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Rat hat entschiedenVeränderte Fassade der Brühler Feuerwache soll Millionen einsparen

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Zu sehen ist die Baustelle zu Errichtung der Feuerwache.

Der Bau der neuen Feuer- und Rettungswache in Brühl sorgte erneut für Diskussionen im Stadtrat.

An den Außenwänden des Gebäudes sollen doch keine Photovoltaikmodule angebracht werden, zudem soll Metall zunächst angedachte Holzelemente ersetzen.

Nach langen Diskussionen ist nun klar, wie die künftige Feuerwache aussehen soll. Mit den Stimmen von CDU, AfD und FDP, bei Enthaltung der SPD, votierte der Stadtrat dafür, die Fassadenbegrünung auf das im Bebauungsplan vorgegebene Minimum zu reduzieren, auf die Installation von Photovoltaikmodulen an den Außenwänden zu verzichten sowie die Holzanteile der Fassade durch Metallelemente zu ersetzen. Grüne und Linkspartei stimmten dagegen.

Diese von der Verwaltung präferierte und als „Variante 3“ titulierte Einsparplanung sieht weiterhin eine Begrünung der Anwohnerseite der Schallschutzwand zum Senecaweg vor. Mit der Entscheidung geht nach Einschätzung der Verwaltung eine Verzögerung der Fertigstellung der Wache von acht bis zehn Monaten einher, weil umfangreiche Umplanungen vorgenommen werden müssen. Bislang hatte man auf eine Fertigstellung Mitte 2028 gehofft.

Fertigstellung des Gebäudes wird sich um einige Monate verzögern

Die Investitionskosten für die Errichtung der Fassade inklusive der späteren Unterhaltskosten sinken im Vergleich zur ursprünglich beabsichtigten Ausführung um mehr als 6,5 Millionen Euro auf dann rund zehn Millionen Euro – die gesamte Wache soll mehr als 80 Millionen Euro kosten.

Auf ähnliche Veränderungen habe man schon frühzeitig erfolglos versucht hinzuwirken, so Holger Köllejan, der CDU-Fraktionschef. Schweren Herzens verzichte man auf noch größere Einsparungen, um planerische und rechtliche Risiken zu vermeiden – nicht zuletzt angesichts der Verantwortung für die Feuerwehrleute der Stadt.

Damit spielte Köllejan auf die jüngste juristische Begutachtung einer noch weitergehenden Veränderung an, die einen vollständigen Verzicht auf eine Fassadenbegrünung vorgesehen, aber damit dem bestehenden Bebauungsplan widersprochen hätte. Die Verwaltung hatte vor einer weiteren mehrmonatigen Verzögerung im Bauablauf gewarnt, „wodurch die erhofften Einsparungen aufgrund kostenintensiver Bauverzögerungen massiv geschmälert werden“.

Während sich Jochem Pitz, Fraktionschef von FDP/Volt, freute, dass der „Unsinn einer brennbaren Fassade zumindest eingedämmt“ und man „das Kapitel mit blauem Auge abschließen“ werde, kam von den Grünen Kritik. Eine Grünfassade halte man für bedeutsam, um zumindest ansatzweise einen Ausgleich für die dichtbewachsene und inzwischen gerodete Brachfläche zu schaffen, so die Fraktionsvorsitzende Simone Holderried.

SPD fühlt sich unzureichend informiert und enthält sich

Sie hatte vergeblich einen Kompromiss angeboten, nämlich den Verzicht auf die Holzfassade, aber die Beibehaltung von umfassender Grünfassade und PV-Modulen an den Wänden. SPD-Fraktionschef Bernhard Schumacher bemängelte die unzureichenden Angaben seitens der Fachleute zu den Bauzeitverzögerungen und den daraus resultierenden Mehrkosten. Die Antwort, dafür brauche es den Blick in die Glaskugel, sei unzureichend, daher enthalte man sich.