Wandel im Brühler EisenwerkGeruchsbelästigung für Anwohner soll reduziert werden

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Im Werk werden jährlich rund vier Millionen Motorblöcke gegossen. Das ist zeitweise weithin zu riechen.

Im Werk werden jährlich rund vier Millionen Motorblöcke gegossen. Das ist zeitweise weithin zu riechen.

Brühl-Ost – Rund vier Millionen Motorenblöcke fertigt das Eisenwerk Brühl Jahr für Jahr. Damit gilt das Unternehmen als bedeutender Zulieferbetrieb der Automobilindustrie. Zudem ist das Werk mit seinen rund 1600 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Stadt und ein wichtiger Steuerzahler. Die Schattenseite der Produktion ist der abhängig vom Wind teils weithin wahrzunehmende Geruch, über den sich Anwohner immer wieder beklagt hatten.

Nun ist offenbar Besserung in Sicht. Jedenfalls erklärte die Geschäftsführung, man befinde sich in enger und intensiver Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln als Aufsichtsbehörde, um weitere Maßnahmen zu ergreifen, die die Situation für Anwohner und Mitarbeiter verbessern. Das Thema Gerüche werde sich nachhaltig bessern. Man tue dies sowohl aus eigenem Antrieb als auch, um verschärften Vorschriften gerecht zu werden.

Neue Bindemittel in der Produktion

Derzeit arbeitet das Werk nach eigenem Bekunden daran, künftig andere Bindemittel zu verwenden. Diese werden zur Anfertigung jener Sandformen benötigt, die beim Guss der Motoren die Form vorgeben. Die bisherigen Bindemittel verursachen bei der Hitze des Gusses in erster Linie den typischen Geruch des Eisenwerks.

Das Eisenwerk ist mit seinen rund 1600 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Stadt Brühl.

Das Eisenwerk ist mit seinen rund 1600 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Stadt Brühl.

Vorgesehen ist auch eine bessere Erfassung der Abluft. Diffuse Quellen ließen sich so besser kontrollieren und einer Nachreinigung zuführen, hieß es auf Anfrage dieser Zeitung. Dafür sei der Bau einer neuen Halle geplant. „Versuche zu alternativen Anlagentechniken werden durchgeführt. Wir gehen davon aus, dass wir im Jahr 2024 eine entsprechende Anlage in Betrieb nehmen und damit die heute noch gelegentlich wahrnehmbaren gießereitypischen Gerüche weiter reduzieren werden“, so die Verantwortlichen des Unternehmens, dessen Wurzeln ins Jahr 1927 zurückreichen.

Kühltürme werden modernisiert

Auch an anderer Stelle ist man offenbar um Verbesserungen bemüht. So sollen die rund 20 Kühltürme der Produktionsanlagen sukzessive umgerüstet werden. Die neue Technologie, sogenannte Adiabatik-Kühler, setzt im Gegensatz zur bisherigen auf ein geschlossenes System. Dies spare Wasser und verhindere, dass Legionellen entstehen und über Wasserdampf und Abwasser in die Umwelt gelangen könnten, so die Geschäftsführung. Zwei Kühltürme seien bereits modernisiert, zwei weitere folgten im Jahresverlauf.

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Insgesamt will das Eisenwerk in den kommenden Jahren jeweils vier bis fünf Millionen Euro in den Umweltschutz investieren. Dies ergänze bereits getroffene Maßnahmen, die darauf abzielten, den Austrag von Sand zu reduzieren und Lärm zu mindern. Verstärkt setze man auf den Einsatz von Kehrmaschinen, zudem seine Berieselungsanlagen installiert und die Stauberfassung bei diffusen Quellen optimiert worden.

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