahre nichts anderes gemacht.