In den Silvesternächten 2023 und 2024 waren Rettungskräfte in Ahe mit Feuerwerkskörpern beworfen worden.
Brief an BundesinnenministerOrtsbürgermeister aus Bergheim fordert Dobrindt zu Böllerverbot auf

2023 waren bei einem Einsatz im Wohnpark Ahe in der Silvesternacht Rettungskräfte mit Böllern beworfen worden.
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In einem Brief an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt forderte Dr. Winfried Kösters, Ortsbürgermeister von Ahe, ein Verbot des Verkaufs und Abschusses von Feuerwerkskörpern. „Es gehört nicht zu den kommunalpolitischen Kompetenzen, ein Verbot von Feuerwerkskörpern zu erwirken, aber die Auswirkungen der Silvesterknallerei sind nur kommunal zu spüren“, begründet Kösters den Schritt.
In früheren Jahren hat Ahe zum Jahreswechsel schlechte Schlagzeilen gemacht und rückte in den Fokus der Einsatzkräfte. In der Silvesternacht 2023 war wegen eines Feuerwerkskörpers eine Wohnung in Brand geraten. Polizei und Feuerwehrleute waren während ihres Einsatzes im Wohnpark mit Böllern beworfen worden. Silvester 2024 wurde ein Abfallcontainer in Brand gesetzt und so hingestellt, dass die Zufahrt in ein bestimmtes Wohngebiet blockiert war. Erneut waren Rettungskräfte mit Feuerwerk beschossen worden.
Bergheim: Silvester 2025 in Ahe vergleichsweise ruhig
Dagegen war es 2025 in Ahe vergleichsweise ruhig. Laut einer Pressemeldung der Bergheimer Feuerwehr hat es in diesem Jahr keine gezielten Angriffe auf Rettungskräfte gegeben. Der Wohnpark in Ahe sei in diesem Jahr nicht ins Gewicht gefallen.
Allerdings sei dieses Ergebnis auch nur wegen eines hohen Aufwandes möglich gewesen, meint Kösters. Es habe in Ahe „Sicherheitskonferenzen“ gegeben, in denen Hauptamtliche sowie betroffene Bürgerinnen und Bürger darüber berieten, um Vorfälle wie in den vergangenen Jahren zu verhindern.
Stadtverwaltung ging wegen Böllerei von Tür zu Tür
Die Pressestelle der Stadt erklärte, es habe mit Unterstützung der Mitarbeitenden des städtischen Quartiersbüros Gespräche mit der Anwohnerschaft gegeben, um für den Umgang mit Feuerwerk zu sensibilisieren, verbunden mit der Bitte, Einsatzkräfte nicht zu behindern. Es wurden Flyer mit Informationen verteilt, Verkaufsstellen auf illegales Feuerwerk geprüft und Mülltonnen im Wohnpark kurz vor Silvester geleert, um mögliche Brandlasten zu verringern.
Dazu hätten Ordnungskräfte und die Polizei deutlich mehr Präsenz gezeigt. „Die Sorgen und Ängste von Menschen, die die nächtlichen Kracher als ‚Krieg‘ erlebten, die sich bedroht fühlten und die sich mit ihren Haustieren gar nicht mehr auf die Straße trauten, seien hier ebenfalls erwähnt“, so Kösters in seinem Brief an den Bundesinnenminister.
Kösters habe zwar aufgeatmet, als es in Ahe an Silvester zu keinen Rettungseinsätzen kam. Dafür sei aber auch ein immenser finanzieller, personeller, sachlicher und zeitlicher Aufwand nötig gewesen, hauptamtlich wie ehrenamtlich. „Ich möchte das nicht mehr! Ich erlebe das als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker als Zumutung!“, schreibt Kösters in seinem Brief.
Abendliche Knallerei bereits Mitte Dezember in Bergheim-Ahe
Hinzu kam, dass er sich bereits Mitte Dezember mit dem Abschuss von Feuerwerk in Ahe habe beschäftigen müssen, obwohl der Verkauf desselben nur an den letzten drei Werktagen vor dem Jahreswechsel erlaubt ist. Das habe sich in „abendlichen Lärmorgien“ bemerkbar gemacht, die Menschen und Haustieren die Ruhe geraubt hätten.
Kösters hatte sich bereits Anfang 2024 nach den Vorfällen in Ahe an die Stadtverwaltung gewandt, um ein Böllerverbot im Wohnpark zu prüfen. Die Stadtverwaltung prüfte den Vorschlag, sah aber große rechtliche Hürden.
Auch wenn es in Ahe zu keinen Einsätzen kam, war es andernorts im Rhein-Erft-Kreis zu einer Reihe von Vorfällen gekommen. Am Wohnpark in Zieverich hatten zwei Mülltonnen gebrannt, in Thorr eine Garage. Zum Jahreswechsel musste die Feuerwehr Bergheim zwischen 19 Uhr am Silvesterabend und 7 Uhr am Neujahrsmorgen zu 15 Einsätzen im Stadtgebiet ausrücken (Vorjahr: 12). In Brühl wurde ein Polizist leicht verletzt, als ihn ein Feuerwerkskörper an der Stirn traf. In Kerpen hat es laut ersten Erkenntnissen in einer Wohnungslosenunterkunft gebrannt, weil ein Feuerwerkskörper durch ein offenes Fenster flog.

