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Schutzlos ausgesetztBergheimer Grundschüler retten Kaninchen vor dem Hitzetod

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Zu sehen sind zwei Feuerwehrleute mit Kaninchen in einem Feuerwehrfahrzeug.

Einsatzleiter Michael Weege (l.) und Pascal Claßen brachten die Kaninchen ins Tierheim Bergheim.

Sechs Kaninchen waren in einer zugeklebten Plastikbox eingeschlossen. Eines bekam gerade Junge. Die Feuerwehr brachte die Tiere ins Tierheim.

Die beiden Grundschüler staunten nicht schlecht, als sie aus einer Kiste Geräusche hörten. Die blaue Plastikbox war mit Klebeband verschlossen und stand in einem Gebüsch in der Breslauer Straße in Bergheim-Kenten – bei einer Temperatur von 35 Grad. „Da drin hat es geklopft“, sagt Thomas Junggeburth von der Bergheimer Feuerwehr. Da die Kinder nicht wussten, ob nicht vielleicht auch eine Schlange in der Box war, riefen sie sicherheitshalber die Polizei. „Sie haben alles genau richtig gehandelt“, lobt Junggeburth.

Polizisten öffneten die Kiste und fanden sechs erwachsene Kaninchen, die jemand ganz offenkundig dem sicheren Hitze- oder Erstickungstod überlassen und einfach nur loswerden wollte. Schnell brachten die Beamten die Tiere zur Feuerwehr. Und dort kam es dann zum nächsten Akt im tierischen Drama. „Während der Abgabe auf der Feuerwache durch die Polizei gebar ein Kaninchen Jungtiere“, berichtet Junggeburth. Insgesamt fünf Jungtiere seien zur Welt gekommen, zwei hätten nicht überlebt.

Bergheim: Alle Kaninchen haben eine schwarz-weiße Fellfärbung

Die Kaninchen seien durch die Wärme stark belastet gewesen, wurden sofort mit frischem Wasser versorgt und anschließend alle zum Tierheim Bergheim gebracht. „Dieser Moment macht einfach nur traurig und löst bei uns Unverständnis aus“, sagt Junggeburth. „Es gibt in Bergheim und Umgebung genug Anlaufstellen, wo man Tiere unterbringen könnte oder wo man sich melden kann, wenn Hilfe benötigt wird.“

Sachdienliche Hinweise zum Einsatz an der Breslauer Straße könnten bei der Polizei gemeldet werden. Alle erwachsenen Tiere haben eine schwarz-weiße Fellfärbung, es handelt sich um drei Böckchen und drei Häsinnen. Junggeburth mahnt: „Passen Sie bei den Temperaturen auf Ihre Mitmenschen, auf sich und auf Ihre Tiere auf.“

Auch im Tierheim Bergheim war das Entsetzen groß. Man nenne ganz bewusst den Fundort an der Breslauer Straße, sagt Tierheimleiterin Heike Bergmann: „Vielleicht hat hier irgendjemand den Idioten gesehen. Wir sind echt fassungslos. Bei den Temperaturen Kaninchen zu transportieren, sie auszusetzen und dann auch noch in einer Plastikbox mit Deckel und Klebestreifen drumherum – das ist wirklich eine Unfassbarkeit, da fehlen uns die Worte.“

Zu sehen sind die sechs ausgesetzten Kaninchen.

Im Tierheim Bergheim konnten die Kaninchen erst einmal zur Ruhe kommen und abkühlen.

Es hätte nicht viel gefehlt, und die Tiere wären alle tot gewesen. Sie seien völlig fertig im Tierheim angekommen und dort in Gehege gesetzt worden. „Die Feuerwehrleute haben sich ganz prima gekümmert, haben Wasser gegeben und Gras gepflückt“, sagt Bergmann. Im Tierheim bei Niederaußem haben die Tiere dann Heu, Möhren und anderes Gemüse bekommen. Dort hofft man nun, dass sich die Häsin um ihre Jungen kümmert. Für die Jungtiere ist ein Ersatznest aus Stroh gebaut worden.

Kaninchen gelten als sehr hitzeempfindlich. Schon Temperaturen ab 25 Grad Celsius können einen Hitzschlag verursachen. In freier Natur leben sie in Höhlen, die sie am liebsten erst in der Dämmerung verlassen. Kaninchen meiden den direkten Kontakt mit hohen Temperaturen, wenn es irgendwie geht.