Bürgermeister Dr. Marc Prokop (CDU) hat sich mit Vertretern einer Bürgerinitiative ausgetauscht – beide Seiten fordern Aufklärung.
Derzeit herrscht RuheStadt Brühl verzeichnet 1200 Klagen über Gestank binnen weniger Wochen

Ein Mann hält sich die Nase zu (Symbolfoto).
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Mehr als 1200 Meldungen über Geruchsbelästigungen sind bei der Stadt Brühl seit Ende Juni eingegangen. Das zeige „sehr deutlich, wie massiv die Belastung für die Menschen gewesen ist“, so die Verwaltung anlässlich eines Treffens von Bürgermeister Dr. Marc Prokop (CDU) mit Vertretern der Bürgerinitiative „Uns stinkt’s“.
Im Mittelpunkt des Gesprächs hätten die bisherigen Erkenntnisse sowie die Sorge gestanden, dass die Geruchsbelastungen erneut auftreten könnten. Zuletzt, so die Verwaltung, habe sich die Situation „deutlich entspannt“. Auch die Zahl der Meldungen sei spürbar zurückgegangen.
Brühl: Stadt hat alle Meldungen an zuständige Behörden weitergeleitet
„Gleichzeitig dürfen wir nicht den Fehler machen, das Thema damit als erledigt zu betrachten“, betonten Bürgermeister und die Bürgerinitiative in einer Erklärung. Gemeinsame Sorge sei es, „dass der Gestank wiederkommt. Solange die Ursache nicht eindeutig geklärt und ein Verursacher benannt ist, bleibt diese Sorge bestehen“.
Die Stadt betonte, die Meldungen gesammelt, an die jeweils zuständigen Behörden weitergeleitet und insbesondere die Bezirksregierung Köln mit Nachdruck gebeten zu haben, die Ursache festzustellen. „Bislang wurde seitens der Bezirksregierung und des Rhein-Erft-Kreises kein Verursacher mitgeteilt. Für die Stadt ist dies unbefriedigend. Denn nur wenn die Ursache der Geruchsbelastungen eindeutig festgestellt wird, können aus Sicht der Stadt auch nachhaltige Maßnahmen ergriffen werden, um ein erneutes Auftreten zu verhindern“, so die Verwaltung.
„Auch wir als Stadt sind mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden“, so Prokop weiter. „Wir wollen, dass den Ursachen konsequent nachgegangen wird und die Menschen in unserer Stadt Klarheit darüber erhalten, woher die Belastungen kommen und was dagegen unternommen wird. Wir bleiben dran!“
Im Sommer hatten sich Bürgerinnen und Bürger aus Brühl, Hürth und Erftstadt wochenlang über unangenehme Gerüche beschwert. Daher hatten sich die Verwaltungen beider Städte an die Bezirksregierung Köln und den Rhein-Erft-Kreis gewandt mit der Bitte, mögliche Verursacher zeitnah zu ermitteln und die Geruchsbelästigungen wirksam abzustellen.
Hürth: Stadt setzt bei der Suche auf neue technische Möglichkeiten
Neu war das Problem nicht. Bereits vor einigen Jahren hatte es vergleichbare Beschwerden und dann eine umfangreiche und langwierige Suche nach der Ursache gegeben. Schließlich vermeldeten die Behörden einen Erfolg: Demnach soll ein Großteil der beklagten Gerüche von einer Kompostier- und einer Abfallverwertungsanlage im Verwertungszentrum in Erftstadt sowie vom Eisenwerk in Brühl ausgegangen sein. Damals wurden entsprechende Maßnahmen getroffen und die Klagen aus der Bevölkerung ebbten ab.
Auf der Suche nach der Ursache setzt die Hürther Stadtverwaltung nun auch auf neue technische Möglichkeiten. Eine gemeinsam mit dem Technologiezentrum techHAUS und dem AI Village entwickelte Anwendung verknüpft Geruchsmeldungen aus Hürth und Brühl mit lokalen Wetterdaten. Dadurch sollen räumliche und zeitliche Muster sichtbar werden, die den Immissionsschutzbehörden zusätzliche Hinweise geben können.
