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Zähes Ringen mit ÄmternBergheimer kämpft um seine Gesundheit – und um seinen Parkplatz

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Das Bild zeigt ein Schild, das einen Behindertenparkplatz ausweist.

Als Mensch mit Behinderungen einen eigenen Parkplatz zu bekommen, kann einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Michael Festerling hat eine schwere Krebserkrankung. Sein Kontakt mit den Ämter in Bergheim, um einen eigenen Parkplatz zu bekommen, war unerfreulich.

Wer um sein Leben kämpft, will nicht auch noch um einen Parkplatz kämpfen müssen. Michael Festerling suchte deshalb Hilfe bei der Stadt. Er wohnt gegenüber von „Haus Sandberg“, einem Altenheim. Die Straße ist also regelmäßig gut zugeparkt.

Für einen Menschen mit einer schweren Behinderung kein angenehmer Zustand. Er habe das Multiple Myelom, wie er erzählt. Seit fünfzehn Jahren lebe er mit der Krebserkrankung, die sein Knochenmark und seine Niere angreift. Aktuell ist er zwar auf den Beinen unterwegs, in schlechten Phasen sei er aber immer wieder auf den Rollstuhl oder den Rollator angewiesen. Ein Parkplatz vor dem Haus ist für ihn kein Luxus, sondern eine Frage der Gesundheit.

Erst nach dem Schreiben eines Anwalts bewegte sich etwas

Mit seinem Anliegen, dass dort ein personenbezogener Parkplatz für ihn eingerichtet wird, mit einem Schild und einem entsprechenden Symbol auf der Straße, sei er bei der Stadt aber zunächst auf taube Ohren gestoßen. Nach seinem Antrag im Mai 2025 habe es weitere Kontaktversuche, einen neuen Antrag, Zusagen gegeben, und trotzdem sei in der Sache auch Anfang 2026 noch nichts passiert.

Für Michael Festerling ist der Streit um seinen Parkplatz eine zusätzliche Belastung neben seiner Erkrankung.

Für Michael Festerling ist der Streit um seinen Parkplatz eine zusätzliche Belastung neben seiner Erkrankung.

Michael Festerling habe sich daraufhin einen Anwalt genommen, der am 9. Januar ein Schreiben an das Amt schickte. Einen Tag später sei das Schild montiert worden. „Muss ich erst 388 Euro an einen Anwalt löhnen, damit was passiert?“, fragt Festerling.

Stadt Bergheim widerspricht der Ansicht, die Klagedrohung habe gewirkt

Die Pressestelle der Stadt sagt dagegen, die Umsetzung der Maßnahme sei zeitgleich, aber unabhängig vom anwaltlichen Schreiben erfolgt: „Entscheidungen der Kreisstadt Bergheim orientieren sich nicht daran, ob anwaltliche Unterstützung in Anspruch genommen wird, sondern ausschließlich an den rechtlichen Voraussetzungen und der fachlichen Bewertung des jeweiligen Einzelfalls.“

Seitdem das Schild da ist, sei es etwas besser geworden, sagt Michael Festerling. Auf das Rollstuhl-Symbol wartet er aber immer noch. „Die Leute sehen, dass da eine Rampe vor dem Haus ist, sehen, dass da ein Schwerstbehindertenschild mit Nummer ist, und stellen sich trotzdem da hin“, sagt der Bergheimer. Ihn frustriert auch die Zähigkeit solcher Prozesse und die Kommunikation mit den Behörden. „Ich höre das immer wieder: Die lassen sich alle Zeit der Welt. Und ich kann das nicht verstehen“, sagt Michael Festerling. „Es ist ja nicht so, als hätte ich einen Schnupfen. Ich kämpfe seit fünfzehn Jahren um mein Leben.“

Ist die Kreisstadt also bei Angelegenheiten von Menschen mit Behinderung zu langsam? Die Pressestelle der Stadt sagt, diese würden mit derselben Priorität und Sorgfalt bearbeitet wie alle anderen Anliegen auch. „Im konkreten Fall war eine Einzelfallprüfung erforderlich, da für personenbezogene Behindertenparkplätze kein automatischer Rechtsanspruch besteht. Solche Verfahren beinhalten regelmäßig Abstimmungen zwischen mehreren beteiligten Stellen sowie die Prüfung der örtlichen Situation. Dies kann mehr Zeit in Anspruch nehmen.“