Bei einer gemeinsamen Schwerpunktkontrolle nahmen Ordnungskräfte Straßenverkehr, Gewerbebetriebe und mehr ins Visier.
Sozialer BrennpunktKreis und Stadt Bergheim zeigen Präsenz im Wohnpark Ahe

Der Wohnpark Ahe gilt als sozial schwieriges Umfeld. Polizei und Stadt Bergheim zeigten nun Präsenz im Brennpunkt.
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Eine gemeinsame Schwerpunktkontrolle haben die Polizei sowie das Ordnungsamt und die Ausländerbehörde der Stadt Bergheim im Wohnpark Ahe vorgenommen. Am Montagabend habe man „sichtbar Präsenz“ gezeigt, teilt die Stadt Bergheim mit. Ziel sie es, „Straftaten und Ordnungsverstöße möglichst frühzeitig zu erkennen und ihnen durch regelmäßige Präsenz und konsequente Kontrollen vorzubeugen“.
Wie die Stadt mitteilt, seien bei dem Einsatz Personen und Fahrzeuge kontrolliert sowie Gewerbebetriebe überprüft worden. Unter anderem vollstreckte die Polizei einen bestehenden Haftbefehl. Auch Verstöße im Straßenverkehr und bei Gewerbebetrieben wurden festgestellt. In Kiosken, Bistros und Lebensmittelgeschäften habe man „Kassennachschauen“ vorgenommen. Die Ausländerbehörde überprüfte den Aufenthaltsstatus mehrerer Personen, allerdings wurden keine Verstöße festgestellt. Die städtische Verkehrsüberwachung nahm vor allem Rettungswege und falsch abgestellte Fahrzeuge in den Blick.
Bergheim: Bürgermeister setzt auf Sicherheit und Ordnung
„Der Einsatz im Wohnpark Ahe hat gezeigt, dass wir uns im Rhein-Erft-Kreis auf eine verlässliche Zusammenarbeit der beteiligten Behörden verlassen können“, sagt Frank Rock, Landrat des Rhein-Erft-Kreises: „Straftaten und Ordnungsverstöße halten sich nicht an Zuständigkeitsgrenzen. Deshalb müssen Polizei und Stadt ihre jeweiligen Möglichkeiten zusammenführen.“
Volker Mießeler, Bergheims Bürgermeister, setzt auf Sicherheit und Ordnung als elementare Voraussetzungen dafür, „dass sich die Menschen in ihrem Wohnumfeld wohlfühlen“. Es seit wichtig, dass die Behörden Präsenz gezeigt hätten. „Mit solchen abgestimmten Kontrollen setzen wir ein klares Zeichen: Wir schauen hin, nehmen Hinweise und Probleme ernst und handeln dort, wo es erforderlich ist. Diese Zusammenarbeit werden wir auch künftig fortsetzen.“
Dr. Winfried Kösters, Ortsbürgermeister von Ahe, begrüßt den Einsatz in seinem Ortsteil. Er spricht von einer „schwierigen Gemengelage“ und verweist auf die Bevölkerungsstruktur im Ort. In Ahe lebten rund 4000 Menschen, davon seien 1150 Menschen minderjährig (28,2 Prozent). 1714 Menschen verfügten nicht über die deutsche Staatsbürgerschaft, verteilten sich auf 56 unterschiedliche Nationalitäten (42,1 Prozent), und nur 11,2 Prozent seien Ende Mai älter als 66 Jahre gewesen. Hinzu komme, dass laut dem Sozialbericht des Rhein-Erft-Kreises rund 40 Prozent der Minderjährigen von Grundsicherung leben.
„Leider gibt es Menschen, die meinen, die Regeln des Zusammenlebens gelten nur für die anderen, aber nicht für sie selbst.“ Dabei entstehe schnell der Eindruck, dass die einen alles dürften, während die anderen sich an die Regeln halten müssten. Sprachliche Hindernisse lassen dann manchmal einen harmlosen Konflikt schnell eskalieren.
Ortsbürgermeister fordert „integrationspolitische Hilfestellungen“
Der „Präventiveinsatz“ signalisiere zum einen, dass diejenigen, die sich an die Regeln halten, auf der richtigen Seite stehen und signalisierten den anderen, dass hier Grenzen gesetzt seien und jederzeit Kontrollen möglich sein könnten, die auch Konsequenzen haben.
„Die meisten zugewanderten Menschen, die in Ahe leben, sind aus EU-Ländern“, sagt Kösters. Sie hätten ein Recht, hier zu leben. Doch es werde auch erwartet, dass sie sich an hiesige Regeln halten, zum Beispiel das Einhalten der Nachtruhe. „Wenn schulpflichtige Kinder um 22 Uhr noch draußen lärmen und herumtollen, trifft das schlichtweg auf Empörung und Unverständnis“. Es gebe jedoch kein Gesetz, dass das verbietet.
So richtig und wichtig solche ordnungspolitischen Maßnahmen und Signale seien, genauso wichtig seien integrationspolitische Hilfestellungen. „Und hier haben wir bundesweit, aber auch in Bergheim und in Ahe, erheblich Nachholbedarf“, sagt Kösters. Viele demonstrierten für Vielfalt und eine bunte und offene Gesellschaft, doch eine solche Gesellschaft zu gestalten und zu leben, sei harte Arbeit. „Dem stellt sich leider kaum jemand. Das muss sich ändern, wenn wir trotz der unterschiedlichen Herkünfte eine gemeinsame Zukunft gestalten wollen.“