Zeugen gesuchtDiebe bestehlen karitativen Verein in Brühl

Unbekannte stahlen den Bollerwagen des karitativen Verein „Vor Ort“, in dem Bücher zum Kauf angeboten werden.
Copyright: Inge Freund
Brühl – In den Reihen des karitativen Vereins „Vor Ort“ ist der Ärger groß. Ende Dezember entwendeten Unbekannte den roten Bollerwagen, in dem vor dem Pavillon auf der Bleiche gebrauchte Bücher zum Kauf angeboten werden. „Die Bücher darin wurden von der Brühler Bevölkerung zum Verkauf gestiftet, damit Geld für Hilfsprojekte zusammenkommt. Es ist einfach unglaublich, dass es Menschen gibt, die so etwas tun“, echauffiert sich die Sprecherin des Vereins, Inge Freund. Denn mit dem Diebstahl schädige man letztlich die Ärmsten der Armen, die auf die Hilfe des Vereins angewiesen seien.
Erfolglose Suche
Noch am Tag des Verschwindens, es war der 22. Dezember, habe sie die Umgebung abgesucht. „Ich dachte, dass vielleicht jemand nur den Bollerwagen mitgenommen und die Bücher irgendwo hingeworfen hat“, sagt sie. Die Suche blieb ohne Erfolg, auch die Polizei konnte nicht helfen. Jetzt setzt Freund auf die Mithilfe der Bürger. „Vielleicht hat ja jemand etwas gesehen, oder es ist irgendwo ein großer Stapel Bücher aufgetaucht“, sagt sie.
Man sei dankbar für jeden Tipp, denn der Schaden sei für den Verein, der sich die Unterstützung von Hilfsprojekten in Kambodscha auf die Fahnen geschrieben hat, beträchtlich. 70 Euro habe der Wagen gekostet, wie viel die etwa 50 Bücher darin wert seien, könne sie nicht beziffern.
Fremdenfeindliche Schmierereien
„Im Jahr verkaufen wir für etwa 400 Euro gespendete Literatur. Der Erlös fließt in die Projekte“, betont Freund, deren Verein vor einigen Jahren von der Stadtverwaltung die Möglichkeit erhielt, den Pavillon zu nutzen, um Produkte aus fairem Handel oder Erzeugnisse aus Kambodscha wie Taschen aus alten Zementsäcken, Schmuck aus Papier und Handarbeiten zu veräußern und über die Arbeit des Vereins zu informieren.
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Offenbar gefällt nicht jedem dieses Engagement. „In der jüngeren Vergangenheit gab es häufig fremdenfeindliche Schmierereien auf dem Pavillon“, so Freund. Zuletzt habe jemand „Go home“ an die Fassade geschrieben. Ob diese Taten mit dem Verschwinden des Bollerwagens zu tun haben, weiß Freund jedoch nicht.




