Über einen Zeitraum von 100 Tagen will Simon Gronau täglich das intensive Intervalltraining „Hyrox“ absolvieren.
100 TageSport-Influencer will mit „Hyrox“-Training in Bergheim einen Rekord aufstellen

Simon Gronau ist Fitness-Influencer.
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Viele Menschen kostet es Überwindung, Sport zu treiben: Rein in die Sportklamotten, raus aus dem Haus und ab zum Training. Simon Gronau will Menschen zum Sport motivieren und „zeigen, dass jeder Tag, egal ob im Sport, Beruf oder Alltag, eine neue Chance ist“, betont der 26-Jährige Allround-Athlet, der mit seinen Beiträgen auf der Plattform Instagram regelmäßig 219.000 Menschen erreicht.
In diesem Sinne hat sich der 26-Jährige nun selbst der „größten Herausforderung seines Lebens“ gestellt: Über einen Zeitraum von 100 Tagen will Gronau täglich einen vollständigen Hyrox absolvieren. Hyrox ist ein intensives Intervalltraining und gilt unter Fitnesssportlern als echter Härtetest. Ein Wettkampf besteht aus acht Kilometern Laufen, unterbrochen von jeweils acht kräftezehrenden Übungen – von Schlittenziehen bis Burpees.
Bergheim: Versuch wird überwacht vom „Rekord-Institut für Deutschland“
Begleitet und überwacht wird der Weltrekordversuch vom „Rekord-Institut für Deutschland“, das im deutschsprachigen Raum unabhängig vom bekannten Guinnessbuch Rekordversuche überwacht und anerkennt. Für viele Sportler ist bereits ein einziges Hyrox-Rennen die absolute Grenze. Für den gebürtigen Bayern, der in Köln lebt, gehören allerdings sportliche Herausforderungen zum Alltag mit dazu, die er auf Instagram mit seinen Followern teilt.
Seit 2021 lädt er Fitness- und Trainingsvideos auf die Plattform hoch. Zunächst aus Spaß entwickelte sich der Zeitvertreib für den damaligen Wirtschaftspsychologiestudenten zum Broterwerb. Inzwischen verdient er als Social-Media-Influencer Geld. Sportlich war er dabei schon immer. Er spielte Fußball und Tennis, ging Boxen oder betrieb die herausfordernde Fitness-Disziplin Calisthenics.
Trendsportart eines Hockey-Olympiasiegers
Auf Hyrox wurde er vor zwei Jahren eher zufällig auffällig, berichtet der 26-Jährige. Ursprünglich habe er sich auf einen Triathlon vorbereitet, jedoch schnell erkannt, dass er mit einem Körpergewicht von 95 Kilogramm relativ schwer für einen Triathleten ist. „Mein Profil hat einfach besser zu Hyrox gepasst“, sagt der Athlet und schmunzelt.
Die in Hamburg von Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste und Christian Toetzke erfundene Trendsportart Hyrox habe ihn schnell angeschlossen und nicht mehr losgelassen. Im Juni vergangenen Jahres ging er dann zum ersten Mal auf großer Bühne an den Start: Bei der Hyrox-Weltmeisterschaft in Chicago in den USA belegte er in seiner Altersklasse den 36. Platz. Dieser Erfolg habe ihn motiviert: „Ich habe danach überlegt, wie ich Hyrox so ein bisschen umdenken kann, um dem Sport ein noch besseres Standing zu verschaffen.“
Knochenbruch bremste den Sportler aus
Im November war der Startzeitpunkt dann festgelegt. Doch gleich zu Beginn der Vorbereitung bremste ihn ein Schienbeinknochenbruch aus. Bis zu seiner vollständigen Genesung konnte er daher weniger laufspezifisch trainieren, dafür aber umso mehr Hyrox-spezifisch. Seit Februar ist das Laufen wieder vollständig in seinen Trainingsplan integriert. Er schraubte sein Trainingspensum in die Höhe, absolvierte mehrmals innerhalb von sieben Tagen 21 Workouts.
„Ich habe großes Vertrauen in meinen Körper und habe ein gutes Team um mich herum“, sagt Gronau selbstbewusst. Aber auch für den Leistungssportler spielt bei seinem Rekordversuch eine gewisse Ungewissheit mit: „Ich weiß selber noch nicht, wie mein Körper darauf reagieren wird.“ Wichtig sei ihm ein ausgeklügeltes Belastungsmanagement: „Ich werde mich nicht jeden Tag abschießen, sondern es langsam angehen.“
Für den Sportwissenschaftler Professor Dr. Rappelt von der Sporthochschule Köln, ist Gronaus Ziel für durchaus realistisch: „Solange er nicht mit Infekten zu kämpfen hat, die Energieverfügbarkeit passt und er auf die Regeneration achtet, sollte das machbar sein. Seine Körperkonstitution sollte bei einem moderaten Tempo ausreichend gut sein, um die Kraftbelastungen an den Stationen händeln zu können.“
Die Vorbereitungen für den Startschuss am Samstag, 28. März, sind bereits getroffen. In einer Lagerhalle im Rhein-Erft-Kreis wurde ein Hyrox-Parcours aufgebaut. „Wir haben lange nach etwas Passendem gesucht. Wichtig war, dass wir das offizielle Regelwerk einhalten und eine 200-Meter-Laufbahn in die Halle integrieren“, erklärt Gronau. Bei einer Halle „in Bergheim hat dann alles perfekt gepasst“, so Gronau. Um das Projekt finanzieren zu können, erhält der Sportler finanzielle Unterstützung von Unternehmen aus der Sport- und Fitnessszene.
Und um den Stress durchzustehen, empfängt Gronau auch immer wieder Gäste, darunter Freunde, Sportler und Personen aus seiner Community, die ihn begleiten. Interessierte können jeden Tag live mit dabei sein. Anschauen: Von Montag bis Freitag ab 18 Uhr, sowie am Wochenende ab 11 Uhr, streamt Gronau das Projekt auf dem Video-Portal „Youtube“.

