Einige Monate mussten Angestellte und Stammgäste um den Fortbestand der etablierten Brühler Gaststätte bangen, nun greift ein neues Konzept.
Weitere Pläne für das HausSo gelang die Rettung der Kultkneipe „5 Sterne Oslo“ in Brühl

Die Kultkneipe „Oslo“ wird nun von einem Verein betrieben. Damit ist die Zukunft der Brühler Gaststätte gesichert.
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Den Sorgen folgten allgemeines Aufatmen und weitere Pläne. Die noch im Herbst vom Aus bedrohte Brühler Kneipe „5 Sterne Oslo“ ist gerettet. „Ja, das kann man so sagen. Es geht weiter“, erklärt Andre Bach. Er ist einer der beiden Vorsitzenden eines Vereins, der im August gegründet wurde, um das Ende der Gaststätte abzuwenden – einer Location mit Kultstatus, die vor mehr als vier Jahrzehnten unter dem Namen Café Mühlenstraße in Brühl eröffnet wurde.
Nötig geworden war die Initiative, weil der bisherige Betreiber aus gesundheitlichen Gründen nicht weitermachen konnte. Hinzu kommt das Vorhaben des Immobilienbesitzers, das drei Wohnungen sowie die Kneipe umfassende Gebäude zu veräußern. „Wir sind mit zwei Zielen angetreten: Es geht um die Rettung des Oslo und den Erwerb des Hauses“, so Bach. Ziel Nummer eins ist erreicht. Der Oslo-Verein ist nun Mieter und Betreiber der Kneipe, die sich in den vergangenen Jahren als kulturelles Kleinod etabliert hat.
Brühl: Rettungsaktion mittels Vereinsgründung traf einen Nerv
Der 58-jährige Bach gehört zu den vielen Brühlern, die das Oslo schon in jungen Jahren kennengelernt haben und für die der Besuch der Gaststätte zur Konstante im Leben geworden ist. Daher engagiert er sich in dem Verein, dessen Zielsetzung offenbar einen Nerv traf. Rund 250 Menschen sind inzwischen dabei. „Das jüngste Mitglied ist vier Monate, das älteste 92 Jahre alt“, sagt Bach.
Allen sei am Erhalt des Bestehenden gelegen. „Der Charakter und Geist des Oslo sollen weiterbestehen“, macht er klar. Das sei mit dem Betriebsübergang gelungen. Dazu gehöre es auch, die bisherigen fünf Mitarbeiter weiterhin zu beschäftigen – nun als Angestellte des Vereins. Lücken im Dienstplan füllen Ehrenamtler. Die Gaststätte laufe gut, betont Bach. Das sei wichtig, weil diese sich wirtschaftlich tragen müssen. „Der Betrieb wird schließlich nicht aus Vereinsbeiträgen finanziert“, sagt er.
Das Erreichen von Ziel Nummer zwei braucht längeren Anlauf: Den Erwerb des Gebäudes an der Mühlenstraße soll die Gründung einer Genossenschaft möglich machen. Eine Arbeitsgruppe aus Vereinsmitgliedern bereitet diese vor „und wir suchen noch Leute, die sich in die Organisation einbringen wollen“, so Bach. Der Kaufpreis bewege sich unter einer halben Million Euro, doch die Sanierung der teils noch bewohnten Apartments und damit der Erhalt günstigen Wohnraums wird weitere Kosten verursachen.
Bach sieht auch dieses Vorhaben auf einem guten Weg. Viele Freunde des Oslo hätte ihr Interesse an der finanziellen Beteiligung in Aussicht gestellt. Um die Zukunft des Oslo oder Ökocafés, wie ältere Brühler die kleine Gaststätte nennen, muss man sich also offenbar nicht mehr sorgen.

